Abgründig – Arno Strobels Höllentrip für Jugendliche

Abgründig von Arno Strobel

Abgründig von Arno Strobel

Kinderkram… echt jetzt. Da darf man endlich mal weg von der Familie und raus in die freie Natur, endlich nicht bevormundet werden und das richtige Abenteuer genießen… und dann DAS!

Das coole Bergcamp Grainau entpuppt sich für ein zusammengewürfeltes Grüppchen Jugendlicher schon schnell als Lager für „betreutes Klettern“ und genau das hatte man eigentlich nicht vor. Hey.. in dem Alter will man was erleben und nicht auch noch in seiner Freizeit auf Kleinkinder aufpassen. Da hat man die mächtige Zugspitze vor Augen und soll im Camp schön brav ein wenig rumkraxeln. Geht nicht… geht gar nicht! Und als sie auch noch ihre Handys abgeben müssen ist das Maß der Bevormundung übergelaufen.

Abenteuerlust und der Wunsch, endlich etwas Richtiges zu erleben bringen zehn Jugendliche auf die Idee, endlich mal aus dem Alltag auszubrechen und das Weite zu suchen. Ralf kennt sich immerhin blind in der Gegend aus, ist schon volljährig, hat den ersten Abend im Camp mit Alkohol aufgelockert und hat einen guten Plan. Warum eigentlich nicht, fragen sich die Anderen und so setzt sich das Grüppchen klammheimlich aus der behüteten Umgebung ab.

Abgründig von Arno Strobel - Kontratsreich

Abgründig von Arno Strobel – Kontrastreich

Ihr Ziel: eine einsame Berghütte oberhalb der geheimnisvollen Höllentalklamm, einer dunklen und feuchten Gebirgsschlucht am Fuße des höchsten Berges Deutschlands… Unwichtige Ausrüstung schleppt man nicht mit. Wenn man Ralf Glauben schenkt, dann ist es ein Kinderspiel, die Hütte zu erreichen. Aber eben eines ohne Aufsicht durch besserwissende Erwachsene.

Und so geht es los in ein unglaubliches Abenteuer, das sie wohl nie vergessen werden.

  • 10 Jugendliche
  • 1 Ziel
  • 1 falsche Fährte
  • Keine Handys
  • Keine Bergausrüstung
  • 1 Schweizer Taschenmesser
  • 1 Taschenlampe
  • 3 Flaschen Wodka

Wäre doch gelacht, wenn das nicht rocken würde, und wenn man dann nicht was zu erzählen hätte vom stinklangweiligen Camp. Und das Wetter spielt auch noch mit. Was will man mehr… Und die Gruppe passt zusammen. Das merkt man doch schnell.

Wie sehr man sich täuschen kann – in jeder Beziehung.

Abgründig - Arno Strobel - Extreme Fallhöhe

Abgründig – Arno Strobel – Extreme Fallhöhe

Das Unglück scheint bereits vorprogrammiert, als das Wetter kippt. Die Höllentalklamm liegt hinter ihnen. Sie sind durchnässt und nun gibt es nur noch einen Weg, sich vor dem aufziehenden Sturm zu schützen… weiter nach oben… das ist kürzer und ungefährlicher als jetzt noch umzukehren. Und Ralf kennt sich aus… blind sogar.

Wie sehr man sich irren kann…

Und so findet sich die Gruppe am Ende ihrer Kräfte fernab ihres eigentlichen Weges in einer einsamen Berghütte wieder, während der Sturm unvermindert an Kraft zunimmt und an eine Flucht ins Tal nicht mehr zu denken ist. Es rächt sich, dass man diese Tour unterschätzt hat. Es rächt sich, dass man bis auf ein paar Flaschen Wodka und ein paar Erdnüsse nichts in den Rucksäcken hat. Es rächt sich, dass man dem Ältesten in der Gruppe vertraut hat.

Letztendlich kippt mit dem Wetter auch die Stimmung in der Gruppe. Angst macht sich breit und Schuldzuweisungen schießen aus dem Boden. Stress bahnt sich seinen Weg, wird zu Gewalt und schon bald beginnen die ersten Handgreiflichkeiten.

