[Binea & Mr. Rail] Acht Minuten… im Gespräch mit Péter Farkas

Alles das entschädigte ihn aber nicht einmal annähernd
für seinen Verlust. 
Lesen war nämlich seine dritte Natur.

Und er war noch immer nicht so weit,
diesen dritten Teil seines Lebens

ohne das Gefühl eines herben
Verlustes zu verschmerzen.

Der Verlust der Lesefähigkeit
traf ihn wie eine überaus langsame,

tückische, aber unaufhaltsam
fort­schreitende Lähmung.

Das Sonnenlicht benötigt genau acht Minuten, bis es die Erde erreicht. Ein langer Weg. Genau acht Minuten würden wir in trügerischer Ruhe leben, wenn die Sonne bereits aufgehört hätte zu existieren. Acht Minuten der Ahnungslosigkeit würden uns bleiben, bevor die Dunkelheit alles Sein vernichtet. Acht Minuten in scheinbarer Helligkeit… Acht Minuten nur.

Péter Farkas erzählt in „Acht Minuten“ von einem dementen Ehepaar, dem genau diese acht Minuten bleiben, bevor sich der Mantel der Dunkelheit über einen langen gemeinsamen Lebensweg legt. Farkas zeichnet trotz Alter und Krankheit ein versöhnliches Bild von den letzten Momenten der Selbstbestimmung, beschreibt liebevoll die Augenblicke der letzten aufflammenden Erinnerungen der beiden Liebenden, denen nichts auf dieser Welt die Würde zu nehmen vermag und macht uns zu atemlosen Wegbegleitern der zunehmenden Verdunkelung.

Mit einem Klick zum Artikel auf dem Blog.Lovelybooks…

Den vollständigen Artikel könnt ihr auf dem Blog.Lovelybooks lesen. Es geht um ein besonderes Bild von Herlinde Koelbl, den Kampf gegen ein fremdbestimmtes Leben, ein sehr persönliches Bekenntnis von Raily, das intensive Gespräch mit Péter Farkas und einen kleinen Abschied….

Und letztlich geht es um Liebe und Würde…

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Holocaust-Gedenktag… Lili Jacob – ein Schicksal…

Heute vor 67 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Heute, am 27. Januar 2012 gedachte der Bundestag den Opfern des Holocaust und in einer bewegenden Rede hat der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki über seine Zeit im Warschauer Ghetto gesprochen. „So etwas vergisst kein Mensch“… gleichsam trauriger Ruf in die Vergangenheit und hoffnungsvoller Appell an die Zukunft.

Gedenktage sind wichtige Tage, zum „Nicht Vergessen“ gehört allerdings auch die Nachhaltigkeit. Wir versuchen, diesem Erinnern Kontinuität zu verleihen.

Eva Kozes Mor, Denys Avey, Ruta Sepetys und viele weitere Personen kommen auf Literatwo zu Wort und unsere Position ist klar formuliert. „Gegen das Vergessen“ – schreiben, Stellung beziehen und standhaft bleiben. Daran hängen unsere Herzen. Auch heute gedenken wir. Vielen Stimmen von Zeitzeugen haben wir ein eigenes Echo folgen lassen. Opfersicht… Die Täter schwiegen… Wohl, weil es so einfach war zu schweigen.

Es fehlt die Darstellung der grausamen Mechanismen aus Sicht der Täter – Hitler als Einzelverantwortlicher – niemand hat gewusst – und keiner war dabei – ein Bild das sich festzusetzen versucht, da die eigentlichen Akteure beharrlich geschwiegen haben. Dieses Schweigen wurde nur ein einziges Mal gebrochen… absichtslos und zufällig…

Es geschah im Mai 1944. Auch Eva Mozes Kor erreichte das KZ Auschwitz in diesem Monat, ihre Schwester Miriam war bei ihr. Dieser Transport war nur einer von unzähligen Deportationszügen, die an der Todesrampe ankamen.Von der ganzen Welt scheinbar unbemerkt und hinter einem Schleier des Schweigens verborgen erreichte auch Lili Jacob (18) das Todeslager.. vielleicht sind sich die Mädchen gar begegnet. Man weiß es nicht… es waren zu viele verschleppte Juden.

An diesem Tag jedoch geschah etwas unfassbares…

Mit den Photos, die im „Auschwitz Album“ veröffentlicht wurden, haben SS – Offiziere ungewollt das Schweigen gebrochen – sie haben zwar mit keinem Wort etwas ausgesagt, und doch mehr veröffentlicht als sie jemals zu beabsichtigen glaubten. Sie griffen an einem Tag im Mai 1944 in Auschwitz zu einem Photoapparat und dokumentierten den Ablauf der industrialisierten Massenvernichtung am Beispiel eines Transportes ungarischer Juden.

Die Umstände unter denen die Photos entstanden bleiben rätselhaft – einen offiziellen Auftrag kann es nicht gegeben haben, da gerade diese Bilder offiziell nie hätten entstehen dürfen.

Die berührenden Photos zeigen die Ankunft einer Gruppe von Juden, die aus einem kleinen nordkarpatischen Dorf gemeinsam mit 3500 weiteren Personen nach Auschwitz deportiert wurden. Unter den Häftlingen ist Lili Jacob, die mit ihrer gesamten Familie in den sicheren Untergang steuert.

Der Betrachter erlebt die Selektion an der Rampe des Lagers – sieht Menschen auf dem Weg in die tödlichen Gaskammern, erkennt verzweifelte Gesichter von Müttern und Vätern, die von ihren Kindern getrennt werden und erlebt die gewissenlosen Täter, die in unmenschlicher Weise das Räderwerk der Vernichtung in Gang halten.

Die 18jährige Lili Jacob wird als arbeitsfähig eingestuft und ebenfalls von ihren Lieben getrennt, über deren weiteres Schicksal sie nichts genaues in Erfahrung bringen kann. Im Zuge der Befreiung der Konzentrationslager durch alliierte Truppen im Jahr 1945 wurde auch Lilli, mehr tot als lebendig, gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort fand sie zufällig ein Album mit genau den Bildern ihrer Ankunft im KZ Auschwitz. Bis 1980 verwahrte Jacob das Album bei sich daheim, ehe sie es der Gedenkstätte Yad Vashem übergab. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ihr gelungen, vielen Menschen ihres Transportes von damals wieder Namen zuzuordnen – auch allen Toten ihrer eigenen Familie.

Yad Vashem stellte gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten weitere Nachforschungen an und erreichte zumindest eines: Viele der Opfer konnten identifiziert werden und bekamen wenigstens ihre Identität  zurück.

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Lili Jacob... den Opfern einen Namen geben... ihre Lebenswerk!

Was lernt man selbst aus der Geschichte und wie viel trägt dieses Buch dazu bei, sich zu positionieren?

