Mit Büchern leben…

Das Jahr 2012 ist gerade wenige Tage alt, das Feuerwerk verraucht noch lautstark, der Sekt verschäumt in seinen letzten Zügen und schon muss ich wieder an meine gebundenen und ungebundenen Weggefährten denken.

Im Leben vieler Menschen nimmt die Literatur einen hohen Stellenwert ein. Dies manifestiert sich in Lesegewohnheiten, in der Leidenschaft, sich über gute Geschichten auszutauschen und letztlich in der Wahl der richtigen Lese- und Bücherplätze.

Höchst individuell und unterschiedlich sind die bibliophilen Rückzugsgebiete der Leser. Unsere literarischen Reservate unterliegen allen Einflüssen unseres Lebens, unseren persönlichen Vorlieben und Vorstellungen von Entspannung und Unterhaltung.

Dem gegenüber stehen die täglichen Konflikte zwischen realem Platzangebot und Bücherflut – ein kaum aufzulösendes Missverhältnis. Ich persönlich lese im Jahr durchschnittlich 60 bis 80 Bücher – Tendenz steigend. Nicht gezählt die Bücher, die auf den unterschiedlichsten Kanälen zu mir finden und den Stapel der ungelesenen Kostbarkeiten auf die Größe des Präsenzbestandes der Bibliothek von Alexandria wachsen lassen.

Unveränderbar dabei und damit eine wesentliche Konstante in meinem Leben – gleichsam limitierender Faktor meiner Bücherleidenschaft – ist der selbst gewählte Lebensraum, der sich einfach nicht vergrößern will. Es ist, als würde man Jahr um Jahr ein paar neue Schichten Tapete auftragen und sich dann irgendwann darüber wundern, dass man kaum noch um den eigenen Tisch herum gehen kann. Und es wird schon kompliziert, wenn man sich von der alten Tapete nicht verabschieden kann – sprich: Bücher verlassen meine Wohnung nicht freiwillig… niemals…!

Und so wird es angenehm eng im Leseleben.

So kommt es mir jedenfalls vor.

Und trotzdem gelingt es immer und irgendwie, ein kleines Fleckchen zu finden, an dem man ein neues Buch erstmal deponiert und sich sicher ist, dass man schon bald ein besseres Plätzchen findet. Die Kettenreaktion, die sich daraus ergibt erinnert ein wenig an den altbekannten Dominoday bei RTL. Fasst man auch nur ein Buch an, um es irgendwo einzusortieren, hat man automatisch viele andere Bücher in der Hand, die vorher räumlich verändert werden müssen, um irgendwie in der Systematik des eigenen Leselebens bleiben zu können.

Bin ich ganz allein mit diesem Problem? Verfügen andere bibliophil veranlagte Menschen über Wohnzimmer in der Größe der Schweizer Nationalbibliothek oder können gar mehrere dutzend Regalmeter in die weitläufigen Eingangsbereiche der jeweiligen Häuser auslagern?

Und – mit Verlaub – man kann ja nicht erwarten, dass jeder „normale“ Leser dieser Welt über das Platzangebot eines Karl Lagerfeld verfügt. Dessen Lese- und Sammelleidenschaft ist legendär. Exaltiert und ein wenig sonderbar mag er ja sein. Ein Büchermensch ist er allemal – und das verbindet.

Rückzugsgebiete und Entspannungsbiotope sind selten geworden heute. Zumeist liegen sie nicht in den eigenen vier Wänden und der moderne Mensch versucht, Outdoor seinen Abstand vom Alltag zu gewinnen. Ich halte es wie Lagerfeld – auch Indoor kann das Glück sich Raum verschaffen. Nur fehlt mir eben der Platz, über den der große Modeschöpfer verfügt…

Mit Büchern leben – ja – dieses Buch (schon wieder eins und wohin damit?) sollte diese und viele andere Fragen beantworten.

Schlägt nur über mir die Lesewelle zusammen oder ist da draußen jemand, der auf diese wichtigen Fragen Antworten liefern kann?

In diesem romantisierend therapeutischen Prachtband werden 40 private Bibliotheken und deren Besitzer vorgestellt – Bücherliebhaber, die sich selbst über ihre zwanghafte verzehrende Besessenheit definieren, ihre Buchbestände unablässig zu mehren. Bücher sind Sinn und Inhalt ihres Lebens, Bücher bestimmen ihre Interessen, Berufe und Wertvorstellungen.

Bücherregale im engen Treppenhaus, Bücherwände als Raumteiler, Büchermassen von der Diele bis zum Speicher, Bücher hinter doppelt verspiegelten Türen, Bücherstapel auf dem Nachttisch… nichts bleibt dem Leser und Betrachter verborgen…

Soweit hier auf Literatwo… wenn ihr wissen wollt, wie ich dem Problem zu Leibe rücke und welche Alternativen euch bleiben, um der unendlichen Bücherleidenschaft Einhalt gebieten zu können, dann folgt mir auf den Blog.Lovelybooks.

Ihr werdet euch jedenfalls wundern, was ich als die Lösung aller Lösungen betrachte und wohin mein Weg mich definitiv nicht führen wird…

Ein Klick auf das nächste Bild reicht aus, und ihr erfahrt Überraschendes aus dem Leben von Mr. Rail 😉

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