Kreuzzug – Interview mit Marc Ritter in schwindelnder Höhe…

Mit einem Klick zur Buchvorstellung auf Literatwo…

Nach unserer umfassenden Buchvorstellung unter dem Titel: Kreuzzug – Dieses Attentat ist der Gipfel folgt nun das versprochene Interview mit dem Autor Marc Ritter. Eine Frage haben wir bereits gestern auf unserer Facebookseite veröffentlicht und nun könnt ihr lesen, was Marc selbst darauf geantwortet hat:

Marc Ritter im Gespräch mit Literatwo…

Gibt es ein spezielles Ereignis, das beim Autor Marc Ritter die explosive Idee ausgelöst hat, ein terroristisches „Kreuzzug“ – Szenario dieser Größenordnung in Deutschland zu erfinden?

Im November 2010 herrschte Terroralarm in Deutschland. Innenminister Lothar de Maizière erklärte erstmals eine „konkrete Gefahr“  und wenige Tage später wurde sogar die Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin für den Publikumsverkehr gesperrt.

Damals habe ich viel darüber nachgedacht, welche weiteren Ziele es wohl geben könnte. Da ich die Situation der Zugspitze kenne, erschien sie mir als gut geeignetes Terrorziel. Zumindest in einer fiktionalen Geschichte wie dem „Kreuzzug“, der sich dann aus meinen ersten Überlegungen entwickelt hat.

Du giltst als sehr heimatverbundener Schriftsteller und verwandelst trotzdem eine Region, die knapp an den olympischen Spielen vorbeigeschrammt ist und unter den Klimaveränderungen zu leiden beginnt  nun zum absoluten Albtraumszenario… Hat es Dir nicht ab und an mal leid getan, was Du Deiner Zugspitze so alles zugemutet hast?

Wenn, dann bin auf eine sehr kritische Weise heimatverbunden. Das ist auch so in meinen Krimis (bisher erschienen: „Josefibichl“, Piper, 2011), die in Garmisch-Partenkirchen spielen und schonungslos mit Land und Leuten umgehen. Die Einheimischen finden das übrigens gut, wie ich immer wieder höre. Zurück zum „Albtaumszenario“ im „Kreuzzug“: Warum sollte man nicht Gefahrenpotenziale auch ansprechen? Vielleicht hilft ja der „Kreuzzug“ mit, dass der Berg sicherer wird.

Oder, dass Menschen sich bewusst werden, dass sie jederzeit in eine bedrohliche Situation kommen können. Nicht nur auf der Zugspitze, sondern überall, wo es Massenveranstaltungen gibt. Ich mache ja nichts anderes als der damalige Innenminister Lothar de Maizière: Ich warne. Vielleicht auf eine ein bisschen eingehendere Weise als er das vor der Bundespressekonferenz tun kann.

Wie viel Marc steckt in Deinen Protagonisten?

Thien Hung Baumgartner: 47,78%,
Markus Denninger: 36,32%,
Sandra Thaler: 27,96%.

Die Geheimdienste spielen doppelt und dreifach verdeckte Spiele in Deinem Thriller. Alles wirkt dabei mehr als plausibel und deckt sich mit manchem Verschwörungsszenario, von dem man immer wieder mal hört. Denkst Du, dass Du damit den Nagel auf den Kopf triffst und steckt hinter dieser Sichtweise mehr als nur Skepsis gegenüber den Geheimdiensten der westlichen Länder?

Wenn ich das wüsste … Aber Geheimdienste tun eben mal Sachen, die geheim sind. Und wenn man sich die Zahlen ansieht, wie groß und gut ausgestattet besonders die amerikanischen sind, dann kann man sich schon fragen, was so viele Menschen und Computer den ganzen Tag machen. Und nachts erst recht …

„Schatz, was macht eigentlich dieser Lieferwagen mit dem TV-Service-Schriftzug, der da seit vorgestern vor dem Haus steht?“

Wie viel Spaß hat es gemacht, einen adeligen doktortitellosen Verteidigungsminister mit medialer Geltungssucht für Deinen Thriller neu zu erfinden?

Ach, gibt’s da eine Vorlage?

