Raily fliegt auf dem Blog.Lovelybooks im FALLWIND

Fliegen leicht gemacht mit Fallwind von Johannes Schweikle...

Tragische Helden üben seit jeher eine besondere Faszination auf auf die Menschheit aus. Sie folgen ihren eigenen Idealen, geben für ihre Ziele meist alles auf, nehmen gesellschaftliche Ächtung und Gelächter in Kauf und enden meist in den Trümmern ihres Lebens. Dabei sind sie grundweg sympathisch und insgeheim fühlt der außenstehende Betrachter mit dem zum Scheitern verurteilten “Helden” mit. Das Scheitern selbst wird hier zum Maßstab für zweifelhaften Ruhm. Und doch gibt ihnen die Geschichte häufig Recht. Die Tragik des Helden entsteht in den meisten Fällen erst dadurch, dass Jahre nach seinem Ableben das gleiche, von ihm erfolglos verfolgte Ziel zur bahnbrechenden Idee wird, während er aufgrund seines Versagens im Gedächtnis der Menschen bleibt.

Eine Rehabilitation zu Lebzeiten ist damit vollkommen ausgeschlossen und der Weg in die Geschichtsbücher als “tragische Figur” ist der Lohn für den vorgelebten Idealismus. Manchmal jedoch gelingt es der Literatur, diese Bilder zu korrigieren, neue Deutungen eines Lebensweges zu entwerfen und in den Kontext späterer Entwicklungen zu stellen. Vielleicht eine der ganz großen Leistungen einiger Autoren, die ebenfalls an der Schwelle zum “tragischen Helden” stehen, indem sie in die Rolle eines Anwaltes schlüpfen und liebgewonnene Bilder korrigieren.

Was wäre eine Gesellschaft ohne tragische Helden, ohne diejenigen, über die man offen lachen darf, ohne die Versager über die man grinsend sagen darf “Ich hab das immer gewusst”? Jede Gruppe von Menschen scheint diese Außenseiter zu brauchen und umso schwerer ist es, sich von diesem Bild zu trennen – auch wenn der Beweis auf der Hand liegt, dass der ehemalige tragische Held in Wirklichkeit ein Pionier und damit ein Vorreiter und -denker war.

Fallwind von Johannes Schweikle ist ein solches Buch – ein spätes Plädoyer zur Ehrenrettung des Albrecht Ludwig Berblinger, besser bekannt als der Schneider von Ulm, einem tragischen Helden der Luftfahrt und in unserem Gedächtnis nur als lächerlicher Bruchpilot verankert!

Dieses Buch ist mehr als der Versuch einer Rehabilitation.

Weiter zur gesamten Ehrenrettung auf dem Blog.Lovelybooks und damit auch zu Bineas Erfahrungen mit tragischen Helden!!

Mit einem Klick auf das Bild fliegt Ihr ohne Absturz auf den Blog.Lovelybooks...

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Mit J.R.R. Tolkien zurück nach Mittelerde

Barke glitt, goldgeschnäbelt und weiß
mitten im Strome vorüber.
Ihr gaben Schwäne stolzes Geleit.
Staunend sah Fíriel hinüber.
Als Ruderknechte im grauen Gewand
saßen Elben darinnen.
Drei aber schienen von hohem Stand –
Könige, Königinnen?

Das letzte Schiff  (Die Abenteuer des Tom Bombadil)

Ich habe Mittelerde nie verlassen. Kein einziger Tag ist seit meinen ersten vorsichtigen Zeilen in meinem “Hobbit” oder in “Der Herr der Ringe” vergangen, an dem ich nicht zumindest einige Minuten durchs Auenland wanderte. Kein Blick auf einen Baum, ohne den alten Baumbart zu erahnen und kein Blick auf einen Berg, ohne darin Zwerge zu vermuten. Kein Weg auf eine Burg ohne an Elben zu denken und kein Denken an Liebe ohne die Unsterblichkeit der Gefühle Aragorns für Arwen zu erfühlen. Unsterblich lebendig ist mir all dies ins Herz gewachsen.

Wie der “Eine Ring” in der Lage war alles zu knechten und jeden in seinen Bann zu ziehen, so sind die Bücher J.R.R. Tolkiens seit vielen Jahren “mein Schatz” – und meine kleine Welt rund um ewigen Weiten der Elben und Menschen hat immer deutliche Formen angenommen. Helms Klamm und Minas Tirith, Galadriel und Frodo, Gandalf und Elrond – all diese Namen sind mehr als Worte für mich. Sie bilden die Grundfesten meiner Fantasie und die Säulen meiner Kreativität.

