„Mein Herz schlägt für uns beide“ von Suzi Moore aus Sicht von Zwillingen

Mein Herz schlägt für uns beide - Ein besonderer Blick auf ein besonderes Buch

Mein Herz schlägt für uns beide – Ein besonderer Blick auf ein besonderes Buch

“Meine Schwester starb am 1. März, und das war richtig blöd. Immerhin war das mein Geburtstag. Es war unser Geburtstag. Laura war mein eineiiger Zwilling.”

“Es passierte ganz schnell…”

Diese ersten Zeilen aus dem Kinderroman „Mein Herz schlägt für uns beide von Suzi Moore (CBJ) haben wir bis heute nicht vergessen. Zu sehr hat uns dieses Buch nachhaltig beschäftigt und zu intensiv war der Meinungsaustausch mit der Autorin vor und nach dem Schreiben unseres Artikels. Die einzigartige Erzählperspektive aus Sicht der neunjährigen Emma, deren Zwillingsschwester am gemeinsamen Geburtstag stirbt, hält uns bis heute gefangen und hat in der Buchvorstellung von Literatwo für tiefe und aufrichtige Worte gesorgt.

Zwillinge bei Literatwo....

Zwillinge bei Literatwo….

Und doch fehlte uns ein ganz besonderer Blick auf das emotionale Geschehen. Wie würden Zwillinge auf den Roman reagieren? Wie plausibel und greifbar würde das Erzählte für Menschen sein, die durch ein ganz besonderes Band miteinander verbunden sind? Wir mussten nicht lange suchen, denn dies ist nicht der erste Roman, bei dem wir uns diese Frage stellten.

Bereits bei Eva Mozes Kors Erlebnisbericht aus dem KZ Auschwitz „Ich habe den Todesengel überlebt drehte sich das gesamte Erlebte um ein Zwillingspaar und deren gemeinsames Leid, ihr Überleben und das einhellige Verzeihen. In Österreich fanden wir mit Elisabeth (Lisi) und ihrer Schwester Chrissie ein Zwillingspaar und so wie damals nimmt auch diesmal Lisi auf ihre ganz eigene und sehr bewegende Art und Weise Stellung zu einem Buch, das für „Twins“ etwas ganz besonderes sein muss:

Mein Herz schlägt für uns beide - Lisi`s erste Reaktion

Mein Herz schlägt für uns beide – Lisi`s erste Reaktion

Neugierde war meine erste Reaktion, als ich von Bianca gefragt wurde, ob es mich interessieren könnte, dieses Buch zu lesen. Neugierig, wie ich war, habe ich dann sofort auch nachgeschaut, ob das Buch bereits erhältlich ist und meine Ungeduld wurde mit jedem Tag, den die Post benötigte, etwas größer.

Und als ich das Buch schließlich aufschlug und den ersten Satz gelesen hatte, blieb mir erst einmal die Luft weg, weil ich sofort daran dachte, wie es mir wohl gehen würde, wenn das mir passieren würde. Vor allem, wenn ich daran denke, dass es mir oder meiner Schwester mit der jeweils anderen so gehen hätte können. Was für ein großes Glück wir haben, dass dies im Endeffekt nicht passiert ist.

Emma verkraftet den Tod ihrer Zwillingsschwester nicht und will deswegen als erstes ihren Geburtstag auf einen anderen Tag und auf einen anderen Monat verlegen. Das kann ich persönlich sehr gut nachvollziehen, weil ihr Geburtstag ja nicht nur ihr Geburtstag ist, sondern weil man automatisch an die Schwester denkt. Mein Geburtstag ist auch der meiner Schwester Chrissie und ich kann mir gar nicht vorstellen, was ich tun würde, wenn sie plötzlich sterben würde. Vermutlich meinen Geburtstag nicht mehr feiern, ohne an ihren Tod zu denken. Emmas Handlungsweise empfinde ich also bisher als sehr logisch und klug. Sie hat auch ein photographisches Gedächtnis, was mich ein bisschen neidisch macht, weil man dann vermutlich weniger für die Klausuren lernen müsste. 😉

Mein Herz schlägt für uns beide - Emma hält sich gut...

Mein Herz schlägt für uns beide – Emma hält sich gut…

Ich persönlich finde, dass Emma sich eigentlich gut hält, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie während sie versucht mit allem fertig zu werden, nicht nur dem Alltagsleben, sondern auch noch weniger erfreulichen Aspekten, wie Mobbing in der Schule, Einsamkeit, und zuhause den Streitereien der Eltern ausgesetzt ist, die ja auch nicht wirklich wissen, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Und wenn sie dann endlich am Abend im Bett Zeit findet, um über den Tag zu reflektieren und sich an Laura zu erinnern, wird sie entweder von den Eltern oder vom kleinen Bruder Rory gestört.

Hinzu kommt auch noch, dass sie lange Zeit über die genauen Ursachen im Unklaren gelassen wird. Dieses Verhalten finde ich unverzeihlich von den Eltern. Meine Eltern haben der jeweiligen anderen immer erklärt, wenn einer von uns ins Krankenhaus musste, und warum. Teilweise durften wir auch bei den Untersuchungen der jeweils anderen mit und wurden deswegen nie im Unklaren über die Geschehnisse gelassen. Mein einziger längerer Krankenhausaufenthalt wegen meiner Blinddarmentzündung trennte mich auch nicht lange von meiner Schwester, da sie mich zu Beginn besuchen kam und kurz darauf selber mit Verdacht auf Blinddarmentzündung eingeliefert wurde und mit mir im selben Zimmer gelandet ist.

Man hört ja öfter, dass eineiige Zwillinge eine ganz besondere Bindung haben, wie es sich daher anfühlen muss seine andere Hälfte zu verlieren, kann und will ich mir gar nicht vorstellen. Ich denke, es war ein großer Glücksfall für Emma, dass sie sich mit Lexi angefreundet hat. Diese Freundschaft gibt ihr nicht nur Halt, sondern zeigt ihr auch, dass das Leben weitergehen kann und durchaus, trotz des Schicksalsschlages, der ihre Familie ereilt hat, lebenswert ist.

Mein Herz schlägt für uns beide - Große Nähe...

Mein Herz schlägt für uns beide – Große Nähe…

Mein Herz schlägt für uns beide“ hat in mir eine Saite zum Klingen gebracht und mehrmals habe ich mir gewünscht einfach in das Buch hineingreifen zu können, um Emma eine Umarmung zukommen zu lassen. Suzi Moore beschreibt alles sehr anschaulich, ich habe als Leserin sehr stark mit Emma mitgelitten, und musste das Buch teilweise anfangs zur Seite legen, weil mir beim Lesen wirklich die Tränen in die Augen gestiegen sind.

Ein Buch über Zwillinge, welches mich zum Lachen, zum Weinen und zum Innehalten und Nachdenken gebracht hat. Es hat mir erneut gezeigt, wie privilegiert ich bin, dass ich eine Zwillingsschwester habe, mit der ich jederzeit reden und lachen kann, die mir den Kopf geraderückt, wenn ich es brauche und die mich bedingungslos unterstützt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Arndt und Bianca, die es mir ermöglicht haben, dieses Buch zu lesen. Es war ein echtes Erlebnis und ich wünsche mir, dass ich meine Empfindungen besser in Worte fassen könnte. Lest dieses Buch und lasst euch von Emma und Lexi, von ihrer Familie und dem tollen Schreibstil von Suzi Moore verzaubern.

Mein Herz schlägt für uns beide - Mit einem Klick zum Artikel

Mein Herz schlägt für uns beide – Mit einem Klick zum Artikel

Dem ist bis auf unsere aufrichtige literatwoische Gänsehaut nichts hinzuzufügen. Danke nach Österreich! 

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Das Mädchen am Rande der Stadt – Im Reich der Mitte

das mädchen am rande der stadt titelbild

Auf der Buchmesse in Leipzig ist uns dieser buchige Schatz über den Weg gelaufen. Wir lesen nicht nur Bestseller, nicht nur Mainstream, wie ihr wisst, sondern sind immer auf der Suche nach echten Schätzen in den Weiten des Buchuniversums. Für euch und natürlich auch für uns.

Anna Xiulan Zeeck, die in China aufgewachsene Autorin des mehr als bewegenden Jugendbuchs Das Mädchen am Rande der Stadt, aus dem Hause Desina Verlag, konnten wir persönlich auf der Messe treffen. Das Cover mit dem chinesischen Mädchen stach uns immer wieder in die Augen und letztendlich haben wir danach greifen müssen. Es ist ein Blickfang, ein echter Hingucker und Anna Xiulan Zeeck erzählte uns kurz, was uns erwarten würde. Ein Stück aus ihrem Leben in China, ein Stück Erfahrung.

Wir freuten uns auf die Reise ins Reich der Mitte und trafen in einem kleinen Dorf, weit außerhalb der Stadt Peking, die 12 jährige Song Hanli. Das Mädchen, das 7 Jahre lang von ihren Großeltern betreut wurde, möchte nun endlich nach Peking zu ihren Eltern reisen. Diese sind Wanderarbeiter und Hanli konnte sie des Geldes wegen nicht oft treffen.

Gemeinsam mit ihrem Freund Wen Dong erreichte sie Peking, doch ihre Vorstellungen von der großen funkelnden Stadt  musste sie korrigieren. Ihre Eltern wohnen nicht in der Stadt Peking, sondern eher in einem Dorf in der funkelnden Stadt. Die Gegend ist von Armut gezeichnet und ihren Traum, ein städtisches Mädchen zu werden und eine gute Schule zu besuchen, scheint nicht in Erfüllung zu gehen.