Abgründig - Arno Strobel - Naturgewaltig

Abgründig – Arno Strobel – Naturgewaltig

Am Morgen nach der ersten grauenvollen Nacht in der Einsamkeit fehlt ausgerechnet der selbst ernannte Anführer. Keine Spur mehr von ihm, bis auf eine Blutlache in der Hütte und Blutspuren in der nahen Umgebung. Keine Spur von ihm, bis auf die blutverschmierte Hand von Tim, dem Einzigen unter ihnen, der ein dunkles Geheimnis in sich trägt…

Kann es sein, dass er nachts…? Ist es möglich, dass Ralf ermordet wurde? Die Gruppe dreht hohl und es entsteht ein brutales Katz- und Mausspiel um die Suche nach dem Täter. Es wird eng für Tim und der Sturm hält sie fest umklammert in dieser Hütte des Grauens.

Bestseller-Autor Arno Strobel schreibt mit „ABGRÜNDIG“ (Loewe Verlag) zum ersten Mal einen Thriller für Jugendliche. Wer Strobel kennt, der weiß, dass er seine Leser ernst nimmt. Er gestaltet einen Plot, der tragfähig ist und fordert seine Leser zum aktiven Lesen auf. Die Spurensuche an seiner Seite wird von Seite zu Seite spannender und seine Protagonisten lassen ihre Masken im Angesicht drohender Gefahr immer mehr fallen.

Die Ruhigen ziehen sich zurück, die Aufbrausenden agieren mit Gewalt und die Unauffälligen beginnen an Kontur zu gewinnen. Erste zarte Gefühle der Mädchen für einige der Jungs verschärfen die Situation zusätzlich, denn Eifersucht, Todesangst und stürmische Isolation sind wirklich keine guten Rahmenbedingungen für das gemeinsame Überleben.

Abgründig - Literatwo vor Ort in im Höllental

Abgründig – Literatwo vor Ort in im Höllental

Arno Strobel gelingt es mit „Abgründig“ nicht nur jugendliche Leser zu fesseln, auch die Fans seiner Psychothriller kommen auf ihre Kosten. Der Bestseller-Autor überzeugt, weil er sich nicht verbiegt. Er biedert sich der neuen Zielgruppe nicht an, er setzt ihr etwas vor, an dem sie zu knabbern hat. Eine komplexe Gruppenstruktur, die sich in ihrer Dynamik mehrfach über den Haufen wirft; Konflikte die ungezielt aufbrechen und Gefühle, die sich ungefiltert Raum verschaffen. Nichts Neues für Heranwachsende – alles schon selbst erlebt… nur nicht in dieser Dimension und so findet wohl jeder Leser „seine“ Helden im Roman, mit denen er leidet, hungert und die Decke teilt.

Man wird schnell zum Außenseiter im wahren Leben… man wird es schnell in Abgründig… man wird schnell zum Sündenbock, aber eben auch genauso schnell zur Zielscheibe gezielter Beeinflussung durch selbst ernannte Anführer.

Uns hat Arno Strobel erreicht. Wir kennen die Region, in der er seinen Jugend-Thriller angesiedelt hat und wissen aus eigener leidvoller Erfahrung, wie verloren man sich dort fühlen kann, wenn man sich selbst überschätzt. Die Handlung selbst kann überall spielen. Denn das Spiel mit der Angst in Verbindung mit der selbstzerstörerischen Dynamik einer Gruppe in akuter Lebensgefahr beschleunigt das reale Leben zu einem wahrhaftigen Höllentrip.

Abgründig ist tiefgründig… Strobel vom Feinsten.

Arno Strobel und Literatwo - Ein langer gemeinsamer Weg

Arno Strobel – Ein langer gemeinsamer Weg – Ein Klick genügt…

Ach ja, bevor wir es vergessen… Der ABGRÜNDIGe Weg ist damit noch nicht am Ende angelangt.

Die Outdoor-Blogger von erlebnisabenteuerundmehr haben schon oft gemeinsam mit uns alpine Romane auf ihre Plausibilität geprüft und im Gegenzug für die in der Rezension verwendeten Höllental-Bilder ist natürlich eine Ausgabe des Romans in die Hände der Alpenspezialisten geraten.

Mal gespannt, was dabei rauskommt. Bei Marc Ritters neuem Zugspitz-Polit-Thriller „Kreuzzug“ kamen wir auf diese Art und Weise zu überraschenden Übereinstimmungen. Bleibt gespannt 😉

Lagen Sie schon mal mit Arno Strobel im „SARG“?