Es kommt nicht von Ungefähr, dass der Siegeszug der Völker von Mittelerde seit 1966 beharrlich weitergeht, eine Generation nach der anderen erobert und inzwischen mehr als einen bloßen Kultstatus erreicht hat. Wer sich J.R.R. Tolkien nähert wird eine Vielzahl liebevoller Geschichten und Gedichte finden, die nicht unmittelbar mit dem “Lord of the Rings” verwoben sind, aber man fühlt in jeder Zeile, in jedem Satz, dass auch diese Geschichten an den Lagerfeuern im Auenland erzählt wurden. Viele dieser Erzählungen sind unbekannt, andere erfreuen sich zunehmenden Interesses. Sie sind schon lange kein Geheimtipp für Tolkien-Einsteiger mehr, sondern erreichen selbst unangefochtenen Kultstatus.

Man kann Tolkien zuhören, wie er seinen Kindern erzählt, wie das Alltägliche zu einer besonderen Geschichte wird, wie aus einer unbedeutenden Kleinigkeit eine Legende erwächst. Seine Samen fallen auf den fruchtbarsten Boden, den sich ein Erzähler vorstellen kann. Auf die Muttererde der unschuldigen Fantasie. Dort treiben sie seit Jahren die unglaublichsten Blüten und Früchte. Und es wird niemals enden.

Wir sollten auch heute gerade der jungen Generation ermöglichen, von dieser Gabe zu profitieren. Teil zu werden von einer kollektiv getragenen Fantasie und fühlen zu können, was Faszination bedeutet. Eine Annäherung für die Jüngsten unter uns und gleichzeitig eine Vertiefung für gewachsene Tolkien-Liebhaber stellt aus meiner Sicht der gerade erschienene Band Geschichten aus dem gefährlichen Königreich dar.

Einzigartig illustriert von Alan Lee…

Auf was lassen wir uns ein, wenn wir dieses Buch öffnen?

Fünf ausgewählte Geschichten zeigen die ungeheuere Vielfalt der Erzählkunst des wohl größten Fantasy-Autors unserer Zeit. Jede einzelne Geschichte für sich allein ist mehr als lesenswert, miteinander stehen sie in keinerlei Verbindung und doch handeln sie von Welten jenseits unserer bewussten Wahrnehmung, von Legenden und tragischen oder tatsächlichen Helden. Vom Kampf gegen Drachen und von den geheimen magischen Künsten, die längst verloren schienen. Dieses Buch ist ein “Breitspektrum-Anti-Langweilikum” für lange Abende allein oder im Kreis der Kinder. Für jedes Alter geeignet und in einer Tiefe angelegt, die Ihresgleichen sucht.

Ein Klick auf das Auenland bringt Euch zum vollständigen Artikel auf dem Blog.Lovelybooks

Hier findet Ihr natürlich auch mehr über die Verfilmung des „Hobbit“ durch den HdR-Regisseur Peter Jackson. Die Dreharbeiten haben in Neuseeland begonnen und wir dürfen uns wohl auf ein erneutes (diesmal dreidimensionales) Meisterwerk freuen.

Gipfelsturm – Tod in eisigen Höhen – Eine Reportage

Ängste und Hoffnungen begleiten den Weg jedes Menschen. Die Hoffnung, persönliche Grenzen überschreiten zu können geht oft Hand in Hand mit der Angst, zur falschen Zeit am falschen Platz zu sein. Man sieht sich plötzlich an der Schwelle zu Ereignissen, die alles verändern können – schlagartig und in jede denkbare Richtung.

Die Hoffnung überwiegt und der übermächtige Wunsch nach „DEM“ absoluten Erlebnis lässt die Risikobereitschaft des Menschen wachsen. Wo könnte man dies besser beobachten als beim Extrembergsteigen. Seit mehr als einem Jahrhundert übt der höchste Berg der Welt eine ungebrochene Faszination auf Entdecker, Bergsteiger und Touristen aus. Einmal den Everest zu bezwingen – das ist schon ein Lebenstraum.

Am 10. Mai 1996 endete dieser Traum in einer der größten Katastrophen auf dem „Dach der Welt“. Mehr als 8800 Meter hoch und tausende Kilometer entfernt wurde uns das dramatische Ereignis in einem Weltbestseller von Jon Krakauer nähergebracht. Ins Wohnzimmer, auf die Couch und ins gemütliche Bett. Wir konnten uns ins Basislager lesen und in sicherer Entfernung den Geschehnissen des 10. Mai 1996 folgen. Fühlen, wie die Luft knapper wird und die Kälte unter die Decke steigt. Wir konnten uns dem gleichzeitigen Gipfelsturm verschiedener Teams anschließen. Durften teilhaben an den individuellen Nöten und Träumen und wurden Zeugen, als das Wetter kippte. Als alles zu kippen begann. Im richtigen Moment konnten wir uns trennen und Abstand gewinnen – uns retten.