Hanli erlebt den harten Arbeitsalltag ihrer Eltern und besucht derweil eine Schule in der nur Kinder von Wanderarbeitern unterrichtet werden. In dieser wird sie allerdings liebevoll aufgenommen und der Nachbarsjunge Tang Ming steht hinter ihr und passt auf sie auf. Für die richtige städtische gehobene Schule fehlt Hanli die Erlaubnisbescheinigung und selbst wenn sie diese Schule besuchen könnte, müsste sie nach der 9. Jahrgangsstufe in ihre Heimat zurück.

Dann kommt der Tag, der alles ändert. Bagger walzen die Schule der Wanderarbeiter-Kinder platt und zerstört den größten Wunsch der Kinder – etwas zu lernen, um die Armut zu überwinden. Und letztlich macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Wäre da nicht Hanlis Vater, der alles für seine geliebte Tochter tun möchte. Wirklich alles…

Er schafft es tatsächlich, dass Hanli die normale Schule besuchen darf, doch seine Tochter ist unglücklich und fühlt sich von den reichen Kindern abgegrenzt. Sie kommt aus einem Dorf, lebt in einem Dorf und dieser aufgedrückte Stempel ist nicht leicht zu entfernen. Doch Hanli hält an ihren Träumen fest!

Wir haben uns auf die Reise nach Peking gefreut und haben Hanli gern auf ihrem Weg durch einen schwierigen Abschnitt ihres Lebens begleitet. Die Autorin schreibt mehr als behutsam, regelrecht liebevoll und mit viel Fingerspitzengefühl. Wir sind sofort angekommen und haben uns an Hanlis Seite gestellt.

Die Geschichte des kleinen Mädchens hat uns bewegt. Ihre innere Größe, ihr Mut und das unerschütterliche Festhalten an ihren Träumen haben uns gerührt. Durch das Mädchen auf dem Cover hatten wir Hanli die ganze Zeit vor Augen und sind stellenweise in diesen tief versunken.

Mit Hanli führt die Autorin ganz langsam und sachte ihre Leser an die Geschichte der Volksrepublik China heran und lässt bewusste Blicke in die Kulturrevolution zu. Hanli erfährt am eigenen Leib was es bedeutet, vom Land in die Stadt zu kommen und erlebt die Ausgrenzung von Volksgruppen mit. Und doch lässt sie sich nicht in den Sog aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ziehen, sondern lebt ihren Traum.

Hanli erkennt den Wert der Bildung und sieht hierin die einzige Chance, dem vorprogrammierten Schicksal der politischen Ausgrenzung der Kinder vom Land zu entfliehen. Da wo andere liegen bleiben, steht sie auf – da wo andere aufgeben, sieht sie neue Chancen. Ihr zerkratzter blauer Stuhl und der alte gelbe Tisch in der Schule für Wanderarbeiter ziehen sie nicht in ein Loch. Sie weisen ihr einen ganz eigenen Weg. Dieser Weg ist kein egoistischer, sondern ein Weg für uns alle und ganz besonders ein Zeichen für benachteiligte Menschen in totalitär regierten Ländern.

Wir schreiben oft gegen das Vergessen und im Hinterkopf sahen wir immer wieder leichte Parallelen, speziell zur Verfolgung und Stigmatisierung der jüdischen Bevölkerung, die speziell in der Zeit des Nationalsozialismus abgegrenzt, interniert und systematisch vernichtet wurde.  Diese Gedanken blieben einfach nicht aus.

„Das Mädchen am Rande der Stadt“ ist eine hoffnungsvolle Geschichte einer Jugend inmitten eines ideologisch geprägten Landes. Hanli überwindet Grenzen und wie ein kleines Manifest für die Gleichberechtigung aller Menschen steht sie in ihrer Schule zu ihrer Meinung. „Wanderarbeiter“ – immer noch ausgegrenzt und vertrieben, weitgehend entrechtet und wie Sklaven gehalten – ihnen setzt dieses Buch ein kleines Denkmal. Kein in Stein gemeißeltes – nein – eins mit den tiefsten und ehrlichsten Augen, in die wir bisher blicken durften. Wir danken der Autorin für diesen AUGENblick.

HANLI…

Bär im Boot

Bär im Boot - Literatwo fährt mit

Bär im Boot

Entweder man liebt dieses Kinderbuch, das ebenso für uns Erwachsene geeignet ist, oder man hasst es. Hier gibt es wohl keine Mischform von Hassliebe. Daumen hoch oder Daumen runter.

Alle Daumen zeigen nach oben, denn wir wollen „Bär im Boot“ lieben, wir lieben „Bär im Boot“!

Es geht aus unserer gemeinsamen Sicht auch gar nicht anders, denn schon die Gestaltung des Buches ist so besonders, dass sie unsere buchigen Herzen schneller und höher schlagen lässt.

Ein Roman, der alle Zeiten überdauert und jahrelang Bestand haben wird. Diesen Eindruck erweckt dieser Hingucker vom Carlsen Verlag schon von Buchgeburt an. Findet ihr nicht auch? Wir hatten sofort das Gefühl, als ob wir dieses Werk schon jahrelang in unserem Lieblingsliteraturregal stehen haben und schon ganz lange kennen.

Bär im Boot - wachsende Worte

Bär im Boot – wachsende Worte

Neben den Stellen die wie abgegriffen aussehen, spielt der scheinbare Kaffeetassenfleck vom Cover, der wohl eher von einer Teetasse stammt, auch im Buch eine Rolle. Ebenso wie das Boot, welches liebevoll auf den Namen Harriet getauft ist, eine wichtige  Rolle spielt. Auch den zweiten schwarzen Fleck werdet ihr darin finden, vielleicht anders als ihr denkt. Ihr werdet schon sehen!

Aber nicht nur wegen dem Äußerlichen, zu dem auch das handliche, aber nicht handeslübliche Format zählt, haben wir uns verliebt. Buchliebe zeigt sich ab und an auch daran, wenn man als Leser gern die ganze Zeit laut vorlesen mag. So ging es ganz besonders Arndt, der es auch während der Fahrt mit der S-Bahn gern laut vorgelesen oder gehört hätte. Harry Rowohlts Stimme als die des Bären – das wäre doch was, oder?

Übrigens hat uns dieses Büchlein eine liebe Buchhändlerin mit den Worten: „das ist der kleine Prinz von heute“ empfohlen. Diese Aussage können wir bestätigen!

Bär im Boot - gemeinsam stark

Bär im Boot – gemeinsam stark

In einem Boot – gemeinsam mit dem kleinen Jungen, dessen Name uns nicht bekannt ist, wurden wir herzlich vom Bären im Boot begrüßt. Auch seinen Namen kennen wir nicht, aber müssen wir das überhaupt? Nein, an keiner Stelle störte uns das eingesetzte Stilmittel des Autors, uns reichten der Junge und der Bär absolut aus.

Unsere weite Reise übers Meer wurde überhaupt nicht langweilig, ganz im Gegenteil. Habt ihr schon einmal ausprobiert, was man für tolle Sachen auf dem scheinbar endlosen Gewässer spielen kann? Vielleicht – „Ich sehe was, was du nicht siehst“? Zum Beispiel etwas in der Farbe BLAU. Blau wie das Meer oder der Himmel. Zuckersüß sind die Dialoge zwischen dem anfangs gelangweilten Jungen und dem lebhaften Bären.

Seite für Seite ließen wir uns übers Meer von den sachten Wellen treiben und beobachteten das Schauspiel der beiden Charaktere. Es bereitete uns großes Vergnügen mitzuerleben, wie die beiden den Versuch starteten zu angeln, die obligatorische Bären-Teezeit vollzogen oder gegen ein Seeungeheuer kämpften.

Die Illustrationen versüßten uns das Lesevergnügen und Dave Shelton verbildlicht unser Kopfkino auf jeder Seite. Mal mehr, mal weniger. Mal in Farbe, dann wieder schwarz-weiß. Ebenso wechselte der Lesewellengang zwischen hoch und tief. Wir genossen die rasante Fahrt im Boot, freuten uns aber auch über das einfache Treibenlassen.

Bär im Boot - Lebensbuch Literatwo

Bär im Boot – Lebensbuch

Aber was will uns diese gemeinsame Reise eines Bären und eines Jungen in einem Ruderboot vermitteln? Welche Botschaft gehört zur literarischen Nutzlast der Harriet? Diese Frage stellten wir uns immer wieder und von Seite zu Seite konturierte sich die mal stürmische, mal sacht dahintreibende Geschichte zu einem großen Ganzen.

„Bär im Boot“ ist eine gelungene Parabel über das Erwachsenwerden – und dies mit all seinen Irrungen und Wirrungen. Der Junge vertraut sich blind dem Bären an, der eigentlich nicht erklären kann, wie er seinen Weg findet. Allein an seiner Kapitänsmütze erkennt man seine unzweifelhafte Autorität – ihm selbst fehlen die Worte, um Vertrauen aufzubauen.

Und dann beginnen die Zweifel – dann beginnt das gemeinsame Boot dem Jungen zu klein zu werden und der Glaube an das Können des Bären erhält erste Risse. Der Wunsch des Jungen, seinen eigenen Weg zu finden stellt sich wie eine Wand zwischen die beiden Passagiere auf dem Meer des Lebens.