Text

Arno Strobel – Der Sarg – Lebendig begraben

Lagen Sie überhaupt schon einmal in einem Sarg?

Nein? Gut – dann sind Sie hier genau richtig… Diejenigen, die unsere Eingangsfrage mit „JA“ beantwortet haben, sollten auch die Artikelüberschrift lesen: „Lagen Sie schon mal mit Arno Strobel im Sarg?“ Sie denken, das macht keinen Unterschied, weil ja Sarg schließlich gleich Sarg ist …?

Das denken Sie nur! Vergessen Sie alles, was Sie bisher gedacht haben. Steigen Sie einfach ein – erst dann wissen Sie wovon wir hier reden.

Ja – richtig gelesen… STEIGEN SIE RUHIG EIN…..! Deckel zu und… DUNKEL…

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Arno Strobel – Der Sarg – Taphephobie zum Anfassen

Liegen Sie gut? Fein…! So soll das sein. Sie stoßen nirgendwo an, und haben ausreichend Luft? Klasse. Nun gut, dass es dunkel ist, na das musste Ihnen aber doch klar sein. Also keine Überraschung. Und die Geräusche von draußen klingen ein wenig dumpf? Auch das muss so sein… ist ja schließlich eine Qualitätskiste. Absolut. Und das seidige Kissen unter ihrem Kopf fühlt sich gut an? Fein. Ist doch gar nicht so schlimm… Na sehen Sie.

Haben Sie schon mal versucht, die Augen zu öffnen?

Klebeband – sagen Sie… hm – das kann sein. Aber Sie könnten es doch mit ihren Händen ganz einfach entfernen? Oder? Gefesselt – sagen Sie… hm… das tut uns jetzt leid. Nein – nein – jetzt aber kein Grund zur Panik. Die Luft wird knapp – sagen Sie? Ach, das war doch nur eine Frage der Zeit – jetzt werden Sie hier bloß nicht unruhig! Nicht zappeln – nicht die Fingernägel ins Holz des Sargdeckels graben. Bloß nicht. Und langsam atmen – nicht so hektisch. Und wenn Sie schon zappeln müssen, dann passen Sie doch auf ihren Kopf auf. Aua… das hat bestimmt weh getan. Sorry – ehrlich jetzt…

Das ist kein normaler Sarg – sagen Sie… Richtig! Sehr richtig… wir sagten es schon!Es ist DER SARG von Arno Strobel!

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Arno Strobel – Der Sarg – Ein Thriller mit subtiler Sogwirkung

Wir wollen mal nicht übertreiben! Also schnippen wir kurz mit den Fingern und Sie erwachen aus einem schlimmen Traum. Der Sarg ist weg und Sie sitzen hier ganz entspannt. Uff – oder – da atmet man auf. War doch nicht so schlimm… Oder?

Ihre Fingernägel sind abgebrochen – sagen Sie? Und überall blaue Flecken an den Knien und den Ellenbogen – sagen Sie? Also wirklich, das müssen Sie sich jetzt aber irgendwie einbilden. Obwohl Sie ganz schön bluten, wenn wir ehrlich sein sollen. Sie haben sich das nicht eingebildet – sagen Sie… Also bitte, jetzt drehen Sie mal nicht durch hier. Wir wissen doch alle ganz genau, dass Sie hier nur in ihrer Fantasie… obwohl – nunja… das Blutnunja die blauen Flecken… und die Reste von Klebeband da, gehören die Ihnen?

Wissen Sie was uns hier gerade passiert?

Arno Strobel passiert hier – der deutsche Bestseller Thriller-Autor passiert hier… ganz ruhig. Wir versuchen es zu erklären.

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Arno Strobel – Der Sarg – Fesselnd geschrieben

Eva Rossbach ist siebenunddreißig Jahre alt, recht vermögend und alleinstehend. Sie durchlebt genau das schreckliche Szenario, das wir gerade dem geneigten Leser dieses Artikels veranschaulicht haben. Sie erwacht in völliger Dunkelheit, den Kopf auf einem Seidenkissen gebettet und umgeben von einer engen, ebenfalls mit Seide ausgekleideten Kiste. All das kann sie ertasten und schnell reift die schreckliche Erkenntnis, lebendig begraben zu sein. Ein Sarg ist ihr Gefängnis.