Ganz anders als die Menschen, die ein unsichtbares Band an diesem Tag auf dem Everest zu einer Seilschaft formte, die inhomogener nicht sein konnte. Abenteuerlust, hochalpiner Dilettantismus, Kampf um die berufliche Existenz und ganz persönliches Verantwortungsgefühl kollidierten hier mit den unbarmherzigen Naturgewalten in der Todeszone des Mount Everest.

Eine literarische Seilschaft der ganz besonderen Art (links: Silvia und Raily)

Eine literarische Seilschaft der ganz besonderen Art (links: Silvia und Raily)

Ich bin nur Leser und Blogger, Bergsteigen und Extremerlebnisse in höheren Regionen sind mir fremd. Bücher jedoch nicht. Mich hat der Blick hinter die Zeilen interessiert. Der Bergblick hinter die reine Wortkunst, die mich einst gefangen nahm.

Diesen Blick gewährt uns Silvia Sauerwein, vor Kurzem vom Kilimandscharo und dem Aconcagua zurückgekehrt, kennt Krakauers „In eisige Höhen“ in und auswendig. Meine kleine Privatbibliothek zu den Ereignissen im Mai 1996 fand großen Anklang bei ihr und unmittelbar nach dem Lesen aller Bücher die von den Überlebenden dieser Tage aufzutreiben waren entstand die Idee, diese Werke vorzustellen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu beschreiben.

Silvia am Aconcagua (6962 m)

Eine Frau und ihre Berge: Aconcagua (6962) und Kilimandscharo (5895 m)

Buchsicht und Bergsicht… könnte man sagen…. Die eisigen Höhen Krakauers stehen nicht allein. Er stand nicht allein und doch zählt heute nur sein Urteil, da er der versierte Autor war und die anderen Bücher nahezu vergessen oder unentdeckt sind. Wir möchten versuchen, die Bücher zusammenzubringen, so wie der Berg die Menschen damals zusammenbrachte.

Jon Krakauer “In eisige Höhen”

John Krakauer  – In Eisige Höhen…. Bloggersicht

Jon Krakauer: Zahlender Expeditionskunde mit dem Auftrag, eine Reportage über die steigende Kommerzialisierung des Bergsteigens am Everest zu verfassen. Für mich ein meisterlich erzählter Erlebnisbericht, der inhaltlich die Schuldfrage am Misslingen der Gipfelerstürmungen am 10. Mai 1996 in den Vordergrund stellt.

Scott Fischer konnte sich gegen diese Darstellung nicht mehr wehren. Seine Witwe hat dies getan und Krakauer hat diese Passage in seinem Buch veröffentlicht. Boukreev wehrte sich auf beeindruckende Weise. Sehr spannend erzählt, herausragend konstruiert und in jeder Beziehung ein Klassebuch.

Verfilmt und weltweit millionenfach verkauft. Inhaltlich hält die Beurteilung der Gründe für das Scheitern nicht jeder Betrachtung stand!

John Krakauer – In eisige Höhen – Bergsteigersicht

… aus der Erinnerung:

Interessant, schockierend, bewegend. Die Beschreibung einer Bergbesteigung die nichts, rein gar nichts mit meinen gelegentlichen Touren in den Alpen gemein hat. Eines der wenigen Bücher, das sich über Jahre hinweg immer wieder in meine Gedanken geschlichen hatte.

Zehn Jahre später: Innerhalb weniger Wochen hatte ich sie alle gelesen. Boukreev, Gammelgaad, Kropp und Weathers. Ich konnte gar nicht anders – ich musste Krakauers Buch noch mal lesen.

Fazit: Interessant, schockierend, bewegend. Jedoch sehe ich das Buch nun mit anderen Augen. Was bei mir hängen bleibt ist die Frage: „Warum urteilt Krakauer, ein Bergsteiger ohne einschlägige Erfahrungen im Höhenbergsteigen (er war nach eigenen Angaben vorher noch nie über 5.200 m Höhe), oft so hart über die Geschehnisse rund um diese Expedition, die er selbst nur knapp überlebt hat?“

Anatoli Boukreev “Gipfel – Tragödie am Mount Everest”

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Anatoli Boukreev – Gipfel – Tragödie am Mount Everest

Anatoli Boukreev: Bergführer in der Expedition von Scott Fischer (Mountain Madness)

Selbstzweifel und Vorwürfe von Außen, besonders aus Krakauers Richtung müssen Boukreev zu diesem Gipfelbericht getrieben haben. Das Ergebnis: ein ungeschönter, vielschichtiger Blick auf die Geschehnisse am Everest. Keine Vorwürfe. Fakten. Das Urteil bleibt beim Leser und der erkennt, dass eine Verkettung aller ungünstigen Umstände zum Desaster führte.