Bär im Boot - aneinander wachsen, zusammen vorankommen

Bär im Boot – aneinander wachsen, zusammen vorankommen

Der Bär hingegen bleibt vorerst Herr der Lage und gibt das Ruder nicht aus der Hand, bis der Junge in seinem jugendlichen Leichtsinn alles durcheinanderbringt, was dem Bären lieb und heilig ist. Das Wellental des Lebens im Zusammenwachsen zwischen Alt und Jung wird in dieser zeitlosen Geschichte zu unserer eigenen Wanderung auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Die Botschaft ist nicht neu, aber sie ist in einer berührenden und leicht verständlichen Art und Weise verpackt. Alleine kommt man nicht weit im Leben! Aneinander zu wachsen erfordert Geduld und Liebe, Achtung und Respekt und es ist ein oft mühsamer und langer Prozess. Wir sitzen alle im selben Boot und auf der gemeinsamen Reise durchs Leben ist niemand der alleinige Steuermann und niemand nur Ballast.

Der Bär im Boot erinnert an den kleinen Prinzen – wer diese Geschichte gelesen hat, wird sie nie vergessen und vielleicht in der richtigen Situation seines Lebens in der Lage sein, das eigene Ruder weiterzugeben. Nur gemeinsam ist man stark! Bärenstark sogar…

Bär im Boot

Bär im Boot

Picobello war unsere Fahrt mit den Beiden und wären die Anomalien nicht gewesen, gar nicht auszudenken. Ehrlich gesagt sind wir auch noch nicht angekommen, denn unsere Bootsfahrt wird einfach kein Ende finden. Wir haben uns an die Fahrt gewöhnt und Gewohnheiten gibt man nicht gern auf und ein Umgewöhnen ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Einsteigen bitte!

Die französische Kunst des Krieges – Lesen im Rausch der Gefühle

Ein Lebensbuch mit einer ganz besonderen Artikelserie bei Literatwo

Wenn man im großen Orbit der literarischen Neuerscheinungen ein Lebensbuch findet, dann ist dies ein außerordentliches Ereignis. Solche Bücher sind rar. Sie definieren einen besonderen Schritt der Erkenntnis und des Gefühls. Es spricht alle Ebenen an und wird in Wort und Fantasiebild zum Maßstab für andere Werke. Wenn dies geschieht, dann bleibt uns keine Wahl – wir müssen ein wenig weiter ausholen, um vermitteln zu können, was Die französische Kunst des Krieges in uns ausgelöst hat.

Zwei Artikel wollen wir dem preisgekrönten Roman widmen. Nennen wir es einfach eine sensitive und eine kognitive Annäherung an einen unserer Meilensteine der letzten Jahre. Gefühl und Erkenntnis gehen zwar Hand in Hand beim Lesen, aber die Dimensionen dieses Buches öffneten sich uns langsam, schrittweise und dann in aller Eindringlichkeit. Unser Lesegefühl in seinen ersten Eindrücken möchten wir in diesem Artikel beschreiben: „Lesen im Rausch der Gefühle“, während wir der inhaltlichen und gesellschaftlichen Bewertung im Artikel „Ein Gemälde aus Blut und Liebe“ Raum geben wollen.

Vom ersten auf Facebook dokumentierten Moment des Lesens bis zum lauten Nachhallen nach dem Schließen der letzten Seite möchten wir euch gerne mitnehmen auf die Reise in ein einzigartiges Werk:

ALEXIS JENNI – in zarten, rosafarbenen Großbuchstaben springt uns der Name des Autors nun endlich vom Buchcover an, das wir freudig in Händen halten. Endlich.

Der Name des Autors war nicht erst seit der Frankfurter Buchmesse in unseren Köpfen verankert. Nein, bereits seit der Messe in Leipzig, war unsere Vorfreude auf dieses große Werk da. Sie steigerte sich immer mehr und nun ist es endlich da.

ALEXIS JENNI – “Die französische Kunst des Krieges”, im Luchterhand Verlag erschienen, kommt anmutig daher. Strahlend weiß das Cover, auf dem von oben schwarze Tusche herunterläuft. Unter dem Cover findet sich ein in helles schwarz gebundenes Buch mit der gleichen verlaufenden schwarzen Tuschespur.

Ein wahrer Wälzer, schwer und über 700 Seiten rief nach uns Literatwos. Lesen, jetzt!

Wälzer machen uns keine Angst. “Unendlicher Spaß” oder auch “Die tausend Herbste des Jacob de Zoet” haben sich uns weit geöffnet und jede Seite beinhaltete ein tiefgründiges Stück Literatur. Sollte es nun anders werden, da der Schwerpunkt des Romans das Thema Krieg ist? Sollte dieser Roman eine Leseherausforderung werden?

Umfangreiche Geschichten ziehen uns seit jeher magisch an. Sie bieten Platz für die Entwicklung der Protagonisten und geben uns Raum, in genauen Beschreibungen Fuß zu fassen. Wir scheuen nicht vor dem Umfang zurück – auch Trilogien haben jeglichen Schrecken verloren. Aber ein Buch in solchen Dimensionen muss fesseln – von der ersten bis zur letzten Seite. Lesezeit ist wertvoll…. Besonders für uns.

Bereits auf den ersten Seiten stellen wir fest, dass wir angekommen sind. Angekommen in dem ruhigen Leben des Erzählers von Jenni.

Er lebt vor sich hin, genießt die tägliche Entspannung, erzählt über das Leben mit seinen unzähligen Freundinnen, den Sex, das vor sich hin Treiben. Der Beginn des Golfkriegs 1991 liegt für uns alle weit in der Vergangenheit zurück, aber auch für den Erzähler selbst liegt das was er in den Nachrichten mitbekommt, weit entfernt, obwohl er sich in genau diesem besagten Jahr befindet.

Er ist distanziert, hält sich aus den Geschehnissen raus und ruht in sich selbst. Auch wenn er vor uns sein Leben öffnet und uns Einblicke gewährt, hält er sich bedeckt, was seinen Namen, sein Alter und seinen früheren Beruf angeht.

Diese Perspektive ermöglicht Jenni den schonungslosen Blick auf eine Gesellschaft im Wandel. Er entführte uns an jener Stelle im Roman in die Findungsphase seines Erzählers. Beruflich gescheitert und passiv vor sich hinlebend, wird er von der Bilderflut über die chirurgisch präzise Kriegführung der Amerikaner im Irak überwältigt und aus seiner Lethargie geweckt.

Einstieg gelungen in das epochale Meisterwerk von Alexis Jenni „Die französische Kunst des Krieges“. Ausgezeichnet mit dem „Prix Concourt“ liest es sich so sprachgewaltig wie Tolstoi und vermittelt ein Lesegefühl, dem man sich einfach nur hingeben kann. 

Wer allerdings denkt, dies sei ein rein französischer politischer Roman, der wird sich schnell wundern, wie nah wir selbst die beschriebenen Gefühle nachempfinden können!

„Der Golfkrieg entstellte die Wirklichkeit, und die Wirklichkeit gab erstaunlicherweise nach.“ Große Worte – genialer Plot…

Jennis Frankreich befindet sich im sozialen Dämmerzustand und erstmals nach langer Zeit beteiligt sich das Land offiziell 1991 an einer militärischen Großoperation – die Stimmung gegenüber den Soldaten ist im Wandel. Der Ruf der Armee galt als beschädigt. Der Zweite Weltkrieg, Indochina, Algerien… Meilensteine des Niedergangs…. Die Legitimation Krieg zu führen bringt Erinnerungen an die Vergangenheit zurück und reißt alte Wunden wieder auf. Besonders bei den Veteranen vergangener und verlorener Kriege.

„Die französische Kunst des Krieges“ von Alexis Jenni entpuppt sich für Literatwo als eine große literarische Falle. Eigentlich liest man das Buch distanziert – es ist ein französisches Buch – es hat nichts mit uns zu tun! So denken wir nicht – so handeln wir nicht – das macht uns zu Betrachtern und so liest es sich entspannt.

Dann aber ist man auch schon in der Falle, denn man stellt fest, dass wir so fühlen, denken und handeln. Wir können nachvollziehen. Wir sehen Bilder aus dem Roman in unseren Städten – wir sehen Menschen aus dem Buch an den einsamen Kreuzungen unserer Straßen… sind das gar wir?

Dieses Buch ist eine große Falle… es ist ein Trick… und der wirkt verflucht gut. Wir lesen und denken tief. Das ist keine Schwarz – Weiß – Zeichnung, die vor uns liegt. Das Buch entfaltet seine Farbe im Leser!“

Die französische Kunst des Krieges – Keine schwarz-weiß Zeichnung

Jenni schildert eine Gesellschaft am Scheideweg. Franzosen mit tiefer innerer Angst vor Überfremdung. Soziale Konflikte, religiöse Unruheherde und die grausame Erkenntnis, dass die Kriege in den Kolonien aus Frankreich ein kolonialisiertes Land gemacht haben, behindern die freie Entfaltung.

Integration als Fremdwort – es gibt nichts zu integrieren und die Brennpunkte explodieren. Sind uns diese Bilder fremd? Führen wir nicht solche Diskussionen? Teilen Menschen in unserem Land nicht diese Ängste? Das Buch rückt im engsten Sinne an jedes Land dieser Welt heran. Es wird spürbar und jeden Tag fühlen wir in den Medien und auf der Straße, wie nah uns das Buch steht. Und jenseits dieser gesellschaftlichen Brisanz packte es uns in seiner schieren romantischen Wucht an den tiefsten nur denkbaren Gefühlen.