Als Vater schwört man sich für Tochter und Sohn,  sich niemals – egal wie gefährlich die  Situation auch sein mag – freiwillig voneinander trennen zu lassen, sondern zu der Verantwortung zu stehen, die man Zeit seines Lebens trägt. Beruflich lernt man nie wegzuschauen, sondern zu agieren und zu verhindern – nie zuzuschauen – sondern aktiv zu handeln – Zivilcourage und Berufsethos in den Vordergrund zu stellen – und dies unter Akzeptanz aller Konsequenzen. Als Angehöriger lernt man, den Großeltern Gehör zu schenken. Sie waren selbst noch Zeitzeugen und tragen eigene Geschichten in sich – nicht verarbeitet und vielleicht nie erzählt. Die von ihnen ausgelösten Gedankenketten sollte man zulassen…

Und schließlich lernt man als Leser, diese Themen zu ehren und ihnen vielleicht doch einmal für ein paar Tage im Jahr Raum zu geben. Zu lesen, zu denken, zu fühlen und darüber zu schreiben… Gegen das Vergessen…

Eva Mozes Kor, Denys Avey und Lili Jacob - Stimmen bei Literatwo...

Benjamin Stein „REPLAY“ – wir spulen mal vor und zurück…

Replay liegt vor uns. Benjamin Stein hat es geschrieben. Es ist nicht unser erstes Buch aus seiner Feder, es ist nicht unsere erste Begegnung mit unserem „STEIN der Weisen“, es ist nicht unsere erstes Mal. Die Leinwand führte uns einst zusammen, verband uns durch ein Buch der vielen Lesewege und gipfelte in einem magischen Interview am Karfreitag 2010.

Benjamin Stein hat unser gemeinsames Lesen geprägt, wie kaum ein anderer Autor. Über kein anderes Buch haben wir so kontrovers und doch so liebevoll kritisch gesprochen. Und nun liegt Replay vor uns. Wir wissen, auf was wir uns einlassen. Wir drücken den blibliophilen Reset-Knopf in unseren Hirnen und begeben uns auf literarisches Neuland.

Replay… Literatwo spult mal vor und zurück… aber ganz langsam…

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Totalitäre Systeme kennzeichnen sich dadurch, dass sie Informationen beschaffen müssen und das perfide Wunderwerk Macht funktioniert durch Überwachung und die Transparenz der Untertanen. Musterbeispiel: George Orwell – Überwachungskameras bis zum Erbrechen und jede Bewegung wird von Staatsorganen überwacht. Musterbeispiele: Geheime Staatspolizei und STASI. Der totalitäre Staat glänzt durch Abhören und ausspionieren. Niemand kann sich dem entziehen.

Würden wir uns freiwillig in eine Diktatur des Geistes begeben und wer würde gegen diese Entwicklung ankämpfen, wenn es so wäre? Sind wir auf dem Weg, uns selbst transparent zu machen und ist es uns dabei vollkommen egal, welcher „Apparat“ im Hintergrund unser Leben ausspioniert?

Benjamin Stein beantwortet diese Frage mit JA – wir begeben uns freiwillig in die Welten des Internets, geben freiwillig Foren wie Facebook unser Geheimstes Preis, sei es öffentlich oder in Chatforen. Wir schreiben freiwillig Mails und transferieren unser Geld online. Und was interessiert uns, welcher Anbieter im Hintergrund sitzt und die Daten auswertet? Wir vertrauen auf das Gute im Menschen.

Diktatoren von einst würden sich die Finger lecken nach einem solchen Volk. Unternehmen von heute mutieren zu Monopolisten und drohen Machtstellungen zu erreichen, die man sich vielleicht im Moment nicht so recht vorstellen kann.

Benjamin Stein visioniert weiter. Er überwindet als Chefentwickler eines Kommunikationsgiganten die Hardware eines Smartphones und erfindet einen Chip. Dieser wird dem Kunden eingepflanzt und leistet Erstaunliches. Sämtliche Features moderner Kommunikation funktionieren durch gedankliche Konzentration. Die Realität verändert sich, indem man vollkommen unabhängig von Geräten Filme anschauen kann, Musik hören und seine täglichen Geschäfte abwickelt. Und das Größte daran – auch das eigene Gedächtnis kann man zurückspulen bis zu dem Punkt, der besonders schön war. So lässt sich der Protagonist des Romans jeden Morgen von seinem schönsten sexuellen Erlebnis wecken. Was für ein Start in den Tag.

Niemand muss den Chip besitzen – es ist freiwillig, aber die Lust und die Begierde des Menschen machen dieses neue Medium bald zum Weltstandard. Nichts geht mehr ohne ihn – Fahrzeuge lassen sich nur starten, wenn man ihn besitzt, der öffentliche Nahverkehr kann nur von Gechipten genutzt werden, Bankgeschäfte und das gesamte Leben werden gedanklich abgewickelt. Natürlich mit einem Großkonzern in der Hinterhand.

Wer ist Herr der Gedanken, wer ist Herr der Gefühle und welche Bilder sehe ich, weil ich sie mir ausgesucht habe oder werden sie mir vorgegeben? Wo endet und wo beginnt die Diktatur des Geistes, in die sich die Menschheit freiwillig begibt? Unser Protagonist erwacht eines Morgens mit den schönsten Gefühlen an eine aufregende Nacht – nur – was schaut unter seiner Bettdecke heraus? Ein Huf… was soll das und kann es wirklich sein eigener ehemaliger Fuß sein?

Alles halb so schlimm, wäre er nicht selbst der Erfinder des Chips… Er müsste es doch wissen.

Stein orwellt sich durch die selbst gewählte Zukunft des Menschen. Nicht absurd, nein, greifbar ist das Bild das er erzeugt. Dabei erzeugt er ein Bild, das ihm selbst fremd sein muss. Dreidimensionale Welten für Menschen, denen das Stereosehen nicht gegeben ist. Hier kokettiert Stein mit seinem eigenen Schicksal und schreibt sich selbst in eine Zukunft der Weitsicht. Ob diese neue Dimension das Opfer der Selbstaufgabe wert ist? Ob diese Zukunft nicht besser mit verschlossenen Augen zu ertragen wäre? Dies beantworten wir selbst beim Lesen von Replay.

Apple und Facebook sind nur die Paten solcher Visionen – Benjamin Stein ist ihr Vater. Er ist streng und verlangt viel. Wer ihm folgen will, sollte sich auf eine Reise in eine denkbare Zukunft vorbereiten und weiterdenken…

Ganz für sich… oder gemeinsam – so wie Literatwo…

Mit einem Klick zur literatwoischen Empfehlung: REPLAY

„Flucht“ mit Cassia & Ky

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„Als hätten die Vögel deinen Namen in den Himmel geschrieben.“

Dieses magische Zitat aus Ally Condies „Die Auswahl“ beendete im letzten Jahr unsere gemeinsame Rezension auf Literatwo. Dieser Satz war allerdings nicht das Ende aller Hoffnungen auf eine baldige Fortsetzung eines Buches, das wir zu unserem Gewinner des Lesejahres 2011 gekürt haben. Und dies aus bestem Grund und mit den guten Füllern unterschrieben.