Eva durchlebt alle Anzeichen aufkommender Panik und bevor sie völlig den Verstand verliert, richtet sie sich auf und befindet sich in ihrem Schlafzimmer – auf ihrem Bett. Alles nur ein Traum

Wären da nicht die Blutergüsse am ganzen Körper und würden ihr nicht ganz besonders die Hände schmerzen, mit denen sie sich wohl einen Weg aus dem Gefängnis bahnen wollte. Ein Traum? Könnte sein… Wäre da nicht eine Leiche, die von der Kölner Polizei in einem Sarg aufgefunden wird – in schrecklichem Zustand. Gefesselt und mit verbundenen Augen musste sie einen langen Todeskampf geführt haben.

Glaubt man immer noch an einen Traum? Vielleicht…. Wäre die Tote nicht zufällig die Halbschwester Evas und wäre da nicht eine Zeitung mit ebenjener Eilmeldung, die Eva in ihrem Briefkasten findet – versehen mit einer handschriftlichen Nachricht an sie: „Wach endlich auf!“

Ein schwerer Fall für die Kölner Kripo und wohl der schwerste Fall für Hauptkommissar Bernd Menkhoff. Ein tödliches Katz- und Mausspiel mit dem Täter beginnt, denn mit ersten Hinweisen lockt er die Polizei selbst auf seine Spur. Doch immer zu spät… man findet nur Tote! Ist Eva der Schlüssel zur Mordserie – oder ist sie das eigentliche Ziel? Menkhoff – übernehmen sie!

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Arno Strobel – Der Sarg – Der beste Strobel ever

Der beste Arno Strobel, den es jemals gab! Soviel sei verraten. Ein subtiler Psychothriller der absoluten Extraklasse, der seinem Leser die Nackenhaare in ungeahnte Höhen treibt.

Es muss an Strobel liegen, wenn man früh morgens im Dunkeln erwacht und sich nicht traut, die Augen zu öffnen; mit den Händen nach oben greift; die Beine in alle Richtungen bewegt und glücklich seufzt, keinen Widerstand aus Holz zu fühlen.

Und dann im Moment des ersten zarten Öffnens der Augen – das unbeschreibliche Gefühl zu erleben, der LED-Anzeige des Weckers um den Hals fallen zu wollen. Man dies aber nicht wagt, sondern erst im Badezimmer bei Licht den ganzen Körper nach blauen Flecken und die Fingernägel nach offenen Stellen untersucht.

Das kann Strobel, wie kein Zweiter. Unblutig bis ins Mark treffen. Dabei konstruieren, wie der Teufel – Sog aufbauen, der nicht mehr locker lässt – und bis zum Ende des Thrillers Fährten und Finten auslegen, die allzu verlockend sind – nur um dann am Ende furios und plausibel ein Finale zu präsentieren, das es in sich hat. Dem Buch sollten Schweißtücher beigelegt werden – keine Lesezeichen.

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Arno Strobel fesselt Literatwo

Und wenn wir sagen: Der beste Strobel, den es je gab, dann in allem Respekt vor seinen bisherigen Thrillern. Wir haben sie alle – er hat uns nämlich gefesselt:

Der TraktDas WesenDas Skript und nun Der Sarg. Und wenn ihr für ein ganz besonderes Highlight Zeit habt, dann lest doch ein sehr spezielles Interview, das wir mit Arno Strobel führen durften. Eigentlich kein InterviewWir haben ihn vernommen – und der Ermittlungsbeamte, der Arno in die Mangel nehmen durfte, war niemand anderes als jener Hauptkommissar Bernd Menkhoff, den wir alle schon aus „Das Wesen“ kennen…! Hier geht es mit einem Klick zum VERHÖR!

„Das Skript“ von Arno Strobel geht unter die Haut…

Arno, Arno, Arno. Was hast du da nur wieder mit uns angestellt. Die Spannung zog sich durch das ganze Buch, sogar bevor das Buch bei uns eintraf, waren wir schon unter Hochspannung. Das Ganze ging sogar so weit, dass Bianca täglich etwas eher ihren Arbeitsplatz verließ, um zu schauen, ob dein Buch da ist, und um dann so schnell wie möglich zu beginnen. Bei Arndt lag es ja schon und rief laut. Und dann endlich war es da, mit wundervoller Widmung und Autogrammkarte. Jetzt sofort abtauchen, zwischen die Seiten, hinein in Das Skript – so der literatwoische Plan.