„Die französische Kunst des Krieges“ lebt von der poetischen Energie, die alle Zeilen des Romans zu einem großen Gemälde verbindet:

Victorien über seine Geliebte: „Sie ist genauso wie sie sich in meine Seele eingeprägt hat. Sie hat genau die Größe meiner Seele; oder meine Seele ist ihr Kleid, und ich bekleide sie vollkommen. Ihre Schönheit, die ich schon von fern erraten habe, hat auf mich gewirkt wie eine Vorahnung. Euridice, meine Seele, hier bin ich wieder, hier, vor dir. Euridice nahm in Victoriens Herz Platz, das genau auf ihre Maße zugeschnitten war.“

Überraschende Sätze in einem Buch über das Thema Krieg? Nein… es ist voller Zärtlichkeit als Gegengewicht zum Drama!

Eine Seele von einem Buch – Die französische Kunst des Krieges

Die Passivität und Distanz des Erzählers ließ uns den eigentlichen Protagonisten des Romans erfühlen. Victorien Salagnon ist Veteran. Erst Resistance-Kämpfer gegen das Nazi-Regime und später Soldat an allen französischen Fronten. Die Kunst des Krieges hat er gelernt wie kaum ein Zweiter und doch ist er ein künstlerisch geprägter Mensch, der seinen Abstand in der Malerei suchte. Tusche war sein Versteck, aus dem ihn der Erzähler herauszieht um seine Lebensgeschichte zu schreiben. Und in der Tusche liebt er wie kein Zweiter. Seine Zeichnungen werden zu Geschichten und diese Geschichten erzählen die dunkle Seite des Krieges, aber auch von der einen strahlenden Kraft, die ihn überleben ließ: LIEBE.

Jennis Erzähler wird zum Mittler zwischen seinen Lesern und Victorien Salagnon. Und keiner von Beiden wird das Buch unverändert verlassen!

Wäre die Anzahl der PostIts ein Maßstab für literarische Qualität, dann müssten wir hier von einem absoluten Meisterwerk reden. Wären die literatwoischen Gesprächsminuten zu diesem Buch ein Maßstab, dann müssten wir von einem Meisterwerk reden. Wären unsere Träume und täglichen Gedanken zu denen uns der Roman veranlasst hat ein Maßstab, dann müssten wir von einem Meisterwerk reden.

Victorien Salagnon – Die Tusche rettete seinen Geist und seine Liebe

Da jedoch ausschließlich unsere Gänsehaut, unsere Tränen und unsere Wut ein geeigneter subjektiver Maßstab sind, reden wir von einem Meisterwerk! Es ist eines – und im nächsten Artikel

Ein Gemälde aus Blut und Liebe

erzählen wir von der inhaltlichen Substanz, seiner Strahlkraft und der Dimension eines großen Gemäldes in Buchform!

Hier geht es weiter – Die französische Kunst des Krieges – Artikel 2

Wir beide irgendwann…

Wir beide irgendwann. Eine moderne Zeitreise via Facebook…

Tote Mädchen lügen nicht… Mit diesem zeitlosen Roman hat sich Jay Asher einen sicheren Platz in der ewigen Bestenliste von Literatwo erobert. Gespannt warteten wir nun auf sein neues Buch „Wir beide irgendwann“ und schon seit der Buchmesse in Leipzig konnten wir es kaum erwarten, uns der Frage zu widmen, was wohl passiert, wenn man via Facebook einen Blick in die eigene Zukunft werfen könnte.

Was würden wir sehen, was wollten wir sehen und was auf keinen Fall…? Wir haben uns diesem Roman von zwei Perspektiven aus genähert. Werfen wir zuerst einen Blick zurück und dann einen Blick nach vorne… Folgt uns einfach.

Wir beide, irgendwann – Eine Zeitreise dank Facebook

Binea:

1999 – ein Computer zieht in mein Jugendzimmer ein. Von AOL gibt es eine CD Rom, auf der steht, dass die ersten 100 Stunden Internetnutzung frei sind. Internet – endlich. Was war das für ein tolles Gefühl, auch Zuhause surfen zu können. Bisher kannte ich es ja nur aus der Schule. Also los, CD rein und eine Verbindung herstellen. Das Modem machte Knack- und Piepgeräusche und dann war es geschafft. Ich legte mir eine Emailadresse an und die Dame von AOL begrüßte mich mit „Willkommen“. An diese Zeit erinnere ich mich auf den ersten Seiten von „Wir beide irgendwann“ zurück.

Auch Emma geht es so, dass sie zum ersten Mal das Internet von ihrem Zimmer aus betreten kann, denn sie hat wie ich damals, 100 Freistunden. Stundenlang könnte sie also online bleiben, wären da nicht ihre Eltern, die sie davon abhielten. Absolut authentisch, denn mir ging es genauso. Meine Eltern baten mich ebenfalls, die Verbindung zu trennen, da sie sonst nicht telefonieren können. Ich zögerte den Moment so lange wie möglich heraus, da ich gerade die Chaträume von AOL entdeckte und zudem noch Emails versenden wollte.

Wir beide, irgendwann – Was wäre, wenn ich heute wüsste…?

Ein Facebook-Button begegnete mir allerdings nicht, Emma schon. Genau hier endet das gemeinsame Erlebnis, das ich mit der Protagonistin teilte. Emma kann nicht fassen, was sie gerade sieht. Sie entdeckt ihr Profil in der Zukunft. Ihr Nachbar und ehemaliger bester Freund Josh hat ihr die CD Rom mit den Freistunden geschenkt, er muss wissen, was es mit dieser merkwürdigen Seite auf sich hat. Sie möchte ihm die Seite zeigen und mit ihm darüber reden, was sie darauf gefunden hat. Genau sie, Emma Nelson Jones, wird in der Zukunft unglücklich sein, stellt sie anhand der Einträge fest. Ein Punkt der auf ihr lastet, ihr nicht mehr aus dem Kopf geht.

Sie findet Einträge von sich aus der Zukunft, liest sich alle Meldungen durch, die sie finden kann und blättert durch ihre Zukunfts-Fotogalerie. Emma kann es nicht glauben und auch Josh ist sprachlos fasziniert. Beide wollen das Geheimnis für sich behalten und vermuten, Klassenkameraden spielen ihr einen Streich. Die Onlinezeit wird durch die Eltern begrenzt und so können beide erst am nächsten Tag wieder auf das Facebook-Profil von Emma zugreifen.

Wir beide, irgendwann – Bin das wirklich ich? Emma…

Keine vierundzwanzig Stunden später stellt sich heraus, dass sich einige Statusmeldungen vom gestrigen Tag verändert haben. Die Zukunft scheint nicht, noch nicht, festgelegt zu sein und einige Ereignisse können anscheinend positiv wie negativ beeinflusst werden.

Mr. Rail:

So weit, so gut… Genau bis zu diesem Punkt waren wir gefesselt von der Ausgangssituation und in vielen Telefonaten haben wir unseren Gedanken freien Lauf gelassen und spekuliert, welche Irrungen und Wirrungen wohl noch auf Emma und Josh zukommen würden. Dabei hatten wir stets Jay Asher im Hinterkopf, da wir seit Tote Mädchen lügen nicht genau wussten, in welche Abgründe und Tiefen er abzutauchen vermag. Wir waren bereit zum Tauchgang… Wir waren es wirklich…

Wir beide, irgendwann – Warum ist heute bald gestern?

Doch schon früher als uns lieb war mussten wir feststellen, dass wir mit unseren Erwartungen ein wenig über die Realität dieses Romans hinausgeschossen waren. Die brillante Idee fand in ihrer Umsetzung lediglich dort ihren Niederschlag, wo es darum ging, jeden Morgen die „Zeitmaschine“ Facebook zu öffnen und auf der eigenen Profilseite lediglich die fokussierte Beziehungszukunft zu betrachten.

Allein eine Frage steht im Mittelpunkt: „Mit wem bin ich denn diesmal verheiratet?“  Und sollte einer der Einträge im Profil von Emma nicht den persönlichen Wünschen entsprechen, dann wird eben schnell durch eine Entscheidung im Jahr 1996 die Zukunft geändert. Dabei reicht es in der Theorie der Romankonstruktion aus, sich zum Beispiel klar und deutlich einzureden „Ich werde nie in London wohnen“, um einen möglichen Lebenspartner loszuwerden, der laut Facebook mal eben Emmas Geld für ein IPad ausgegeben hat.

Am nächsten Tag ist auf Emmas Profil von jenem Ehemann keine Spur mehr zu finden und die Geschichte entwickelt sich in eine andere Richtung, hin zum nächsten „unmöglichen“ Weggefährten, während die Zukunft von Emmas bestem Freund Josh sich weitgehend unverändert an der Seite des reichsten und tollsten Mädchens der gemeinsamen Schule vollzieht…

Unfassbar!

In Emma haben wir keine romantische und hoffnungsvolle Protagonistin gefunden, sondern eher eine von Neid und Egoismus angetriebene junge Frau, die nicht nur ihr Leben pausenlos verändern möchte, sondern auch Josh nicht ansatzweise sein persönliches Glück zu gönnen scheint. Kein Stoff für eine große Romanze oder gar eine Liebesgeschichte. Zumindest nicht für uns.