Bestimmung, Liebe und der Beginn eines fast aussichtslosen Kampfes gegen ein allmächtiges System – diese Faktoren haben uns zu Weggefährten von Cassia werden lassen. In einer Gesellschaft der Zukunft wird sie „gepaart“ – eine von der Regierung arrangierte Partnerschaft soll ihren zukünftigen Lebensweg bestimmen. Dabei kann sie nicht klagen, fällt die Wahl doch ausgerechnet auf ihren besten Freund Xander. Keine unliebsamen Überraschungen und das System wird wohl wissen, was es tut. Diese Form von Ehevermittlung dient dem Überleben der Gesellschaft und die Partner sind nach Veranlagung, Erbmaterial und weiteren Parametern ausgewählt. Das System irrt nicht. Niemals…

Allerdings muss Cassia schon bald feststellen, dass etwas nicht passt. Die offizielle Ankündigung des Systems zeigt mitnichten ihren Freund Xander. Sie sieht für einen kurzen Moment ein anderes Gesicht… kein unbekanntes. Ihre Gedanken beginnen zu fliegen. Kann es sein, dass es einen anderen Mann gibt, der besser zu ihr passt? Kann es sein, dass Xander nicht für sie bestimmt ist? Das Geheimnisvolle beginnt Cassia in seinen Bann zu ziehen.

Freundschaft und Liebe passen nicht zusammen – diese Erkenntnis gräbt sich ebenfalls in ihrem Herzen ein, da es ihr nicht gelingt, mehr für Xander zu empfinden. Dieses Mehr, das ein Leben an der Seite eines Mannes erträglich macht. Cassia begibt sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Gesicht ihrer Bestimmung.

Als sie Ky zum ersten Mal bewusst begegnet ist sie fasziniert und eine unbekannte Sehnsucht ergreift Besitz von ihrer Phantasie. Ky wird das Mehr in ihrem Leben. Aber diese Partnerschaft ist nicht im Sinne des Systems. Ky steht außerhalb der Gesellschaft – geächtet, weil seine Familie nicht untertänig genug war. Keine gute Grundlage für ein gemeinsames Leben. Die Nagelprobe beginnt, als Ky in die Provinzen geschickt wird, um dort die Grenzen des Systems gegen Feinde zu verteidigen

„Als hätten die Vögel deinen Namen in den Himmel geschrieben.“

Seine liebevollen Worte gehören Cassia – seine letzten Gedanken vor der Abreise gelten ihr. Kann sich eine Bestimmung erfüllen? Oder werden beide zum Opfer des Systems? Diese Fragen liegen vor uns, seit wir „Die Auswahl“ geschlossen haben….

Nun geht die Reise weiter. Die Flucht ist gerade angekommen und lebhaft sehen wir den Inhalt des ersten Teils vor unseren Augen. Zu tief hat sich die Geschichte eingebrannt, zu emotional war die Beziehung zwischen Cassia und Ky und zu bohrend waren all die Fragen, auf die wir Antworten suchen.

Die Flucht – der Name scheint Programm. Cassia durchstößt die Kugel, die sie scheinbar behütet, aber auch gefangen hält und ihr Schrei nach Freiheit und Selbstbestimmung gipfelt in dem Wunsch, Ky zu finden. Ihr Weg führt sie in die entlegenen Provinzen des Systems. Feinde bekämpfen… wozu sollte Ky das tun? Und von welchen Feinden ist hier die Rede? Wer kann ernsthaft daran denken, dass ein solch menschenfreundliches System noch Feinde hat? Fragen, die Cassia nicht mehr loslassen.

Und trotzdem kommt sie zu spät…denn auch Ky ist auf der Flucht…

„Als hätten die Vögel deinen Namen in den Himmel geschrieben.“

Vielleicht wird der Himmel ihnen den Weg weisen – vielleicht wird die Bestimmung sie wieder vereinen und vielleicht gelingt es ihnen, gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Literatwo hat gepackt. In die Provinzen werden wir reisen – nur mit leichtem Gepäck… wir halten Ausschau nach Worten am Himmel und als Wegweiser dient uns „Die Flucht“ von Ally Condy…. Ab dem 20. Januar könnt ihr uns begleiten, der Weg ist gefährlich, die Feinde sind unbekannt und wir wagen den großen Schritt auf den Spuren von Cassia und Ky….

Wir erzählen euch von unserer Reise, wenn wir unseren Weg nach Hause wiederfinden… Wenn… Es liegt ein langer erwartungsvoller Weg vor uns und wir wissen bereits jetzt, dass er nicht mit „Der Flucht“ enden wird. Jetzt aber los…

HHhH – Ein Buchtitel?!

Himmlers Hirn heißt Heydrich_Laurent Binet_Literatwo

Außergewöhnlich – bereits das Cover zieht unsere Blicke an.
Außergewöhnlich – auch der Titel mit seinen vier Buchstaben, drei große und ein kleiner.
Außergewöhnlich – auch sein Inhalt, denn der Autor schreibt sein Buch, während der Leser es liest.
Außergewöhnlich – und doch so bekannt ist der Inhalt seines Werkes.

HHhH

Ein Buchtitel bestehend aus vier gleichen Konsonanten? Richtig gelesen. HHhH… Himmlers Hirn heißt Heydrich, ein geflügeltes Wort der französischen Resistance wird hier zum programmatischen Aufmacher. Ungewöhnlich der Titel, ungewöhnlich das Buch – in jeder Beziehung.

Der Roman ist in Frankreich erschienen und dies ist allein schon deshalb eine Bemerkung wert, da der Franzose sprachlich den Buchstaben H nicht beherrscht. Wie mag es sich angehört haben, wenn in einer kleinen französischen Huchhandlung nach diesem Roman gefragt wurde? Denn diese vier Buchstaben prangten auf der Originalausgabe, ist der deutsche Spottspruch doch im Französischen ebenso bekannt und  eingänglich, wie sämtliche Anglizismen in unserer Sprache.

Der historische Plot ist wohl schnell erzählt.

Reinhard Heydrich, rassenideologischer Vordenker und Initiator aller technischen Fragen der „Endlösung“, Erfinder der Verfahrensweise eines realisierbaren „Genozids“ an der jüdischen Bevölkerung Europas wird im Jahre 1942 in Prag auf offener Straße erschossen. Die Attentäter rekrutieren sich aus der Gruppe nach England emigrierter Exiltschechen, die einzig zum Zweck des Widerstands ihr Heimatland infiltrieren.

Schnell erzähltein Fallschirmabsprung in der Gegend von Prag, Unterschlupf in Prag, Auskundschaften der Routinewege des Platzhalters des großen Diktators und „Rums“ – Attentat… Die Operation Anthropoid ist erfüllt und das dramatische Ende der „Terroristen“. Alles bekannt, keine Frage bleibt offen. Das ganze wurde beschrieben, vertont und verfilmt. Also – ein Buch von vielen zu einem bekannten Thema….

