München – Der Welttag des Buches (1)

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Der Welttag des Buches 2012 gehört seit dem heutigen Tag der Vergangenheit an – so sollte man meinen. Tatsächlich jedoch beginnt er eigentlich erst jetzt, seine volle Strahlkraft und Wirkung zu entfalten. Tausende von Lesefreunden in ganz Deutschland haben in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Stiftung Lesen und den deutschen Verlagen für eine Bücherwelle gesorgt, die wohl dafür verantwortlich sein wird, dass die Beschenkten von gestern die Leser von heute sind.

Außerordentliche Bücher waren den ganzen Tag auf der Suche nach einem neuen Zuhause und vielfältig waren die Ideen der Leserfreunde. Alle Projekte verband hierbei der Gedanke vom gemeinsamen Feiern eines großen Lesefestes.

Mit zwei regionalen Projekten und einer Internetaktion hat sich Literatwo dem Welttag des Buches gewidmet und dabei einerseits in Dresden „Woll- und Leselust“ in Einklang gebracht (der Bericht aus der Radeburger Wollkiste folgt), und andererseits in München unter der Überschrift „Gegen das Vergessen“ den Bogen von der Literatur bis zum „Guten Zweck“ gespannt.

Gegen das Vergessen – „Adressat unbekannt“:

Die Macht des geschriebenen Wortes – eine einzigartige, zu Papier gebrachte Rache in Briefen – ein Ausrufezeichen gegen das Ohnmachtsgefühl gegenüber totalitären Systemen – ein Hoffnungsschimmer im Taumel der Hilflosigkeit – der Beweis, wie man eine Diktatur mit ihren eigenen Waffen schlagen kann. All dies könnte für Kressman Taylors legendären, wenn auch fiktiven, Briefwechsel aus den Anfangsjahren des nationalsozialistischen Regimes stehen. Und doch ist der Roman auch ein Zeichen für die Hilflosigkeit, mit der man feststellen muss, wie sich selbst beste Freunde unter dramatisch geänderten Rahmenbedingungen zu Opportunisten wandeln.

Es ist das größte kleine Buch, das ich in meinem Leserleben in Händen halten durfte. Eine Geschichte, die in einer Stunde gelesen, lebenslang nicht vergessen und in wenigen Minuten an jedem Lagefeuer der Welt erzählt werden kann. Ein seltener Diamant in der Schatzkiste der Literatur.

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Der Welttag des Buches im Beruf:

Gegen das Vergessen – kein hohler Begriff in meinem Beruf und stets Thema von Fort- und Weiterbildungen – diese Überschrift umrahmte auch unseren kleinen Literarischen Weltbuchtags-Kaffee. Die Vorstellung des Romans und seiner Hintergründe, der Hinweis auf das emotionale Nachwort von Elke Heidenreich und die Tatsache, dass nun nahezu 30 Mitarbeiter und Kollegen erstmals zeitgleich gemeinsamen Lesestoff in Händen halten, wird wohl nachhaltig dafür sorgen, dass dieses kleine Buch immer mal wieder zum Thema wird.

Gemeinsames Lesen – ohne internetgestützte Leserunden… das geht tatsächlich. Auch in unserer multimedial geprägten Zeit. Sich dabei die Begriffe wie Verfolgung, schleichend beginnenden Genozid oder ideologisch motivierten Mord zu veranschaulichen ist zu jedem Zeitpunkt ein wichtiges und gutes Ziel. Diesem Briefwechsel von Kressman Taylor wird es gelingen, im Gespräch zu bleiben.

Der gute Zweck:

Literatwo unterstützt die „Initiative Lachen helfen e.V. nicht nur in München, sondern auch von Dresden aus. Isabell Lehmann vom Standortteam München nutzte unser gemeinsames Welttag-Projekt um auf die Ziele und Leistungen der Initiative einzugehen und zu verdeutlichen, wie wichtig es ist in den Krisenregionen der Welt, in denen deutsche Soldaten und Polizisten eingesetzt sind, Sorge für die oftmals tief traumatisierten Kinder zu tragen. Hierfür steht diese Initiative mit ihrem guten Namen und wir waren sehr froh, dass über diese Vorstellung hinaus, Bücher und Bären Hand in Hand dafür gesorgt haben, Spenden zu sammeln. Dafür danken wir aufrichtig.

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Literatur – Gegen das Vergessen – Lachen helfen – Literatwo

Dank gebührt all jenen, die eine solche Aktion möglich gemacht haben – der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Stiftung Lesen und die deutschen Verlage leisten einen wichtigen Beitrag, das Lesen in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu stellen. Wir waren gerne dabei.

Am Donnerstag wird Bianca vom zweiten Projekt in Dresden – Radeburg berichten. Hier drehte sich alles um Bücher in einer Wollkiste…. Wir sind schon alle sehr gespannt auf die bestrickenden Erlebnisse und den roten Faden im Artikel 😉

Zu unserem Internetprojekt:

Dieser Artikel beendet das Projekt auf unserer Facebookseite. Die schönste Fortsetzung des Satzes: „Bücher zu verschenken ist ein tolles Gefühl weil“… stammt von Katja Zettelchen und lautet …weil man damit dem Beschenkten eine Reise in eine andere Welt ermöglicht!“  Diese Reisen kennen und lieben wir und genau deshalb hat uns dieser Satz aus der Seele gesprochen!

Katja erhält ein Exemplar von Kressman Taylors Briefwechsel „Adressat unbekannt“.

Hier auf unserem Blog geht die Aktion bis Donnerstag weiter. Ihr könnt den Satz immer noch vollenden und Bianca wird in ihrem Artikel zum Dresdner Projekt ihren Gewinner küren 😉

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Editorial: All pictures by Peter Helbig (PATH)

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