Boukreevs Buch basiert auf Tonbandaufzeichnungen von neun Bergsteigern, die fünf Tage nach dem Drama am Berg ihre Gedanken und Erinnerungen ungefiltert festhalten wollten. Boukreev war einer von ihnen. Lawinentod am 25.12.1997. Kurz zuvor wurde er noch mit dem David A. Sowles-Gedächtnispreis für seine unermüdlichen und selbstlosen Rettungsbemühungen am Everest ausgezeichnet.

Anatoli Boukreev - Gipfel - Tragödie am Mount Everest

Anatoli Boukreev – Gipfel – Tragödie am Mount Everest

Boukreev, einer der Bergführer 1996, gewährt einen Blick hinter die Kulissen einer Everestexpedition. Welch ein Aufwand! Nicht nur am Berg, auch in der Vorbereitung. Planung versus Wirklichkeit. Die Erkenntnis, dass in dieser lebensfeindlichen Umgebung bereits kleinste Unstimmigkeiten solch tragische Folgen nach sich ziehen können.

Spannend erzählt und im Gegensatz zu Krakauer ganz ohne Vorwürfe.

Beck Weathers “Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest

Beck Weathers “Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest”

Beck Weathers “Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest”

Beck Weathers: Zahlender Expeditionskunde. Bezeichnet sich selbst und John Krakauer vom Leistungsspektrum her im Vergleich mit den anderen Teilnehmern als „Dilettant“ am Berg. Hinzu kommt seine hohe Risikobereitschaft, trotz einer Augenoperation das Wagnis 8000er einzugehen. Diese krasse Fehleinschätzung sollte nicht nur ihn, sondern auch seine Bergkameraden auf dem Abstieg in absolute Lebensgefahr bringen. Überlebte mit schwersten Erfrierungen.

Sein Buch beschreibt im Schwerpunkt das Leben vor der Katastrophe. Kein Bergbuch – eine Autobiographie und Psychoanalyse. Der Blick in den Tod hat den Blick ins eigene Ich offengelegt und diese Rückschau erst möglich gemacht – aber zu diesem Preis?

Das Buch ist gerade bei dtv neu erschienen!

Beck Weathers “Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest”

Beck Weathers “Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest”

Das Buch ist so ganz anders als ich es aufgrund des Titels erwartet hätte. Auch wenn es mit einer Schilderung seiner Erlebnisse und seiner Rettung vom Mount Everest beginnt, beschreibt „Für tot erklärt – Meine Rückkehr vom Mount Everest“ überwiegend Weathers Leben vor dieser Expedition. Alle kommen hier zu Wort seine Frau, die Kinder, Freunde usw. Bergsteiger wurde er nach eigener Aussage um seinen Depressionen zu entfliehen, quasi der Versuch einer Selbsttherapie. Wer die Schilderung des Dramas aus seiner Sicht erwartet, wird enttäuscht sein.

Wen jedoch die Psyche eines Menschen vor diesem Hintergrund interessiert, der wird sich hier vielleicht festlesen.

Beck Weathers - Neu erschienen bei dtv

Beck Weathers – Neu erschienen bei dtv

Lene Gammelgaard “Die letzte Herausforderung. Wie ich die Tragödie am Mount Everest überlebte.”

Lene Gammelgaard “Die letzte Herausforderung. Wie ich die Tragödie am Mount Everest überlebte.”

Lene Gammelgaard “Die letzte Herausforderung”

Lene Gammelgaard: Zahlende Expeditionskundin und Verfasserin einer Reportage “Live vom Everest” Ein Buch über eine Selbsterfahrung der besonderen Art und eine Hommage auf Anatoli Boukreev. Gammelgaard beschreibt eindringlich aus Sicht einer Bergsteigerin, die dem Sturm und den Gewalten nichts mehr entgegenzusetzen hat die selbstlose und übermenschliche Leistung Boukreevs.

Sie hatte enorme Probleme, als „Überlebende“ in ihre Heimat zurückzukehren. Der Umgang mit Popularität und deren Folgen bis hin zum Burnout haben das Trauern um die Bergkameraden lange Zeit verhindert. Ein sehr persönliches Buch. Im Tagebuchstil verfasst hat man das Gefühl ihre persönlichen Eintragungen im Zelt mitlesen zu dürfen.