Dachten wir… und damit lagen wir falsch… so falsch…

Was der Autor Laurent Binet mit diesem Roman vorlegt ist wohl eines der absolut ungewöhnlichsten Bücher, das in den letzten Jahren den Weg zu uns gefunden hat. Ein Buch im Buch, da er in vielen eingeschobenen und verwobenen Kapiteln nicht nur den Handlungsfaden spinnt, sondern auch die Entstehung des Romans in äußerst skurriler Art und Weise in das gesamte Geflecht mit einwebt. Er beantwortet sich selbst die Frage, warum dieses Buch überhaupt geschrieben wird, er erliegt Täuschungen und Fehlinterpretationen, die er selbst im Fortlauf der Geschichte einräumt und korrigiert und er vergleicht sein Schaffen mit all Jenen, die sich diesem Thema zuvor genähert haben. Sensationell. Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell und Vaterland von Robert Harris begegnen uns auf der Suche nach der Wahrheit, verzerren diese, unterstreichen sie und lassen uns dann doch wieder mit Binet alleine. Die Bücher reden miteinander…. Wie immer…

Binea hat während des gemeinsamen Verfassens dieser Rezension ein passendes Bild für diese literarisch außergewöhnliche und teilweise etwas groteske Vorgehensweise formuliert:

„Sagenhaft was Laurent Binet mit mir macht… wie bei einem Fußballspiel, welches man kennt und in der Wiederholung sieht, geht er mit meinem Empfinden um. Ich kenne das Ziel, kenne den Tatverlauf und doch ist die Spannung vorhanden, aber er möchte nicht schnell zum Ziel kommen, spielt den Wortball in den Rückraum, dann ein Stück nach vorne, wechselt über die komplette Wortseite um etwas Lesezeit heraus zu holen, passt dann wieder nach vorne, beschleunigt ungemein, um dann kurz vor dem finalen Tor doch noch kurz zu stoppen, damit sich der Leser bereit machen kann für das was kommt…

Das tut Laurent Binet nicht nur für den Leser, sondern auch für sich… ein Gleichtakt… bei dem keiner den Schlusspfiff möchte…

Einerseits begleiten wir in einer top-geheimen Kommandoaktion die tschechischem Attentäter, erfahren Hintergründe aus ihrem Leben, als würden sie uns Rechenschaft ablegen – andererseits sitzen wir neben dem Schriftsteller und erleben sozusagen live, an welchem Tag und wo er diese tiefe Erkenntnis erlangte. Wir werden zum Teil des Rechercheteams und auch Teil der Geschichte. Und dabei lässt uns der Autor allen Spielraum, selbst zu denken, selbst Schlüsse zu ziehen und räumt dabei ein, auch nicht immer den 100%ig richtigen Weg gefunden zu haben. Geschichte wird lebendig und das Prag zweier unterschiedlicher Perioden erwacht vor unseren Augen. Litertwo blickt tief…

Zeitgeschichte zum Anfassen – eine Geschichte der Zeit – es wurde Zeit für diese Geschichte.

Heydrich hallt nach. Das Attentat verblasst in der Weltgeschichte, als hätte es nie stattgefunden. Der Technokrat der Massenernichtung hat über seinen Tod hinaus den Maßstab der Vernichtung definiert. Zuletzt mussten wir feststellen, dass sein Name sogar 1944, also zwei Jahre nach seinem Tod, im KZ Auschwitz bei zwei 10jährigen Zwillingsschwestern das Synonym für Tod, Leid und Verlust der gesamten Familie bedeutete. Sie gerieten dort an den Arzt Josef Mengele, dessen Taten erst durch den Vordenker Heydrich ermöglicht wurden.

Heydrich und Mengele… zwei Namen – nur zwei Namen… unter dem Dach des Nationalsozialismus allerdings skrupellose Henker der Neuzeit.

Ein Lesesamstag zu diesem Buch ist tiefschürfend.

Literatwo empfiehlt….

Die Kunst des Vergebens… Eva Mozes Kor…

Ich habe mir ganz persönlich auf die Fahne geschrieben, neben den bunten Büchern der guten Unterhaltung auch jene Werke ins Licht des Betrachters zu rücken, deren Themen aus einer ganz besonders dunklen und dramatischen Welt zu stammen scheinen. Gegen das Vergessen lautet die Überschrift einer ganzen Artikelserie zu diesem Themenbereich.

Verfolgung aus religiösen, ethnischen oder anderen Gründen, Genozid, Vertreibung und Deportation beschäftigen mich in hohem Maße. Besonders dann, wenn es sich in diesen Büchern um die Erlebnisse von Kindern oder Jugendlichen handelt.

Lernen können wir aus der Vergangenheit. Erste Zeichen von Fehlentwicklungen richtig deuten und im Schulterschluss mit den Opfern von einst dafür Sorge tragen, das wir den Tätern von heute mit aller Gegenwehr begegnen, die uns zur Verfügung steht. Jedes einzelne Buch über diese Themen ist ein lauter Appell an unsere Zivilcourage – ein Schrei nach Gerechtigkeit aus längst vergangener Zeit.

Verbunden sind diese Bücher meist sehr eindringlich durch ein Zeichen für den völligen Verlust von Freiheit und Identität. Stacheldraht – Synonym für „Wegsperren“, „Absondern“ und „Entsetzen“.

„Und in mir der unbesiegbare Sommer“ war eine der besonderen Entdeckungen des letzten Jahres – Deportation im kommunistischen Regime – Vertreibung aus der Sicht eines jungen Mädchens. Und eine Geschichte von Hoffnung – einer Fähigkeit, die der Mensch auch im Angesicht des Todes nicht zu verlieren scheint.

„Der Mann der ins KZ einbrach“ zeigte für uns deutlich, was eine Stiftung gegen das Vergessen, wie die SHOA-Foundation, auch in der heutigen Zeit noch zu bewegen vermag: Lebenskreise zu schließen und Lebensfragen zu beantworten.  Auch 65 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges sind so viele Fragen unbeantwortet und so viele Schicksale ungeklärt.

Dieses schwierige Thema wird mich nicht mehr loslassen und dies ist der beste Platz, Stoppschilder aufzustellen um eine Wiederholung der grausamen Geschichte zu verhindern. Hier findet ihr die leidenschaftlichen Plädoyers gegen die Sinnlosigkeit der ideologischen Diskriminierung.

Und wieder stehen wir vor einem jener Zäune aus Stacheldraht. Auschwitz. Außenlager Birkenau. Eines der Vernichtungslager des NAZI-Regimes, in dem ungezählte Lebenswege einfach ausgelöscht wurden. Wieder stehen wir vor jenem Stacheldraht, der das Leben der Betroffenen mit einem radikalen Schnitt in den tödlichen Mahlstrom der Zermürbung und Auslöschung zieht. Vernichtungslager… Vergasung, Krematorium, Todeslager und eine weitere Facette des Grauens. Ein Todesengel namens Josef Mengele. Ein Arzt.

Er wartet an der Rampe. Er wartet auf die Zugladungen der Deportierten. Er wartet, um Entscheidungen zu treffen, Gruppen einzuteilen und zu selektieren. Mengele schickt Menschen jeden Alters ohne Umweg in die Fabrikanlagen des Todes – Gaskammern und Krematorien. Arbeitsfähige schickt er ins Lager – mit dem einzigen Ziel: Tod durch Arbeit und Auszehrung. Und er wartet gierig weiter.

Auf Zwillinge! Die seltenen Versuchsopfer für seine medizinischen Experimente. Zwillingskinder… Er wartet.

Dann erreicht er schließlich sein Ziel. Der Zug aus dem rumänischen Siebenbürgen und aus Ungarn. Beladen mit tausenden Juden – eingepfercht in Viehwaggons und unwissend, dass sie gerade die Endstation ihrer Reise erreicht haben. Die meisten von ihnen nur Minuten entfernt vom Tod.

