Die Borgia en Blog

Die Buchmesse hat gerade die Pforten geschlossen, da beginnen auch schon neue und umfangreiche Projekte an die Tür des Wohnzimmers zu klopfen. Unsere Interessen sind vielfältig und nicht nur auf Bücher richtet sich unser Fokus… allerdings ist immer die Literatur im Spiel, wenn wir den Blick auf einen neuen Schwerpunkt richten.

Schaltet man in diesen Tagen den Fernseher an und begibt sich auf öffentlich rechtliches Terrain, dann fällt dem geneigten Zuseher auf, dass am Montag, den 17. Oktober das ZDF mit der Ausstrahlung des Sechsteilers „Borgia“ begonnen hat. Außergewöhnlicher Senderhythmus (3 Folgen pro Woche) und großer Aufwand kennzeichnen diese Großproduktion rund um die spanische Renaissancefamilie Borgia, die zu ihrer Blütezeit ganz Europa einen einzigartigen Stempel aufgedrückt hat.

Ungewöhnlich am Ausstrahlungsrhythmus scheint zumindest, dass der Sender nicht mehr an die „alten Mehrteiler“ glaubt, die durchaus über mehrere Wochen verteilt gesendet werden konnten. Das Konsumverhalten soll sich wohl dramatisch geändert haben. Nun also in komprimierter und geballter Fassung…

Den Blick über den Tellerrand richtend fällt darüber hinaus ins Auge, dass bereits im November auf Pro7 der in gleichem Aufwand produzierte Neunteiler „The Borgia“ erscheint. Auch hier in neuem Format – der erste Borgia-Abend soll in einer Powerfassung von drei Stunden (inklusive Werbung) ausgestrahlt werden.

Zwei absolute Fernsehhighlights buhlen um die Gunst des Zuschauers. Beide mit hervorragenden Schauspielern besetzt und beide mit dem Anspruch, ganz nah an der historischen Realität dieser Dynastie zu liegen. Führt dieser Borgia-Boom zum historisch-filmischen Overkill oder findet er das Interesse der breiten Öffentlichkeit?

Und wie sieht es mit der historischen Genauigkeit aus?

Dieser Frage wollen wir uns widmen und flankieren diese Serienflut mit kritischen Betrachtungen auf der Basis unseres literarischen Hintergrundes.

Für die Begleitdokumentation auf dem ZDF (19.10.2011 um 22:25 Uhr) wurde der renommierte Borgia-Biograph Dr. Uwe Neumahr als wissenschaftlicher Berater gewonnen, der wirklich in der Lage ist, Fiktion von gesicherten Fakten zu trennen.

Sein Buch „Cesare Borgia“, erschienen im Casimir Katz Verlag, gilt als DIE Referenzgrundlage zum gesicherten Hintergrund der legendären Familie. Das Werk als Sachbuch zu bezeichnen wäre fatal. Weder staubt es, wenn man es öffnet, noch begibt man sich in einen ungewollten Studiengang mit erhobenem historischen Zeigefinger.

Nennen wir dieses Werk doch einfach einen HYBRID zwischen Sachbuch und Roman. Geschichtsfilet im Blätterteigmantel… ein geniales Rezept. Und eines, das tragfähig Wissen und Epochengefühl zu vermitteln vermag.

Nicht nur das ZDF kann sich glücklich schätzen, Dr. Uwe Neumahr an seiner Seite zu haben. Auch Literatwo ist stolz darauf, mit ihm gemeinsam durch die nächsten Wochen zu wandern und die Borgia auf beiden Sendern einer genauen Betrachtung zu unterziehen.

Und das Beste am gesamten Projekt. Zu den jeweiligen Artikeln könnt Ihr gerne Fragen an „unseren“ wissenschaftlichen Berater stellen. Dr. Neumahr ist gerne bereit, uns alle ein wenig mehr auf den aktuellen historischen Stand zu bringen. Nicht rein wissenschaftlich – hybrid eben – so wie sein Buch…

Bleibt gespannt… und solltet Ihr bereits Fragen haben… wir sind erreichbar!

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