Wir beide, irgendwann – Ein Blick in die Zukunft – Unbekanntes

Augenscheinliche Oberflächlichkeiten geben den Ausschlag für jede Richtungsänderung und wenn Emma sich immer mehr der Frage widmet, was Josh eigentlich so anziehend macht, dann nur, weil sie seine Zukunft an der Seite einer so hübschen Frau nicht verkraftet. Der (eigentlich zu viel verratende) Romantitel „Wir beide irgendwann“ klingt dann immer mehr nach einer Drohung, als nach romantischer Fügung des Schicksals. Er klingt nach Emmas Drohung…!

Das größte Manko des Romans ist für uns allerdings das Ausblenden jeglicher gesellschaftlichen Veränderung in den 15 Jahren bis hin zu Emmas Facebook-Profil. Der Roman spielt eher im seichten Taka-Tuka-Land, als im von Wirtschaftskrise, Krieg und Terror (Nine Eleven) massiv veränderten Amerika. Jede Tiefe, die an jeder Stelle des Buches locker zu erzeugen gewesen wäre, bleibt auf der Strecke der seichten Oberfläche… Mehr als schade…

Ein einziger Schulfreund zum Beispiel, der den Weg in die Army gewählt hätte und im Jahr 2011 auf Klassenfotos eines Ehemaligentreffens nicht mehr auftaucht, hätte ausgereicht, die Handlung in einen plausiblen Kontext einzubetten. Die Tatsache, dass Emma auch nur auf ihrer Profilseite landet und es scheinbar keine Startseite gibt, auf der sie viel über das Leben des Jahres 2011 erfahren hätte, dient hierbei nur der besseren Oberflächenhaftung der Handlung.

Wir beide, irgendwann – Wird wirklich alles fortgesetzt?

So bleibt uns nur ein Fazit: Wer ein leicht und locker geschriebenes Buch im Stile einer üblichen College-Lovestory lesen möchte, dabei die grundlegende Idee einer virtuellen Zeitreise nicht unsympathisch findet und sich einfach mal nur unterhalten lassen möchte, dem sei der Griff zu „Wir beide irgendwann“ empfohlen. Ein durchaus schönes Sommerbuch!

Wer allerdings, besonders vor dem Hintergrund des Namens Jay Asher, mehr erwartet, der wird vielleicht so enttäuscht wie wir auf dem Weg zurückbleiben. Wenig Liebe, kaum wahre Gefühle, oberflächliche Romantik und eine weitgehend verpuffte Idee von einer Zeitreise via Facebook haben uns nicht überzeugt!

Mozarts letzte Arie – mehr als ein Kriminalroman

mozarts letzte arie spacerAm 5. Dezember 1791 endet eine der bedeutendsten Epochen der europäischen Kulturgeschichte. Wolfgang Amadeus Mozart, das einstige Wunderkind und absolute Jahrhundertalent, stirbt in Wien. „Hitziges Frieselfieber“ lautet die offiziell beurkundete Todesursache. Der größte Komponist seiner Zeit wird beigesetzt, die Akte Mozart schließt sich mit einem Schlussakkord in Moll. Seine Musik lebt weiter..

Doch kann es wirklich sein, dass eine kleine Infektion für den Tod Mozarts verantwortlich war? Warum hat er seiner Frau kurz vor seinem Tod im Geheimen anvertraut, er habe den Verdacht, vergiftet worden zu sein? Hatte Mozart inmitten der kulturellen Metropole Wien Feinde? Wer profitierte von seinem frühen Tod mit nicht ganz 36 Jahren?

Niemand scheint sich für die Wahrhheit zu interessieren. Einzig seine Schwester Nannerl reist aus der Provinz nach Wien, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Drei Jahre lang hatte sie keinen Kontakt zu ihrem Bruder. Erbstreitereien haben sie einander entfremdet und eine Distanz aufgebaut, die es in ihrer gemeinsamen Jugend nie gegeben hatte.

Mozarts letzte Arie – Seine Schwester auf der Suche nach dem Mörder

Gemeinsam bereisten sie Europa, gaben begeisternde Konzerte und galten als gleichermaßen hochbegabt. Jedoch nutzte nur Wolfgang Amadeus diese Begabung, um Karriere zu machen, während seine Schwester Opfer des traditionellen Frauenbildes wurde. Sie hatte zu heiraten, Kinder zu gebähren und fortan in Vergessenheit zu leben.

Mit dieser gemeinsamen Geschichte im Gepäck besucht sie Mozarts Ehefrau in Wien und bemerkt sofort, dass sie mit ihren gezielten Fragen schier in das Wespennest der europäischen Geschichte sticht. Nannerl versucht das Unmögliche: Sie will beweisen, dass ihr Bruder Opfer eines perfiden Mordplans wurde und den Täter entlarven.

Dabei begibt sie sich selbst in Lebensgefahr. Einflussreiche Politiker, Freimaurer und eine Frau mit zerschnittenem Gesicht kreuzen ihren einsamen Weg. Das hohe Risiko geht sie ein, um sich auch über den Tod hinaus mit ihrem verstorbenen Bruder zu versöhnen. Geschwisterliebe vermag ein stärkeres Band zu sein, als alle Bündnisse in einer unruhigen Epoche der Geschichte.

Vierzig Jahre nach diesen Geschehnissen übergibt sie ihrem Neffen ein Tagebuch…

Wird Franz Xaver Wolgang Mozart aus den Zeilen seiner Tante die Wahrheit über den Tod seines Vaters erfahren? Wird dieses Tagebuch die Biografie der musikalischen Legende neu schreiben? Was geschah damals im Dezember 1791 in Wien?

Mozarts letzte Arie – Das Grab birgt ein Geheimnis

Matt Beynon Rees ist mit Mozarts letzte Arie weit mehr gelungen als die Untertitelung auf dem Buchcover „Ein Kriminalroman“ vermuten lässt. Er blättert versiert in der Biografie Mozarts, ordnet sein Lebenswerk spielerisch locker in den zeitgeschichtlichen Hintergrund ein und bewegt sich selbst bei den gewagtesten Spekulationen auf historisch dokumentiertem Parkett.

Mozarts Musik an der Höfen der Mächtigen muss in jener Zeit, unmittelbar nachdem der französische Adel 1789 im Zuge der Revolution den „Kopf verloren“ hatte, eine brisante Wirkung gehabt haben. Allein sein letztes großes Werk „Die Zauberflöte“ ist ein komponiertes Manifest für Gleichheit und Brüderlichkeit. Dass Wolfgang Amadeus Mozart selbst seinen „Brüdern“ unter den Freimaurern dabei oft einen Schritt zu weit gegangen ist, belegen die Texte seiner Arien und es ist durchaus möglich, dass er sich in seinem naiven Streben nach freier Entfaltung des menschlichen Geistes in die Nesseln der widerstreitenden Machtströme begeben hat.

Wir haben viel über dieses Buch diskutiert und sind am Ende überzeugt, in einer unaufdringlichen und spannenden Art und Weise mehr über Mozart erfahren zu haben. Dies ist mehr als ein kleiner historischer Roman – es ist allerdings auch mehr als eine trockene Biografie. Fast ein kleines eigenes Genre, in dem ohne schlechtes Gewissen fundiert spekuliert werden darf.

Mozart – Eine besondere Zeit – Weitere Artikel werden folgen

„Mozarts letzte Arie“ hat eine kleine Bücherkette ausgelöst und Werke in den Vordergrund gebracht, die wir bereits gelesen haben, oder die noch in unserem SUB schlummern. Assoziationen entstehen durch Begeisterung und Vertiefung… und genau dies ist uns auch hier wieder passiert. (Kurze Leseprobe gefällig? Hier klicken…)

Deshalb werden wir diesem Mozart-Artikel noch weitere Berichte folgen lassen. Stolz sind wir darauf, wieder einem Zufall erlegen zu sein, hat uns doch unsere Freundin Clara Luisa Demar genau in dieser Zeit eine ganz eigene Betrachtung zu Wolfgang Amadeus Mozart geschickt. Es ist ein besonderes Privileg, auch diesen Text mit Illustrationen veröffenlichen zu dürfen.

Die Musik Mozarts lebt weiter… und wir schließen die Akte Mozart keinen Moment zu früh… bleibt gespannt.

„Feuer und Glas“ von Brigitte Riebe – Geschichte trifft Fantasy

Feuer & Wasser - Brigitte Riebe - Elemente

Feuer & Wasser – Brigitte Riebe – Elemente

Was passiert, wenn eine promovierte Historikerin und etablierte Schriftstellerin „Historischer Romane“ die Entscheidung trifft, einen fantastischen Roman zu schreiben? Was passiert, wenn eine renommierte Autorin das Genre wechselt und zu all den verbrieften historischen  Fakten die eigene Imaginationskraft hinzufügt?

Die Mischung verspricht explosiv zu sein und im Falle von Brigitte Riebe entsteht ein neues Genre. Vielleicht müssen die Buchhandlungen bald einer neuen literarischen Kategorie ein paar Regalmeter widmen:

„FantOry“ – die Kombination aus Fantasy und History wird wohl künftig untrennbar mit Brigitte Riebe verbunden sein. Und Literatwo hat diesem Genre einen Namen gegeben 😉

Und nun mitten hinein, in ein beginnendes 16. Jahrhundert – auf nach Venedig und lernt mit uns gemeinsam Milla und Luca kennen. Lasst euch von der wahrheitsliebenden Katze Puntino verzaubern. Genießt einen All-Age-Jugendroman ohne einen einzigen Vampir, ohne Dystopie, ohne zaubernde Internatsschüler, aber dafür mit viel Gefühl und Spannung! Betretet mit uns die Brücken von Venedig und passt gut auf euch auf… es wird brenzlig…!