Unter ihnen: Zwillinge. Eva und Miriam Mozes, eineiig, gleich angezogen und 10 Jahre alt. Innerhalb weniger Minuten werden sie von Vater, Mutter und Geschwistern getrennt. Innerhalb von Minuten werden sie zu Waisenkindern und innerhalb von wenigen Minuten werden sie ausgewählt: vom Todesengel von Auschwitz… Eine Kindheit endet – das Leiden beginnt…

Niemand hätte davon erzählen dürfen. Keine Zeugen – das war das Ziel für die bestialische Vorgehensweise von „Dr.“ Mengele. Seine Versuche an Zwillingen sollten die Nazi-Ideologie weiter bringen. Perfektes arisches Leben wollte er züchten, neue Medikamente testen und dafür brauchte er das perfekte Vergleichsgut. Zwillinge. Die Torturen rauben den Mädchen alle Kräfte. Tage schleppen sich dahin – Blutproben und Injektionen – immer wiederkehrend… Laborzwillinge… Niemand hätte das überleben dürfen.

Eva und Miriam Mozes haben das Grauen überlebt. Miriam schwer geschädigt von Laborversuchen – Nieren, die das Wachstum verweigerten. Beide ausgezehrt und scheinbar gebrochen, heimatlos, krank gemacht  und ohne Familie. Die Befreiung des Konzentrationslagers wirft die Mädchen in ein Leben zurück, das sie nicht mehr wiedererkennen. Miriam stirbt 1993 an den Folgen der Experimente. Eva Mozes Kor schreibt gegen das Vergessen, reist, klärt auf und erzählt uns die Geschichte von zwei jungen Mädchen im KZ Auschwitz. Ihr aktuelles Buch „Ich habe den Todesengel überlebt“ erscheint am 09. Januar 2012 bei cbj.

Eva Mozes Kor hat dabei eine klare Botschaft: „Nicht vergessen und dabei doch vergeben können.“ Diese tiefe Botschaft ist ihr Lebenswerk – geboren in einem Todeslager und der Geburtshelfer war der Todesengel persönlich!

Eva Mozes Kor – ein Zeichen der Vergebung….

Eva Mozes Kor erzählt und der Jugendbuchautorin Lisa Rojany Bucceri gelingt es, die Erlebnisse von einst in eine Geschichte zu formen, die nicht nur durch ihren Inhalt trägt. Wohl strukturiert und erfreulich leicht verständlich, bildhaft und emotional in der trotzdem fühlbaren Brutalität der Ereignisse, spricht sie eine eigene Sprache. Auch jugendliche Leser können jeden Schritt erfühlen und in einem hilfreichen Glossar am Ende des Buches Erklärungen für Begriffe des jüdischen Glaubens und der NAZI-Sprache finden.

Man sollte dieser Botschaft lauschen. Die Kunst des Vergebens ist eine hohe Kunst. Nicht jeder Betroffene beherrscht sie. Eva Mozes Kor hat aus der Vergebung eigene Kraft geschöpft. Sie hat ein kleines Museum gegründet, bereist die Welt und erzählt jedem, der ihr zuhören möchte. Ihre Stimme ist gewaltig. Sie überwindet die Zeit und in ihren Erzählungen sorgt sie dafür, dass so manches Sterben nicht sinnlos war.  Miriam lebt weiter durch sie… ein großer Verdienst dieses Buches.

Ebenso groß, wie die Tatsache, dass wir Leser an keiner Stelle der Geschichte einen erhobenen Zeigefinger empfinden – Eva nimmt die heutige Generation in die Pflicht – eine Schuld schreibt sie ihr nicht zu.

(li) Eva Mozes Kor vor einem Bild, das sie und Miriam zeigt…

Wir berichten weiter – ich bleibe dran an diesen besonderen Geschichten. Zum Beispiel wird über Solly Ganor zu schreiben sein, der das KZ Dachau überlebte und mehrere Jahrzehnte keine Worte für das Grauen fand. Nur im Schlaf sprach er sich seine Albträume von der Seele. Und von Lili Jacob wird berichtet. Ebenfalls nach Auschwitz deportiert und dort von den Siegern des Krieges befreit fand sie ein Fotoalbum, das etwas zeigt, was niemals hätte dokumentiert werden dürfen. Die Ankunft ihres Transportes und die Selektion an der Rampe. Letzte Aufnahmen von ihrer Familie… Und ich werde über Waldtraud Lewin schreiben, die mit ihrem Werk „Die Juden – Geschichte und Geschichten“ im Jahr 2012 eine mehrteilige Reihe beginnt. Ich bin sehr gespannt.

Bleibt auch bei diesem Thema treu… Weitere Artikel „Gegen das Vergessen

Update April 2015 nachdem ich Eva Mozes Kor persönlich kennenlernen durfte:

Eva Mozes Kor und Reiner Engelmann – Vergebung ist kein Freispruch

Eva Mozes Kor und Reiner Engelmann – Vergebung ist kein Freispruch

Kein anderer Name ist in den letzten Tagen so häufig medial vertreten, wenn es um das Gedenken an die Opfer des Holocaust geht. Kein anderer Name steht so sehr im Fokus, wenn es um die Begleitung des wohl letzten großen „Auschwitz-Prozesses“ gegen einen der letzten noch lebenden Täter geht. Keine andere Frau wird, angesichts ihrer Gesten und Aussagen zur eigenen Verarbeitung des Grauens, in aller Öffentlichkeit gerade so argwöhnisch betrachtet. Niemand zeigt in diesen Tagen mehr menschliche Größe als sie: EVA MOZES KOR

Kann Ursula Poznanski mit Saeculum Erebos übertreffen?

Saeculum -

Saeculum – U. Poznanski

Erebos hat uns vor einem Jahr komplett überzeugt. Mr. Rail und ich haben das Spiel mitgespielt und wir konnten Erebos einfach nicht entkommen.

Wir waren gefangen, wir konnten das Buch kaum aus der Hand legen, wir mussten immer wieder darüber reden.

Wir haben uns komplett in Frau Poznanskis Hände begeben und waren durch ihre Wortgewalt und die wahnsinnige Spannung machtlos, wir konnten nicht entkommen.

Wir haben das Buch beide besprochen und haben damit weitere Buchliebhaber mit dem Spielvirus infiziert.

Der Virus ist immer noch ansteckend, also Vorsicht!

Mr. Rail setzt mit seinen Worten die Nadel an, durch die Erebos in den Blutkreislauf gelangt und meine Worte intensivieren die Blutverteilung und wirken hochgradig ansteckend. 

Mit großen Erwartungen haben wir uns ins Rollenspiel Saeculum begeben. Ein weiteres Spiel, diesmal ohne PC, sondern in der freien Natur. Hätte es Erebos nicht für uns gegeben, wäre unsere Messlatte nicht so hoch gewesen. Die Höhe von Erebos hat Ursula Poznanskis nicht mehr übersprungen. Warum das Buch aber immer noch deutlich höher springt als bei anderen Autoren, könnt ihr in unseren Rezensionen lesen. Entscheidet selbst, ob ihr an diesem Spiel teilnehmt und euch in den Wald begebt oder lieber in der städtischen Sicherheit bleibt.

Saeculum – so heißt der neue Roman der Erebos Autorin Ursula Poznanski. Ganz in schwarz-weiß gehalten, weckt das Buch absolute Neugier und Vorfreude auf den Inhalt. Die Äste ranken sich bereits auf dem Cover und greifen nach dem Leser. Die Hände des Waldes strecken sich weit aus, um Leser und Protagonisten zu umfassen.