Lene Gammelgaard “Die letzte Herausforderung”

Lene Gammelgaard “Die letzte Herausforderung”

Auf das Buch von Lene Gammelgaard war ich ganz besonders gespannt. Ich stand gerade vor meiner ersten, für meine Verhältnisse großen Expedition und erhoffte mir den einen oder anderen Einblick in das Leben am Berg aus der Sicht einer Frau. Ich wurde nicht enttäuscht.

Ganz im Gegenteil. Ein wunderbares Buch einer absolut begeisterten Bergsteigerin mit persönlichen Erinnerungen, Gedanken, Selbstzweifeln und Strategien und einer für die meisten sicherlich gänzlich unbedeutenden Information. Lene Gammelgaard nimmt zum Höhenbergsteigen Propolis mit. Ich hab´s am Aconcagua gleich ausprobiert und werde es auch künftig dabei haben.

Göran Kropp “Allein auf dem Everest”

Göran Kropp “Allein auf dem Everest”

Göran Kropp “Allein auf dem Everest”

Göran Kropp: Extrembergsteiger, Individualsportler – unabhängig am Everest. Er hatte schon mehrere tausend Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, als er sein „Zwischenziel“, den Everest erreichte. Ohne fremde Hilfe, ohne Sauerstoff und mit enorm kritischer Betrachtung auf den Umfang der kommerziellen Expeditionen, die sich zu diesem Zeitpunkt am Berg befanden wagt er seinen individuellen Gipfelsturm.

Er bietet den Blick von Außen und sieht dabei einige Gefahren voraus: Staus an engen Passagen, Probleme bei Wetterverschlechterung sowie den nicht ausreichenden Trainingszustand von Bergtouristen. Unversehens gerät der Individualist in das Zentrum des Dramas und beteiligt sich an der Rettungsaktion.

PS: Der Co-Autor dieses Buches ist David Lagercrantz, der mit der Fortsetzung der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson gerade in aller Munde ist. Verschwörung ist auch eine Erstbesteigung für ihn…hoffen wir, dass er gut gesichert ist.

Göran Kropp “Allein auf dem Everest”

Göran Kropp “Allein auf dem Everest”

Wow, Göran Kropp am Gipfel des Mount Everest. Alles aus eigener Kraft, die Anreise, der Verzicht auf den Service der Sherpas, das schwere Gepäck, kein zusätzlicher Sauerstoff. Besonders bemerkenswert. Er hatte seinen Gipfelsturm Tage zuvor auf 8700 Metern wegen Zeitproblemen kurz vor dem Ziel abgebrochen, war schon wieder zurück im Basislager (5300 Meter), beteiligte sich dann an der Rettungsaktion indem er Medikamente nach oben brachte und erreichte Tage später erfolgreich selbst das Dach der Welt. Was für eine Leistung!

Was Göran Kropp heute macht? – Ein Blick ins Internet. Dann die traurige Erkenntnis. Er kam 2002 bei einem Kletterunfall ums Leben.

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FINIS

Die Leiter der beiden Expeditionen, die durch die dramatischen Umstände am Everest zu einer einzigen verschmolzen, Rob Hall und Scott Fischer kehrten nicht lebend zurück. Nur erfolgreiche Besteigungen waren der Maßstab für gute Organisatoren und damit Faktor für deren wirtschaftliches Überleben. Darüber hinaus fühlten sich beide für jeden Einzelnen verantwortlich. Diese Verantwortung und die Motivation, die Lebensträume ihrer Kunden zu erfüllen führten dazu, dass beide sich am Berg verausgabten, ihre Teams jederzeit im Auge behielten und in der aufziehenden Wetterkatastrophe nicht einen einzigen Bergkameraden zurücklassen wollten.

Zu warten und dabei sehenden Auges in den Tod zu gehen – das war ihr Schicksal.

Unvergessen ist das letzte Gespräch zwischen Rob Hall und seiner schwangeren Frau (via Funk zum Basislager und von dort über SatCom nach Neuseeland). Nicht nur der Berg war ihr Zeuge – jedes Funkgerät in der Umgebung flüsterte ihren Abschied in „Die eisigen Höhen“.

In besonderem Gedenken an:

Hier geht es weiter in der kleinen literarischen Sternwarte „AstroLibrium“. Aufs Matterhorn mit Reinhold Messner:

Mit einem Klick in die kleine literararische Sternwarte AstroLibrium

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