Was „Feuer & Glas – Der Pakt“ im tiefsten Inneren des geneigten Lesers auslöst, könnt ihr sehr schnell erkennen, wenn ihr euch die Rezension von Bianca auf der literarischen Zunge zergehen lasst:

Brigitte Riebe hat uns entführt und zwar nach Venedig. In die Stadt der Liebe und der vielen Gondeln und unzähligen Wasserwege.

Gerade angekommen, setzen wir unsere Füße aufs Land und sehen auch schon Milla. Sie steht auf einer Brücke, tief in Gedanken versunken und scheinbar doch hellwach, denn ihr Blick ist auf einen jungen Mann gerichtet. Dieser fährt in einer Gondel, welche blau leuchtet, außerdem ist eine Katze bei ihm. Im nächsten Moment rennt Milla aber auch schon los in Richtung Piazza auf der sich hunderte von Menschen tümmeln, denn die Handelsflotten sind da. Die Fähren aus Konstantinopel, welche zwei Mal im Jahr in Venedig ankommen. Millas Blick sucht und sucht, scheinbar möchte sie jemanden abholen.

 

Wir erfahren, dass sie nach dem Feuerkopf, ihrem Vater Leandro Ausschau hält. Sie erwartet ihn schon lange zurück, doch nur sie hat noch die Hoffnung, dass er jemals zurückkehrt. Seit fünf Jahren schon ist er verschwunden, in der Stadt wird er als Verräter bezeichnet, der sich nach Konstantinopel abgesetzt hat. Ihr Herz schlägt höher, als sie von weitem schon einen feuerroten Haarschopf sieht, doch sie wird enttäuscht und der Mann stellt sich als Marco Bellino vor.

Milla ist verzweifelt und begibt sich auf den Heimweg, in die Ippocampo, die Taverne, in der sie ihrer Mutter Savinia und ihrer Tante Ysa hilft. Dort findet sie auch Salvatore vor, der um die Gunst ihrer Mutter buhlt und diese kurz davor ist, ihren eigentlich immer noch heiß geliebten Ehemann für tot zu erklären, um ein neues Glück zu beginnen. Milla hasst Salvatore und würde ihn als neuen Vater nie akzeptieren. Im Hinterhof versucht sie sich zu beruhigen und findet wie immer die streunenden Katzen vor. Um ihre Beine streift eine neue Katze, doch Milla stutzt, denn die Katze ist jene von der blauen Gondel. Sie tauft sie Puntino.

Der Kater folgt ihr auf den Markt und führt sie dann aber direkt in das Domizil, in dem sich der Junge aus der Gondel, niedergelassen hat. Milla ist neugierig und gleichzeitig auch geblendet von dem Blau des Jungen und seiner Anziehungskraft, die er auf sie ausübt. Puntino bringt Luca und Milla ein weiteres Mal zusammen, aber auch der Neuankömmling Marco ist ständig in Millas Nähe. Und dann sehen wir, wie Milla förmlich in einen Strudel aus Ereignissen gezogen wird, denn der Stadt Venedig scheint ihr Ende bevor zu sehen.

Der geschlossene Pakt ist zerbrochen und sie steht zwischen den Feuer- und den Wasserleuten. Die Gefahr lauert in den Gassen, auf den Wasserwegen, ihr gesamtes Umfeld verändert sich und sie kann scheinbar niemandem mehr trauen, außer Puntino.

Wir Literatwos sind sofort angekommen in Venedig.

In Milla lodert das Feuer und das Leben, sie ist eine junge Protagonistin in der Magie steckt. Selbige Magie welche auch in den Feuer- wie auch Wasserleuten steckt. Ein Roman der magisch anzieht, sehr romantisch ist und gleichzeitig seitenweise Spannung in sich trägt. Ein Roman zum Fühlen und Schmecken, ein Roman zum Wohlfühlen.

Ein Jugendbuch, welches für alle Jugendlichen geeignet ist, ein Jugendbuch, welches fantastisch ist und ohne viel Gewalt und ohne dystopische Elemente auskommt. Brigitte Riebe schafft aus den Elementen Feuer und Wasser eine große greifbare Geschichte mit der sie den Leser in die Welt Venedigs abtauchen lässt. Eine Welt voller Geheimnisse, eine Welt voller Licht- und Schattenseiten, eine Welt aus Gut und Böse, verpackt in einer Mischung aus Realität und Fantasie.

Die Autorin lässt die italienische Insel vor den Augen des Lesers emporwachsen, lässt ihn das Gefühl haben, selbst in einer Gondel zu fahren und die Gassen der Stadt zu erkunden. Ihre Leidenschaft für Katzen findet ihren Platz in der Katze Puntino, welche den Roman bereichert und gleichzeitig andersartig macht.

In der Stadt der Liebe angekommen, wollen wir gern verweilen, aber aus der Ferne scheint Konstantinopel zu rufen, denn Milla und Luca haben noch viel vor. Alle Geheimnisse sind noch nicht gelüftet, das Wasser scheint die Magie zu spiegeln und die Liebe lodert wie das Feuer.

Das Buch ist geschlossen, die Geschichte lebt weiter und Puntino muss uns einen Weg weisen, wie wir die Zeit bis zur Fortsetzung überstehen können.

Denn nun fragen wir uns, was passiert, wenn ebenjene Brigitte Riebe diese Geschichte auf zwei Bücher verteilt? Was passiert mit uns, wenn wir am Ende des ersten Teils vor Spannung zu platzen drohen und doch nicht mit leeren Händen in der magischen Lagunenstadt verweilen müssen?

Wir freuen uns auf die Fortsetzung – wir freuen uns auf das zweite Buch und ein bestimmt emotionales Cover. Auf dem zweiten Teil wird Luca im Mittelpunkt stehen, den Blick zu Milla gewandt und so entsteht mehr als eine literarische Einheit.

Und wir freuen uns auf Konstantinopel… Sehr sogar!

Besucht die Buchseite zu „Feuer & Glas“ auf Facebook und lasst euch überraschen, was dort in den nächsten Wochen passiert. Literatwo ist nicht ganz unbeteiligt und wir danken schon jetzt Theresa Engel für die wundervollen Katzen, die vorerst noch „nur“ unsere Artikelbilder umrahmen! Es wird viele Überraschungen geben und die Wartezeit bis zur Fortsetzung vergeht dann wie im Flug!

Wir sind jedenfalls dabei 😉

Brigiite Riebe 2017 – „Marlenes Geheimnis“ – Der Leseweg geht weiter…

1 Welttag des Buches – 3 Projekte – 60 Bücher

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So mitreißend wie nie zuvor: Die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutsche Buchverlage setzen zum UNESCO-Welttag des Buches im Jahr 2012 neue, inspirierende Lesezeichen. Erstmals wird die Einladung zum Lesen nicht nur an Schülerinnen und Schüler gerichtet sondern an alle Lese-Fans und vor allem an jene, die es werden wollen. Bereits ab Januar wurde mit der neu ins Leben gerufenen Aktion „Lesefreunde“ an lesebegeisterte Menschen in ganz Deutschland appelliert, ihre Lesefreude zu teilen.

Literatwo hat sich sofort angemeldet und wird als Partner dieser riesigen Aktion nun mit gleich zwei Projekten an den Start gehen. Eigentlich sogar mit drei, aber das erfahrt ihr am Ende dieses Artikels!

Am 23. April 2012 ist es dann wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest und wir sind mit dabei…

Unser erstes Projekt verbindet zwei Lebenselixiere miteinander, denen so leicht nachgesagt wird, dass man in ihnen mehr als versinken kann. Wolle und Literatur – und beide haben eines gemeinsam – eine riesige Fangemeinde, die immer wieder den Kopf über den Tellerrand streckt und schaut, was es im jeweils anderen Bereich Neues zu entdecken gibt.

Wir vereinen Woll- und Leselust am Welttag des Buches 😉 Und ihr könnt mit dabei sein!

Der Welttag des Buches in Dresden

Der Welttag des Buches in Dresden

30 Exemplare von Nick Hornbys Roman „About a Boy“ warten auf euch und wir würden uns sehr über einen persönlichen Eintrag in das literatwoische Weltbuchtag-Gästebuch freuen. Wir wünschen buchig-wollige Gespräche und ein bestrickendes Lesevergnügen… 😉

Binea schrieb zu „About ab Boy“:

Nick Hornby hat einen typischen Roman fürs Jungs geschrieben, könnte man sagen. Das Erwachsenwerden ist oftmals nicht einfach und manche Männer sind eben eigentlich nur große Jungs. Will und Marcus sind eine Extraklasse des männlichen Geschlechts.

Beide Charaktere scheinen vollkommen unterschiedlich zu sein, entdecken aber mit der Zeit, dass sie doch mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie je gedacht hätten. Auch wenn viele Geschehnisse einen ernsten Hintergrund haben, muss und soll das laute Loslachen nicht unterbunden werden.

Der Humor im Buch ist stellenweise so trocken, dass man vor Lachtränen kaum aus den Augen schauen kann.

Der Welttag des Buches in Dresden

Der Welttag des Buches in Dresden

Das zweite Projekt wird in München versuchen, die Literatur und Railys Beruf unter der Überschrift „Gegen das Vergessen“ mit einem mehr als guten Zweck zu verbinden. Vor dem Hintergrund eines Romans über das Unrechtsregime des Dritten Reiches bietet sich die Chance, durch das gemeinsame Lesen ins gemeinsame Gespräch zu kommen.