Saeculum bedeutet Jahrhundert. Wir leben im 21. Jahrhundert, doch die Mitspieler des Live-Rollenspiels namens Saeculum versetzen sich ins 14. Jahrhundert, ins Mittelalter zurück. Das Rollenspiel ist beliebt im Kreis der jugendlichen Mittelalterfans und bald soll wieder ein neues beginnen. Das Organisationsteam hat bereits schon einen geheimen Ort ausgesucht, denn ganz legal ist dieses Spiel nicht, in dem die Mitspieler fünf Tage lang unterwegs sind, ohne Gegenstände aus der heutigen Zeit.

Saeculum – Bastian weiß bisher noch nichts von diesem Spiel. Er ist zum ersten Mal mit auf dem Mittelaltermarkt in Köln. Wegen Sandra ist er da, denn sie hat es geschafft, den Medizinstudenten von seinem Schreibtisch zu entführen. Bastian war zuvor noch nie auf so einem Markt und blickt sich skeptisch, aber interessiert um. Sandras Freunde, sind ihm leicht suspekt. Iris hat eine kunterbunte Frisur und ist zurückhaltend,  Lisbeth ist wunderschön, hat aber ständig ihren Freund Georg neben sich, der jeden Schritt von ihr beobachtet, und Paul ist stark, wie er in einem Schaukampf beweist, aber nicht richtig einzuordnen. Doro ist eine Wahrsagerin und scheint die Zukunft voraus sehen zu können, jeder hat etwas Seltsames an sich. Einzig sympathisch scheinen Warze und Steinchen zu sein, mit denen er gleich ins Gespräch kommt.

Saeculum – ein neues Abenteuer wird beginnen und Sandra möchte unbedingt, dass Bastian dabei ist. Etwas Abwechslung würde ihm sicherlich gut tun und sie hätte ihn gern bei sich, denn sie würde sich durch ihn sicherer fühlen. Da er Sandra mag, kann er ihren Wunsch kaum ausschlagen und erklärt sich sofort bereit dabei zu sein. Seine mittelalterliche Ausstattung kauft er sich prompt und seine Vorfreude auf die Natur beginnt zu steigen. Über Pfingsten findet das Rollenspiel statt und Bastian legt freiwillig seine Unilektüre beiseite. Ein merkwürdiger warnender Anruf erreicht ihn kurz vor der Abfahrt und auch sein Vater, der ihn immer nur aufsucht, wenn er ihn zum Vorzeigen irgendwo braucht, erscheint plötzlich. Doch Bastian hat die Nase gestrichen voll von seinem Vater und weist ihn ab.

Saeculum – es geht los, der Zug setzt sich in Bewegung und fünf Tage brechen an. Fünf Tage mit seinen neuen Freunden im Mittelalter. Fünf Tage Natur, Freiheit und Abenteuer. Doch bereits am Zielort wird Bastian mit Unerwartetem konfrontiert und der komplette erste Tag entwickelt sich vollkommen anders, als er es sich, genau wie scheinbar alle anderen auch, vorgestellt hatte. Ein Mitspieler verschwindet und eine Botschaft taucht auf, die nicht aussichtsreich klingt.

Mein Fazit:

Saeculum – ein wahrlich packender Roman, der in eine vergangene Zeit führt, finde ich. Anfangs heißt es, den Überblick nicht verlieren, denn Frau Poznanski bringt jede Menge Namen und Charaktere auf den ersten Seiten sprichwörtlich ins Spiel. Rasend schnell plustert sich der Roman auf, es gilt ein breites Faktenspektrum im Auge zu behalten. Aufmerksamkeit muss die ganze Zeit beim Lesen bewahrt werden, denn die Ereignisse überschlagen sich und jeder der Mitspielenden muss genau analysiert werden. Ein packendes Rennen gegen die Zeit beginnt und der Spannungsbogen wird immer straffer gespannt. Ursula Poznanski greift in ihrem neuen Thriller vor allem die Themen Freundschaft und Zusammenhalt auf. Als Leser ist man mittendrin im Geschehen und muss selbst die Nerven bewahren und fragt sich, wie weit man für andere gehen und wie man selbst in solchen Situationen entscheiden würde.

Saeculum – ein mehr als lesenswerter Jugendthriller mit gut konstruiertem Plot, geheimnisvollen Charakteren, bei denen jeder Leser selbst den Tiefgang suchen muss und dem ein Entkommen zwischen den Seiten kaum möglich ist.

Railys Fazit:

Meisterlicher Spannungsaufbau, flüssiger Schreibstil und die grandiose Verkettung von Handlungsgeflechten kennzeichnen diesen spannungsgeladenen Roman, findet Mr. Rail. Die Szenerie ist bildhaft und packend gewählt und ich werde nie wieder einen Mittelaltermarkt betreten können, ohne an Saeculum zu denken. Ich werde nie wieder meine Brille aufsetzen, ohne darüber nachzudenken, dass ihr Verlust auch der Verlust meiner Orientierung sein könnte – und sei es nur in einem Rollenspiel, in dem ich sie nicht tragen dürfte. All dies hat mich begeistert.

Im Vergleich zu Erebos hatte ich jedoch auch so meine Probleme mit der Plausibilität des Plots. Während in Erebos jeder Teilnehmer am „Spiel“ in einzigartiger Art und Weise in das Spiel aufgesogen wurde, kann ich in Saeculum nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet eine junge Frau an einem solchen Rollenspiel teilnehmen sollte, deren reales Leben durch Flucht und Angst gekennzeichnet ist. Abwechslung vom Alltag und Abenteuerlust als Motivation -ok – das glaube ich gerne. Aber jemand, der auf der Straße lebt, wird wohl kaum freiwillig in den Wald gehen, um das Erlebnis des Schlafens in der freien Natur mit anderen zu teilen.

Bei der Vielzahl der Charaktere, die zudem blasser ausgefallen sind, als diejenigen in Erebos, hat die Autorin an einer für mich entscheidenden Weggabelung ihres Romans eine Person schlicht und ergreifend vergessen – ihre weitere Zukunft im Buch wurde für mich danach nur noch zum Rätsel. Erebos ist Maßstab und Weltrekordhöhe – Saeculum ist hoch genug für die Bestsellerlisten, sehr hoch, hat aber  nicht das erhoffte Erebosformat.

  Saeculum

 Broschiert – 496 Seiten

 14,95€

 Loewe Verlag

Tote Mädchen lügen nicht…

Literarisches Teamwork … Buch- und Hörbuchbesprechung von Literatwo

Wir können nichts verändern, was wir jemals angerichtet haben. Unbedachte Verletzungen und gezielte Schmährufe kommen oft leicht von den Lippen, besonders wenn man sich in einer Gruppe versteckt. Die Folgen sind oftmals fatal. Unkalkulierbar. Binea und ich haben uns diesem Thema schon mehrfach gewidmet. Diesmal begeben wir uns gleichzeitig in ein Buch. Binea liest – ich höre. Und unmittelbar danach haben wir alle Karten auf den Tisch gelegt.

