HHhH – ein Lesesamstag

Seltsam mutet der Titel an:

„H H h H“ – Himmlers Hirn heißt Heydrich – ein außergewöhnlicher Roman mit tiefem historisch fundierten Hintergrund über den Aufstieg und Fall des „Schlächters von Prag“, Reinhard Heydrich.

Noch seltsamer ist, dass genau so auch der Titel der französischen Originalausgabe lautet – und das im Wissen um die Tatsache, dass der Konsonant H im Französischen sprachlich kaum vorhanden ist….

Wer das Buch also in Frankreich kaufen wollte, musste wohl sagen:

“ `immlers `irn `eißt `eydrich „

Die NS-Geschichte pointiert als Groteske. Wie ein Detektiv verfolgt Binet die vielen Spuren, die zu dem Attentat auf Reinhard Heydrich in Prag führen. Dabei hat er sich selbst beharrlich im Blick, reflektiert seine Recherchen und kommt in konzentrischen Kreisen immer wieder auf seine Rolle als Erzähler zurück. Er folgt der Frage, ob es überhaupt eine historische Wahrheit gibt, und wie man über sie schreiben kann. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt du Premier Roman.

Komisch oder? Ich lese mich jetzt ganz tief in den Rowohlt-Roman rein…

„Stilisierte Tropfen im Ozean der Wirklichkeit“ (Laurent Binet)

PS:

Der geneigte französische Literaturliebhaber würde das Buch übrigens „Le cerveau d‘Himmler s’appelle Heydrich“ nennen… das geht deutlich leichter über die Lippen und gefällt auch dem frankophilen deutschen Leser… oder?!

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