„Das Skript“ von Arno Strobel geht unter die Haut…

Arno, Arno, Arno. Was hast du da nur wieder mit uns angestellt. Die Spannung zog sich durch das ganze Buch, sogar bevor das Buch bei uns eintraf, waren wir schon unter Hochspannung. Das Ganze ging sogar so weit, dass Bianca täglich etwas eher ihren Arbeitsplatz verließ, um zu schauen, ob dein Buch da ist, und um dann so schnell wie möglich zu beginnen. Bei Arndt lag es ja schon und rief laut. Und dann endlich war es da, mit wundervoller Widmung und Autogrammkarte. Jetzt sofort abtauchen, zwischen die Seiten, hinein in Das Skript – so der literatwoische Plan.

Der UPS-Mann brachte der Studentin Nina Hartmann ein Päckchen, welches ihr entspanntes Leben von jetzt auf gleich veränderte. Ein Päckchen, dessen Inhalt das blanke Grauen enthielt. Haut, wahrscheinlich Menschenhaut, mit einer Botschaft auf einen Rahmen gespannt.

Unmittelbar zur selben Zeit verschwindet Heike Kleenkamp, 21 Jahre jung und Tochter des erfolgreichen Dieter Kleenkamp, dem Herausgeber der Hamburger Allgemeinen Tageszeitung (HAT).

Die Polizei muss handeln und gründet die besondere Aufbauorganisation Heike. Oberkommissar Stephan Erdmann und Hauptkommissarin Andrea Matthiesen arbeiten zusammen, um den brutalen Täter zu finden. Der Täter scheint vor nichts zurückzuschrecken, denn er tötet die Frauen nicht nur, sondern quält sie und schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Haut vom Körper um dann auf diese seinen Roman, den kein Verlag veröffentlichen wollte, zu schreiben. Die Vorgehensweise und das Verhalten des Täters gleichen dem Roman „Das Skript“ von Autor Christoph Jahn.

Der Bestsellerautor wird verdächtigt, denn es ist nicht das erste Mal, dass ein Roman von ihm nachgespielt wird. Bereits sein früherer Roman „Der Nachtmaler“ wurde damals, als er noch in Köln lebte, nachgespielt. Dieses Grauen brachte seinem Buch größten Erfolg und hohe Verkaufszahlen. Doch Jahn weißt alle Verdächtigungen von sich und auf den verrückten Fan, der für ihn wohl vor keinem Verbrechen zurück schreckt.  Es scheint eine Verbindung zwischen der Paketempfängerin Hartmann und Heike Kleenkamp zu geben, da diese zu „Das Skript“ vor einiger Zeit einen Verriss geschrieben hat, welcher in der HAT abgedruckt wurde. Allerdings machen sich Hartmanns Freund und dessen Kumpel mit ihren Aussagen und ihrem Verhalten ebenfalls verdächtig.

Auch die Buchhändlerin Miriam Hansen, die Christoph Jahn ebenfalls verehrt und seine Romane liebt, rückt in den Verdächtigtenkreis auf.   Die Zeit läuft gegen die Ermittlungen, denn der Täter hält sich akribisch an die Romanvorlage und in kurzer Zeit wird wohl das nächste Päckchen seinen Empfänger erreichen, auf dem die nächsten Zeilen zu finden sein werden, geschrieben auf Menschenhaut.

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Der Trakt“, „Das Wesen“ und jetzt „Das Skript. Arno Strobel hat es mal wieder geschafft, um es gleich zu sagen. Wie immer wünscht er kurzweiliges Lesevergnügen und wie immer erfüllt sich sein Wunsch. Sein dritter Roman steht unter Strom, einmal in der Hand, setzt er unter Hochspannung und ein Loslassen ist bis zur letzten Seite somit unmöglich.

In seinem neusten Werk bleibt er in seinem Arbeitsgebiet, denn „Das Skript“ spielt auch im Skript, ein Roman im Roman, ein absoluter Kunstgriff, denn diese Tatsache beschert Extragänsehaut. Strobels tägliches Umfeld von Leser, Fan, Rezensent, Verlag, Lektor und schließlich ein Autor selbst, ist zu finden. Gerade dieses Szenario ist authentisch und interessant, da man als Leser selbst seine Position darin wiederfindet,  gespickt  mit einer bestialischen Gewalttat, die aber zum Glück Fiktion bleibt.

Arno Strobel trägt zu Recht den Namen Psychothrillerautor, denn er ist ein Meister des Verstrickens und Verwebens. Er schafft es mit einer überschaubaren Anzahl an Protagonisten zu verwirren und auf falsche Fährten zu leiten.

Seine Handlungspersonen haben sehr authentische Charakterzüge und wachsen dem Leser sofort ans Herz oder stoßen den Leser ab. Für „Das Skript“ braucht man wieder starke Nerven, denn ist im Gegensatz zu seinen vorherigen Büchern regelrecht brutal und enthält einige Horrorelemente. Der Roman wird aus zwei Sichtweisen erzählt, zum größten Teil besteht er aus der polizeilichen Ermittlungsarbeit, zum anderen aus den Häutungsszenen des Mörders und der Gefühls- und Gedankenwelt des Opfers.

„Das Skript“ hat uns vollkommen überzeugt, alle offenen Fragen, die sich während des Lesens gebildet haben, konnten am Ende plausibel beantwortet werden. Auch wenn wir bereits vor der hundertsten Seite wussten oder erahnen wollten, wer hinter diesem grausamen Monster steckt, blieb uns bis zum Ende dennoch die Ungewissheit, denn Arno macht es seinen Lesern nicht leicht, er führt sie von Wort zu Wort mit seinen Romanfiguren an der Nase herum, lässt die Spannung von Kapitel zu Kapitel steigen und setzt die Gänsehautschauer immer genau dann ein, wenn der Leser am empfindlichsten dafür ist.

Wer von Arno Strobel nicht genug bekommt, findet am Ende des Romans noch ein Miniinterview mit ihm und die Leseprobe zu seinem nächsten Psychothriller „Der Sarg“.

Vorsicht Hochspannung!

Unbedingt lesen…

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