Impressionen, Gefühle, Inhalt, Wirkung und anhaltende Botschaft des Romans Tote Mädchen lügen nicht haben uns dazu veranlasst, dem Buch in Print- und Audiofassung ein besonderes Augenmerk zu schenken. Eine Teambesprechung der literatwoischen Art eben. Binea fängt mal an… ein Anfang ohne Ende 😉

Tote Mädchen lügen nicht – das Buch aus Bineas Sicht…

Am Ende des Buches liegt Hannah Bakers Liste neben mir. Von Kassettenseite zu Kassettenseite habe ich alle Namen aufgelistet und Verbindungslinien zwischen ihnen gezogen. Wenn ich mir die Namen ansehe und daran denke, was diese Personen gesagt oder getan haben, kann ich ihren letzten Schritt, sich das Leben zu nehmen, nachvollziehen. Eine Lawine hat sie überrollt, der sie einfach auf Dauer nicht standhalten konnte, vor allem nicht, wenn die Lawine immer größer und schneller wird.

In mir toben Emotionen. Ich bin traurig, wütend, fühle Hass, aber auch Hilflosigkeit. Hannah war ein Mädchen, das fest im Leben gestanden hätte, wenn diese Menschen nicht diese unauslöschbaren Einschnitte in ihr Inneres gefügt hätten. Ein Buch, das einem selbst bewusst macht, was Sätze, die man ganz unbewusst sagt in anderen Menschen auslösen können. Auch Sätze, die man bewusst sagt, oder Handlungen, die man bewusst begeht, um bei einem anderen Menschen etwas zu bewegen, waren hier der Hauptauslöser. Oft werden bei diesen auch noch so kleinen Mobbingattacken nicht die Folgeschäden, die man damit auslösen könnte, bedacht.

„Niemand von uns weiß genau, wie viel Einfluss wir auf das Leben der anderen haben. In der Regel gibt es keine konkreten Hinweise, uns so machen wir einfach weiter, ohne unser Verhalten zu überdenken.“

In Hannahs Fall stauen und stapeln sich diese bewussten und unbewusst ausgelösten Handlungen und gesagten Sätze so sehr, dass kein Platz für mehr in ihrem Leben für weitere ist. Hervorgerufen von Menschen, die sich Freunde oder zumindest Klassenkameraden und Bekannte nennen. Der Kuss, der nicht echt war, die Freundschaft die keine war, fehlende Anerkennung, eine Abstimmungsliste und vieles mehr, ließen Hannah verzweifeln.

Ein Buch, das von Jugendlichen gelesen werden muss oder sogar gleich mit in den Unterrichtsstoff aufgenommen werden sollte. Es bietet ein großes Diskussionspotenzial und öffnet die Augen. Der ganze Plot des Romans sticht für mich bereits aus der Masse hervor. Der Autor hat diese Grundidee mehr als brillant umgesetzt und mit einem nachvollziehbaren und Emotionen auslösenden Inhalt bestückt. Das Buch ist in einer Art Dialogform geschrieben, bei der sich die Gedanken von Clay Jensen und Hannahs Stimme auf der Kassette abwechseln. Dabei ist der Teil, der von der Kassette abgespielt wird, in kursiv gedruckt, um den Leser nicht zu verwirren. Gerade diese Dialogform macht das Buch lebendig, als ob man selbst die Playtaste gedrückt hätte und bei Hannas Worten in Gedanken antwortet.

Ein Päckchen ist der Anfang vom Ende, denn dieses hat Hannah nach ihrem Tod, an den ersten von insgesamt 13 Menschen losgeschickt. Sieben Kassetten mit 13 besprochenen Seiten. Auf den Kassetten hat sie ganz bewusste Anweisungen zur Handhabung geben und jeder ist gezwungen ihr Aufmerksamkeit zu schenken, sie anzuhören, vom ersten bis zum letzten Wort. Jeder wird, wenn er an der Reihe ist, erfahren, was er selbst dazu beigetragen hat, dass Hannah nun nicht mehr unter den Lebenden ist. Wenn derjenige oder diejenige dann weiß warum, sollen die Kassetten an den oder die Nächste weiter gesendet werden. Auch wenn man dies aus Angst oder Scham nicht tut, hat Hanna vorgesorgt und abgesichert, dass diese Kette nicht unterbrochen werden kann.

Clay Jensen durchfährt eine Gänsehaut, als er ihre Stimme hört und gleichzeitig fragt er sich, warum er diese bekommen hat. Ein Irrtum wahrscheinlich, da er sich nicht vorstellen kann, wo sein persönlicher Fehler liegt. Clay muss nun alle Seiten anhören und vor allem er will diese auch anhören. Er hat den Tod von Hannah nicht verkraftet und auch eine Art Neugier in sich, da er gern die Frage des Warums beantwortet hätte. Als Clays Mutter ihn stört, zuckt er wie auch der Leser selbst zusammen, jede Unterbrechung löst ein eigenartiges Gefühl aus. Als ob man ertappt wurde bei etwas Verbotenem, aber auch aufgrund der Spannung ist jede Unterbrechung eine Qual.

Als ob man gejagt wird, als ob es jetzt, wo Hannah tot ist, immer noch um Zeit geht oder etwas verhindert werden kann, liest bzw. hört man, um alle Gründe zu kennen. Bei diesem Buch darf man einfach nicht unterbrochen werden. Clay Jensen und der Leser hören gebannt Hannahs Worte, laufen zu den benannten Plätzen und bauen innerlich eine große Spannung der Zerrissenheit auf, denn Hannah ist tot und wird tot bleiben.

Jay Asher hat mich mit seinem Roman begeistert und beeindruckt. Das Buch ist die Empfehlung für Jugendliche und auch für Erwachsene. Ich glaube nach diesem Buch hat sich in einem selbst, in seiner Sicht, so einiges verändert und gedreht.

Ein bewegender Roman über ein Mädchen das sich nirgendwo mehr sicher fühlte, ganz zuletzt wurden sogar ihre Gedanken der Lächerlichkeit preisgegeben.

Was Raily beim Hören passierte… Tote Mädchen lügen nicht…

Inhaltlich trifft Binea den buchigen Nagel wie immer auf den Kopf… wir sind uns so sehr einig darüber, dass dieses Werk sehr wichtig ist und aus dem Mainstream zum Thema Mobbing deutlich heraussticht. Ich habe es nicht gelesen. Ich habe es gehört und obwohl ich kein Hörbuchfan der ersten Stunde bin, ist mir hier etwas passiert, das mich mehr als begeistert hat.

Zwei Klasse-Sprecher, eine Geschichte und im Mittelpunkt ein Kassettenrecorder, wie ich ihn selbst noch von früher kannte. Was ist besser geeignet für die Audiofassung eines Romans – dachte ich. Ich ließ mich in die Geschichte fallen und lauschte der Einleitung. Ein Beginn wie in jedem Hörbuch – mir wird vorgelesen. So wie immer – ich muss mich konzentrieren – so wie immer und dann kommt ein Geräusch, dass mich innehalten lässt.

Es ist das Geräusch, mit dem der Recorder beginnt, das erste Band abzuspielen. Hannahs Stimme ertönt… kräftig und doch verletzt. Ich erfahre schnell, dass dies ihre letzten Worte sind – letzte Worte auf 13 Seiten von 7 Kassetten. Ihre Abrechnung mit den Schuldigen an ihrem Freitod. Ich schaudere. Das ist kein Hörbuch… ich bin selbst mittendrin. Ich schaue mich um, ob mir jemand zuhört – habe fast ein schlechtes Gewissen, Hannahs intimsten Moment zu belauschen. Den Moment, in dem sie mit der Welt um sich herum abschließt.