Das war mir nicht bekannt. Mein Ehrenwort! Nicht, dass jetzt jemand behauptet, ich hätte den irgendwo abgeschrieben. Und wenn, dann sorry, aber der Roman war auf so unendlich vielen USB-Sticks gespeichert … und dann der „Spagat zwischen Privatleben und Familie… (siehe Fußnote 1)

Warst Du im Rahmen Deiner Recherchen an all den Orten auf der Zugspitze, die im Roman eine Rolle spielen? Insbesondere das Kammhotel ist hier von Interesse, da selbst gewiefte Bergsteiger nicht wissen wo es ist, und dass es existiert.

Alle Orte habe ich besichtigt. Und nicht nur einmal. Ich bin sogar die Dammkarabfahrt, die nur eine Nebenrolle spielt, vollkommen untrainiert mit den Ski und Fellen hinaufgestiefelt und abgefahren. Im Bruchharsch.

Und, bitte: Das Kammhotel existiert! Es befindet sich dort, wo die erste Bergstation von Tiroler Seite aus endete, und ist von der heutigen Tiroler Bergstation aus sehr gut zu sehen. Wenn man über die Wiener-Neustädter-Hütte aufsteigt, kommt man an ihm vorbei. Allerdings habe ich es nur von außen gesehen denn es ist unter Umständen einsturzgefährdet und gut vernagelt.

Dort einzubrechen wäre zumindest illegal. Hier sind Fotos:

Das Kammhotel – es existiert wirklich…

Die einzige Ausnahme: Eine Begehung der großen Zugspitzhöhle, die beim Bau des Rosi-Tunnels angeschnitten wurde, steht noch aus. Ein Höhlenspezialist aus Garmisch, der mir bei meinen Recherchen sehr geholfen hat, möchte mich bei der Erstbegehung mitnehmen. So lang konnte ich aber für das Buch nicht warten. Und da die Verbindung der Höhle zu den anderen Tunneln und Stollen eine reine Erfindung von mir ist, war das auch nicht nötig. Ich weiß, wie es in Karsthöhlen aussieht, denn als ich noch jung und schlank war, habe ich die bekannten Höhlen des Estergebirges öfters befahren, beispielsweise die Frickenhöhle oder das Angerlloch.

Und zum guten Ende: Welche Frage würdest Du in einem Interview gerne mal beantworten? Einziges Problem: Man hat sie Dir noch nie gestellt!

Wie schaffen Sie es, reich zu sein und sexy zu bleiben?

Fußnote 1: Asül, Django: Nockherberg-Fastenrede 2007

Unser Fazit zu „Kreuzzug“ von Marc Ritter

Literatwo hat diesen hochalpinen Terrorthriller auf Herz und Nieren geprüft. Schon beim Lesen der Druckfahne wurden uns von der erfahrenen Bergsteigerin und Skitourengeherin Silvia Sauerwein Begriffe, wie zum Beispiel Seilbremse nicht nur theoretisch erklärt. So ist es zu erklären, dass Silvia das Buch quasi zum gleichen Zeitpunkt mitlesen konnte. Ortskundig und alpin mehr als routiniert, kam auch sie zu dem Ergebnis, dass wir hier einen perfekten Roman vor uns haben. Weder in Plausibilität, noch in Handlung oder Protagonisten konnten Widersprüche ausgemacht werden. Die Sogwirkung war enorm und blieb bis zum Ende durchgängig erhalten.

Einhellig: alle Daumen zeigen nach oben! Und Silvia freut sich darauf, am Samstag den 03.03.2012 live dabei sein zu können, wenn Marc Ritter seinen Politthriller in Garmisch – Partenkirchen präsentiert. Wir haben es sozusagen mit einem literarisch alpin doppelt geprüften Meisterwerk zu tun, das man mehr als empfehlen kann.

Literatwo freut sich riesig auf den Lesungsbericht auf Silvias Alpin- und Expeditionsblog erlebnisabenteuerundmehr. Die Gewinner der beiden Bücher werden am Freitag bekanntgegeben und können sich dann auf das Spannendste freuen, das auf diesem Gebiet gerade zu haben ist.

Hier findet ihr mehr zur Lesung von Marc Ritter…

Advertisements