30 Exemplare von Kressman Taylors mehr als legendärem Briefwechsel „Adressat unbekannt“ werden auf diese Weise eine neue Heimat finden und der Welttag des Buches hilft dabei auch noch Kindern in Not!

Literatwo unterstützt „Lachen helfen, die Initiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Einsatzgebieten. Wir werden an diesem Tag auf diese Aktion hinweisen und vielleicht gelingt es  uns sogar, die ein oder andere kleine Spende weitergeben zu können. Hier gehen Literatur, Beruf und soziales Engagement Hand in Hand.

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Mr. Rail schrieb zu „Adressat unbekannt“ von Kressman Taylor:

Ein kleines Buch – aber wohl das größte kleine Buch, das ich in meinem langen Leserleben in Händen halten durfte. Ein Buch über die Macht des geschriebenen Wortes und die Möglichkeiten des menschlichen Geistes, ein diktatorisches System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

Was kann man als geflohener Jude tun, wenn man 1932 in New York erfährt, dass der ehemals beste Freund in München zum bekennenden NAZI wird? Was kann man tun, wenn man daran verzweifelt, dass dieser Mensch die in Sicherheit geglaubte Tochter der SA ausliefert? Nichts? Das ist falsch…!

Man kann seinem Freund schreiben… viele Briefe kann man ihm schreiben… eine Rache in Worten… tödlich intelligent…

Der Welttag des Buches in München

Der Welttag des Buches in München

Unsere Leser haben wir natürlich nicht vergessen – und so ergibt sich dann doch noch das dritte Projekt am Welttag des Buches. Wir werden einen Artikel veröffentlichen und euch eine Frage zum Thema „Bücher verschenken“ stellen. Beantwortet die Frage hier oder auf unserer Facebookseite und vielleicht gehört auch ihr an diesem Tag zu den Beschenkten.

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Der Klang des Pianos – Der Titanic-Roman

Elisabeth Büchle - Der Klang des Pianos - Ein Titanic-Roman

Als Leser muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man in einem aktuellen Titanic-Roman versinkt. Man darf nicht erwarten, im maritimen Handlungsstrang Überraschungen zu erleben – man darf davon ausgehen, dass man Personen begegnet, die historisch verbrieft sind und dadurch wenig Spielraum für Interpretationen lassen und letztlich darf man nicht darauf hoffen, dass der Autor oder die Autorin zum Ende des Romans in einer heldenhaften Korrektur der Seegeschichte das Ruder der Titanic im wahrsten Sinne des Wortes herumreißt. Das muss man wissen – das wussten wir.

Als Autor muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen modernen Titanic-Roman schreibt. Man wird niemals dafür gelobt werden, wie brillant die Idee mit dieser Schiffskatastrophe doch sei – niemand wird ein Wort darüber verlieren, welche Vielfalt an Protagonisten sich in den verschiedenen Klassen des schwimmenden Palastes eingefunden haben und in den meisten Fällen erntet man maximal Kritik, wenn die historisch verbürgten Fakten nicht so wiedergegeben wurden, wie sie im kollektiven Gedächtnis von Generationen überlebt haben. Dies muss Elisabeth Büchle gewusst haben, bevor sie die ersten Zeilen ihres Titanic-Romans „Der Klang des Pianos“ zu Papier brachte.

Eine schmale Gratwanderung also für Schriftsteller und Publikum, sich auf das dünne Eis eines der berühmtesten und doch namenlosen Eisberge der Neuzeit zu begeben, um in diesem Szenario eine neue Handlung zu platzieren und neue (natürlich fiktive) Charaktere dem vorprogrammierten Untergang entgegenstreben zu lassen.

(Nur am Rande sei hier auf den Literatwo-Artikel zum verantwortungsvollen Umgang der schreibenden Zunft mit der historischen Titanic unter dem Titel: „Kann die Literatur ein Schiff versenken?“ verwiesen)

Der Klang des Pianos - Elisabeth Büchle - Ein Welte Piano an Bord

Literatwo begab sich gemeinsam und gleichzeitig auf diesen Grat – mit intensivsten Kenntnissen zur Katastrophe versehen, da wir gerade zu diesem Schwerpunkt im Rahmen unseres Titanic-Projektes (LINK) mehr zum Thema gelesen haben, als jemals zuvor. Uns konnte nichts mehr überraschen – alles war ja von vorneherein klar und so gaben wir an einem ruhigen Abend vor wenigen Tagen das Kommando „Leinen los“ und folgten Elisabeth Büchle zum „Klang des Pianos“ in das Jahr 1912.

Also – kurz gesagt, es waren keine Überraschungen möglich! Dachten wir… eigentlich…

Wenn wir den historischen Kontext der Schiffstragödie im Roman beleuchten, dann fällt auf, dass der Autorin in der Einbettung ihrer Handlung keinerlei – und hiermit meinen wir nicht den Kleinsten – Fehler begangen hat. Die Schilderung des Hintergrundes und der realen Persönlichkeiten ist stilsicher und durchweg Vielschichtig. Der Fokus richtet sich nicht nur auf die Passagiere der Ersten Klasse oder den viel zitierten Konflikt zwischen Arm und Reich – nein – Elisabeth Büchle wandert mit uns ebenso gewandt über das Promenadendeck, wie sie ihre Leser in die Tiefen der Maschinenräume entführt. Ihr intensiver Blick in den Bereich der Zweiten Klasse ist hier eine Perspektive, die sich allzu selten in historischen Romanen zum Untergang der Titanic wiederfindet.

So sagte „Titanic-Expertin“ und Sachbuchautorin Linda Maria Koldau in unserem Exklusivinterview gerade zu dieser Problematik: „Die Zweite Klasse bietet eben keinen spannenden Stoff für einen Roman.“ Elisabeth Büchle hat bewiesen, dass es anders geht – ein eindeutiges Plus in diesem Roman- sozusagen der „Titanische Missing-Link“ in der Weltliteratur zum Thema!

Der Klang des Pianos - im Blickpunkt: Die Zweite Klasse...

Dieser Linie bleibt die Autorin in der reinen Romanhandlung treu. Elisabeth Büchle hat wohl den allerersten Titanic-Mittelklasseroman geschrieben – und dies ist KEINE Wertung! Richard Martin, Angestellter eines mittelständischen Unternehmens erhält den Auftrag, an Bord der Titanic eines jener legendären automatischen Klaviere in Betrieb zu setzen. Dort begegnet er der Stewardess Norah Casey. Es ist nicht ihr erstes Treffen. Als Verwandte seines Arbeitgebers war sie kurze Zeit zuvor in Deutschland, und Richard musste sich in dieser Zeit aufgrund seiner fundierten Englischkenntnisse um das impulsive Energiebündel kümmern.

Als strebsam kann man Richard bezeichnen – als nach Höherem strebenden Menschen, der so wenig wie möglich Fehler machen möchte und alles dem persönlichen Erfolg unterordnet – auch seine eigene Persönlichkeit. Mit Norah begegnet ihm zum ersten Mal eine junge Frau, die vor Lebenslust und Energie zu platzen scheint und sich trotz ihrer gesicherten Stellung nicht nach oben orientiert, sondern den Menschen verbunden bleibt, denen es weitaus schlechter geht.

Norah und Richard – ungleicher können Mann und Frau nicht sein und doch gilt auch hier das Mantra „Gegensätze ziehen sich an“. Vor der Abfahrt der Titanic lernt Richard Norahs Familie kennen und sie erkennen in ihm den „traurigen Deutschen“ aus den Erzählungen Norahs. Eine Begegnung, die zwei Leben verändert.

Der Klang des Pianos - Norah & Richard - ein ungleiches Paar

Denn Norah verbirgt ein dunkles Geheimnis. Ihre soziale Ader sorgt dafür, dass sie sich zunehmend in Gefahr bringt und einigen Menschen ein wahrer Dorn im Auge ist. Wird Richard rechtzeitig wach? Kann er über seinen langweiligen Schatten springen? Und wie entscheidet er sich, als die reiche Tochter seines adeligen Gastgebers ein eigenwilliges Auge auf ihn wirft. Zerrissen vom Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg und dem Aufsteigen ernster Gefühle befindet er sich am Tag der Abreise unplanmäßig an Bord der Titanic. Aber die Fahrt wird in jeder Beziehung anders verlaufen, als er sich dies jemals hätte vorstellen können.

Elisabeth Büchle gelingt es sehr gut, ihren Liebesroman in das historische Setting der Titanic und ihrer Zeit einzubetten. Sie hat dabei Bilder erzeugt, die neu waren – sie ist tief in die Epoche der großen technischen Entwicklungen eingestiegen und hat die Menschen von einst zu Wort kommen lassen. Besonders deutlich wird dies an den Stellen, wo der unbedingte Glaube an Gott das einzige zu sein scheint, das noch Halt bieten kann. Diese Bilder wirken nach.

Es ist keine Überraschung, dass die Titanic auch bei Elisabeth Büchle das Duell mit dem Eisberg verliert. Man mag das eigentliche „Romanende“ vielleicht als ein wenig „kitschig“ bezeichnen oder gar, ab einer bestimmten Stelle, sogar ein wenig vorhersehbar. Dramaturgisch passt es zum Buch und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Wir haben lange telefoniert, als wir die letzten Seiten von „Der klang des Pianos“ beendet hatten. Wir haben diskutiert und beratschlagt, wir haben uns einige Varianten einfallen lassen, wie das Ende auch hätte geschrieben sein können. Ist es nicht schön, dass ein gemeinsam gelesenes Buch uns dazu bringt, alles noch mal durchzuspielen, alles neu zu denken und dabei doch so tief im Stoff zu bleiben?