Anklicken und reinhören in die Audiofassung auf Audible…

Wenn jemals ein Hörbuch eine einzigartige Daseinsberechtigung hatte, dann dieses. Wenn jemals das Hörbuch wichtiger und eindrucksvoller sein kann, als seine Romanvorlage, dann dieses. Und wenn man jemals lieber hören als lesen möchte – dann bitte hier! Ein unvergesslich unmittelbarer Eindruck von der großen Geschichte eines toten Mädchens, das nicht zur Lüge fähig ist.

Auch Binea musste sich dann schließlich in das Hörbuch wagen… zum Abschluss unserer Reise durch diese magische Geschichte rundet ihre Meinung auch meinen Eindruck vom Hörbuch ab:

Auch ich als Nicht-Hörbuchfan muss betonen, dass man unbedingt den Versuch wagen sollte, reinzuhören. Die Stimmen sind sehr deckungsgleich zu meinen Kopfstimmen, die ich während des Lesens hatte. Clay Jensen wird von Robert Stadlober und Hannah Baker von Shandra Schadt gesprochen. Ich habe es nach dem Buch gehört und dadurch, dass Clay auch hört, macht es die Geschichte noch authentischer. Vor allem die Geräusche wenn Clay das Tonband unterbricht oder wieder zum Laufen bringt, erzeugen das Gefühl wirklich neben ihm zu sitzen.

Ihr habt nun die Wahl, ob euch Hören oder Sehen vergehen soll. Egal wozu ihr euch entscheidet, die Geschichte ist groß. Greift zum Buch oder zum MP3-Player… Hauptsache ihr verinnerlicht den letzten lauten Hilferuf eines Mädchens, dem die Umwelt fast keine Chance gegeben hat.

Ein internationales Thema….

Bücher die gemeinsam begeistern:

Wer das Eine mag, wird das Andere lieben - und umgekehrt...

Wer das Eine mag, wird das Andere lieben – und umgekehrt…

Mit Büchern leben…

Das Jahr 2012 ist gerade wenige Tage alt, das Feuerwerk verraucht noch lautstark, der Sekt verschäumt in seinen letzten Zügen und schon muss ich wieder an meine gebundenen und ungebundenen Weggefährten denken.

Im Leben vieler Menschen nimmt die Literatur einen hohen Stellenwert ein. Dies manifestiert sich in Lesegewohnheiten, in der Leidenschaft, sich über gute Geschichten auszutauschen und letztlich in der Wahl der richtigen Lese- und Bücherplätze.

Höchst individuell und unterschiedlich sind die bibliophilen Rückzugsgebiete der Leser. Unsere literarischen Reservate unterliegen allen Einflüssen unseres Lebens, unseren persönlichen Vorlieben und Vorstellungen von Entspannung und Unterhaltung.

Dem gegenüber stehen die täglichen Konflikte zwischen realem Platzangebot und Bücherflut – ein kaum aufzulösendes Missverhältnis. Ich persönlich lese im Jahr durchschnittlich 60 bis 80 Bücher – Tendenz steigend. Nicht gezählt die Bücher, die auf den unterschiedlichsten Kanälen zu mir finden und den Stapel der ungelesenen Kostbarkeiten auf die Größe des Präsenzbestandes der Bibliothek von Alexandria wachsen lassen.

Unveränderbar dabei und damit eine wesentliche Konstante in meinem Leben – gleichsam limitierender Faktor meiner Bücherleidenschaft – ist der selbst gewählte Lebensraum, der sich einfach nicht vergrößern will. Es ist, als würde man Jahr um Jahr ein paar neue Schichten Tapete auftragen und sich dann irgendwann darüber wundern, dass man kaum noch um den eigenen Tisch herum gehen kann. Und es wird schon kompliziert, wenn man sich von der alten Tapete nicht verabschieden kann – sprich: Bücher verlassen meine Wohnung nicht freiwillig… niemals…!

Und so wird es angenehm eng im Leseleben.

So kommt es mir jedenfalls vor.

Und trotzdem gelingt es immer und irgendwie, ein kleines Fleckchen zu finden, an dem man ein neues Buch erstmal deponiert und sich sicher ist, dass man schon bald ein besseres Plätzchen findet. Die Kettenreaktion, die sich daraus ergibt erinnert ein wenig an den altbekannten Dominoday bei RTL. Fasst man auch nur ein Buch an, um es irgendwo einzusortieren, hat man automatisch viele andere Bücher in der Hand, die vorher räumlich verändert werden müssen, um irgendwie in der Systematik des eigenen Leselebens bleiben zu können.

Bin ich ganz allein mit diesem Problem? Verfügen andere bibliophil veranlagte Menschen über Wohnzimmer in der Größe der Schweizer Nationalbibliothek oder können gar mehrere dutzend Regalmeter in die weitläufigen Eingangsbereiche der jeweiligen Häuser auslagern?

Und – mit Verlaub – man kann ja nicht erwarten, dass jeder „normale“ Leser dieser Welt über das Platzangebot eines Karl Lagerfeld verfügt. Dessen Lese- und Sammelleidenschaft ist legendär. Exaltiert und ein wenig sonderbar mag er ja sein. Ein Büchermensch ist er allemal – und das verbindet.

Rückzugsgebiete und Entspannungsbiotope sind selten geworden heute. Zumeist liegen sie nicht in den eigenen vier Wänden und der moderne Mensch versucht, Outdoor seinen Abstand vom Alltag zu gewinnen. Ich halte es wie Lagerfeld – auch Indoor kann das Glück sich Raum verschaffen. Nur fehlt mir eben der Platz, über den der große Modeschöpfer verfügt…

Mit Büchern leben – ja – dieses Buch (schon wieder eins und wohin damit?) sollte diese und viele andere Fragen beantworten.

Schlägt nur über mir die Lesewelle zusammen oder ist da draußen jemand, der auf diese wichtigen Fragen Antworten liefern kann?

In diesem romantisierend therapeutischen Prachtband werden 40 private Bibliotheken und deren Besitzer vorgestellt – Bücherliebhaber, die sich selbst über ihre zwanghafte verzehrende Besessenheit definieren, ihre Buchbestände unablässig zu mehren. Bücher sind Sinn und Inhalt ihres Lebens, Bücher bestimmen ihre Interessen, Berufe und Wertvorstellungen.

Bücherregale im engen Treppenhaus, Bücherwände als Raumteiler, Büchermassen von der Diele bis zum Speicher, Bücher hinter doppelt verspiegelten Türen, Bücherstapel auf dem Nachttisch… nichts bleibt dem Leser und Betrachter verborgen…

Soweit hier auf Literatwo… wenn ihr wissen wollt, wie ich dem Problem zu Leibe rücke und welche Alternativen euch bleiben, um der unendlichen Bücherleidenschaft Einhalt gebieten zu können, dann folgt mir auf den Blog.Lovelybooks.

Ihr werdet euch jedenfalls wundern, was ich als die Lösung aller Lösungen betrachte und wohin mein Weg mich definitiv nicht führen wird…

Ein Klick auf das nächste Bild reicht aus, und ihr erfahrt Überraschendes aus dem Leben von Mr. Rail 😉