Das ist schön…. Sehr sogar…

Am Sonntag mit an Bord der MS-Literatwo - Elisabeth Büchle (o.li.)

Wir freuen uns sehr darüber, dass nun auch Elisabeth Büchle zu den Passagieren der MS Literatwo gehören wird. Anlässlich des 100. Jahrestages der Titanic-Katastrophe kommen wir zum vorläufigen Ende unserer Artikelserie und gehen mit vielen Freunden von Literatwo auf eine Social-Media-Gedenkreise. Morgen dazu mehr und man kann natürlich immer noch einchecken.

Wie das geht? Einfach unseren Artikel: „Rückblick auf unser titanisches Treffen auf der Buchmesse in Leipzig“, die Überseekoffer packen und einchecken…

Bis Sonntag bei Literatwo...

Katharsia – ein umfangreiches, fantastisches Abenteuer

Katharsia – wir haben es gemeinsam gelesen und genossen und heute gibt es für euch unsere Teamrezension.

Doch wenn wir zurück blicken, wäre uns dieses Meisterwerk beinahe entgangen. Vor einem Jahr auf der Messe in Leipzig haben wir zum ersten Mal Kontakt zum Dresdner Buchverlag gehabt. Dieser stellte uns bereits schon am Verlagsstand den Roman vor, doch wir trauten uns noch nicht sofort, an diesen umfangreichen Stoff aus dem Genre Fantastik.

Nun ist ein Jahr vergangen, wir haben Katharsia gelesen, sind hin und weg und zudem steht Jürgen Magisters Roman auf der SERAP-Shortlist. Wir sind begeistert und wir werden Daumen drückend am Donnerstag, dem ersten Messetag, 17 Uhr auf der Fantasy-Leseinsel – Halle 2 – bei der SERAPH Preisverleihung 2012 dabei sein.

Wir sind gespannt ohne Ende, wie die Jury entscheiden wird. Wir lieben Katharsia und sind in den grünen Lesestrudel geraten. Dabei hat es uns ins Roman-Abenteuergeschehen gewirbelt und wir haben die Perspektive gewechselt, wie ihr an unserer Besprechung erlesen könnt.


Den Namem Sando Wendelin sollte man kennen. Nein man sollte nicht nur, man muss ihn förmlich kennen, denn der 14-jährige Junge, ist ein wahrer Held und bestreitet einen großen Kampf, im Leben nach dem Leben.

Aber mal ganz von vorn. Sando und seine Klavierlehrerin Maria, welche auch seine heimliche Liebe ist, befinden sich auf einer Busfahrt, inmitten einer Wüste in Marokko, als es passiert. Vermummte überfallen den Reisebus – eine Geiselnahme. Sando und Maria wissen nicht wie ihnen geschieht, waren sie doch soeben in einem Gespräch und voller Freude über die Urlaubszeit.

Als die hintere Bustür sich öffnet, sieht Sando seine Chance. Er könnte es schaffen zu flüchten und Hilfe für alle zu holen. Vorher allerdings nimmt er Marias Amulett an sich, eine christliche Madonna in der sich ein Geheimfach befindet. Er wagt den Schritt aus dem Bus, doch Sando schafft es nicht, eine Plastiktüte ist sein Schicksal, denn diese ist der Grund, warum sein plötzlich erscheinendes Gegenüber den Abzug drückt. Maria gelingt es nicht Sando zurück in sein junges Leben zu verhelfen und wird, als sie versucht sich zu wehren, ebenfalls erschossen.

Kein normales Schmuckstück - der einzige Schlüssel....

Katharsia – eine Welt die alle Seelen die mit ihrer Vergangenheit noch nicht im Reinen sind, nach ihrem Tod auf der Erde erreichen um dort abzuschließen, um anschließend erfüllt ins ewige Licht zu kommen.

Gemeinsam mit Sando kommen wir an, körperlos auf unsere Seelen reduziert. Die Summe unserer Erinnerungen eingekapselt im Bewusstsein unseres gelebten Lebenstraumes, stehen wir an der Pforte jener magischen Zwischenwelt. Sando schafft es in seinem Körper anzukommen, denn gewöhnlich erhalten alle Neuankömmlinge  Retamin, um ihre körperliche Hülle zurück zu erhalten. Wir Literatwos allerdings bleiben Seelen.

Eine Entscheidung ist bereits gefallen. Nicht die Hölle ist unser Ziel, keine Zelle des Hades ist für uns reserviert – wir atmen auf. Die Katharsis liegt vor uns – jener Zustand der Selbstreinigung – das mit sich und seinem Leben ins Reine kommen. Aber irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Wir werden in eines der Warteheime geleitet. Wir sind eben nur Seelen – einen Körper kann man uns nicht geben, da man dafür Retamin benötigt. Und gerade jetzt – just in dem Moment unsere Ankunft ist dieses Wunderelixier nicht mehr verfügbar.

Wir können nur hoffen und warten und uns Katharsia genauer anschauen. Jeder Ort auf unserer Welt findet hier eine Entsprechung – wenn man einen Körper hat, kann man reisen, sogar in seine Heimatstadt und viele der Bewohner von Katharsia leben seit vielen hundert Jahren in dieser Parallelwelt. Dazu ausersehen, entweder dort zu bleiben oder schließlich einen Zustand zu erreichen, der es ihnen ermöglicht ins Paradies zu gelangen.

Der Präsident von Katharsia hat versprochen, allen Seelen diese Welt so angenehm wie möglich zu machen – so sicher wie nur denkbar und so lebenswert wie auf Erden erhofft. Der Hades ist verschlossen – streng bewacht – keine böse Seele kann uns stören, sollte man denken.

Wir brauchen nur noch Retamin, nur das. Wir hören davon, dass jener Sando eine einzigartige Begabung hat. Er kann Seelen sehen und mit ihnen reden. Ein Auvisor – der erste seit ewigen Zeiten in Katharsia. In ihn setzt das ganze Land die Hoffnung, das geheime Wissen um das verlorene Retamin wieder zu entdecken. Und dazu muss er einen ganz besonderen Schlüssel finden – nur ihm kann das gelingen.

Mit einer Schar von Gefährten, neuen Freunden mit gemeinsamer Vergangenheit, versucht er, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Wir können nur hoffen und bangen und mit uns ins Reine kommen. Und wenn genau jetzt der Kampf um das Retamin ausbricht, wenn genau jetzt das Böse seinen Einzug in Katharsia vorbereitet, wenn genau jetzt die gefangenen Seelen des Hades Teil eines dunklen Plans werden, dann sind wir in Gefahr. Und diese Gefahr ist weitaus schlimmer, als unsere Leben zu verlieren – wir laufen Gefahr unser Seelenheil einzubüßen.

Bitte nicht… Sando – das musst du regeln… bitte…

Der SCHATTENHAIN in Katharsia....

Wir schweben zum magischsten Ort in Katharsia, jenem Schattenhain – einem nie enden wollenden Feld aus metallenen Ähren. Gewidmet den Opfern der realen Welt und als Mahnmal errichtet gegen diejenigen, die jemals ihre Schatten auf das Leben unschuldiger Menschen warfen. So werfen die Statuen der Tyrannen von einst, ihre Schatten auf die Ähren, die hier jeweils für ein geopfertes Leben stehen.

Kann Präsident Wanderer an der Macht bleiben und seine Versprechen gegenüber den Seelen Katharsias halten, ohne selbst einen einzigen Schatten zu werfen? Geht das? Können Sando und seine Freunde das Schicksal unserer Seelenwelt retten, das dringend benötigte Retamin finden – und werden sie im Kampf gegen die Täter der Vergangenheit bestehen? Wir können es nur hoffen.

Die Sonne geht auf, die Schatten werden länger, die goldglänzenden Halme verdunkeln sich und das Wort „Putsch“ macht die Runde. Chamäleons nähern sich der Festung Makala. Der letzte Kampf um unsere Seelen hat begonnen und wir können nichts tun. Ist dies der letzte Sonnenaufgang in Katharsia? Ein wenig Retamin könnte alles ändern….

Vorab ganz dick und in Farbe – Katharsia ist ein Meisterwerk. Anders kann man dieses über 700 Seiten, voller Abenteuer steckende Buch, nicht bezeichnen. Jürgen Magister legt mit seinem Werk ein fantastisches Glanzstück seinen Lesern in die Hände und das als sein Debüt.

Wir Literatwos haben bisher schon viele Ausflüge im Genre Fantastik hinter uns und konnten wahrliche einiges erleben. Doch Katharsia hat, und das könnte man bei diesem Seitenumfang denken, nicht eine schwache Stelle, nicht eine Unplausibilität, nicht zu viel oder zu wenig Gefühl, von der Abenteuerspannung ganz abgesehen. Es ist gigantisch, es ist bildreich, es löst einen Lesestrudel aus, den man nicht bremsen kann. Keine einzige Seite, keinen einzigen Protagonist, keinen einzigen Ort, wollen wir missen.

Jürgen Magister löst Bilderfluten im Kopf aus, erzeugt eine einzigartige Atmosphäre und begeistert durch und durch.

Katharsia - Wunschwesen unterwegs zur Festung Makala

In Katharsia haben wir eine Buchperle gefunden, die mit ihrem leuchtenden grün unter allen anderen Perlen hervorstrahlt, sich abhebt und tief verankert hat.

Literatwo empfiehlt Katharsia... wir sind beseelt von diesem Roman