Der UPS-Mann brachte der Studentin Nina Hartmann ein Päckchen, welches ihr entspanntes Leben von jetzt auf gleich veränderte. Ein Päckchen, dessen Inhalt das blanke Grauen enthielt. Haut, wahrscheinlich Menschenhaut, mit einer Botschaft auf einen Rahmen gespannt.

Unmittelbar zur selben Zeit verschwindet Heike Kleenkamp, 21 Jahre jung und Tochter des erfolgreichen Dieter Kleenkamp, dem Herausgeber der Hamburger Allgemeinen Tageszeitung (HAT).

Die Polizei muss handeln und gründet die besondere Aufbauorganisation Heike. Oberkommissar Stephan Erdmann und Hauptkommissarin Andrea Matthiesen arbeiten zusammen, um den brutalen Täter zu finden. Der Täter scheint vor nichts zurückzuschrecken, denn er tötet die Frauen nicht nur, sondern quält sie und schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Haut vom Körper um dann auf diese seinen Roman, den kein Verlag veröffentlichen wollte, zu schreiben. Die Vorgehensweise und das Verhalten des Täters gleichen dem Roman „Das Skript“ von Autor Christoph Jahn.

Der Bestsellerautor wird verdächtigt, denn es ist nicht das erste Mal, dass ein Roman von ihm nachgespielt wird. Bereits sein früherer Roman „Der Nachtmaler“ wurde damals, als er noch in Köln lebte, nachgespielt. Dieses Grauen brachte seinem Buch größten Erfolg und hohe Verkaufszahlen. Doch Jahn weißt alle Verdächtigungen von sich und auf den verrückten Fan, der für ihn wohl vor keinem Verbrechen zurück schreckt.  Es scheint eine Verbindung zwischen der Paketempfängerin Hartmann und Heike Kleenkamp zu geben, da diese zu „Das Skript“ vor einiger Zeit einen Verriss geschrieben hat, welcher in der HAT abgedruckt wurde. Allerdings machen sich Hartmanns Freund und dessen Kumpel mit ihren Aussagen und ihrem Verhalten ebenfalls verdächtig.

Auch die Buchhändlerin Miriam Hansen, die Christoph Jahn ebenfalls verehrt und seine Romane liebt, rückt in den Verdächtigtenkreis auf.   Die Zeit läuft gegen die Ermittlungen, denn der Täter hält sich akribisch an die Romanvorlage und in kurzer Zeit wird wohl das nächste Päckchen seinen Empfänger erreichen, auf dem die nächsten Zeilen zu finden sein werden, geschrieben auf Menschenhaut.

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Der Trakt“, „Das Wesen“ und jetzt „Das Skript. Arno Strobel hat es mal wieder geschafft, um es gleich zu sagen. Wie immer wünscht er kurzweiliges Lesevergnügen und wie immer erfüllt sich sein Wunsch. Sein dritter Roman steht unter Strom, einmal in der Hand, setzt er unter Hochspannung und ein Loslassen ist bis zur letzten Seite somit unmöglich.

In seinem neusten Werk bleibt er in seinem Arbeitsgebiet, denn „Das Skript“ spielt auch im Skript, ein Roman im Roman, ein absoluter Kunstgriff, denn diese Tatsache beschert Extragänsehaut. Strobels tägliches Umfeld von Leser, Fan, Rezensent, Verlag, Lektor und schließlich ein Autor selbst, ist zu finden. Gerade dieses Szenario ist authentisch und interessant, da man als Leser selbst seine Position darin wiederfindet,  gespickt  mit einer bestialischen Gewalttat, die aber zum Glück Fiktion bleibt.

Arno Strobel trägt zu Recht den Namen Psychothrillerautor, denn er ist ein Meister des Verstrickens und Verwebens. Er schafft es mit einer überschaubaren Anzahl an Protagonisten zu verwirren und auf falsche Fährten zu leiten.

Seine Handlungspersonen haben sehr authentische Charakterzüge und wachsen dem Leser sofort ans Herz oder stoßen den Leser ab. Für „Das Skript“ braucht man wieder starke Nerven, denn ist im Gegensatz zu seinen vorherigen Büchern regelrecht brutal und enthält einige Horrorelemente. Der Roman wird aus zwei Sichtweisen erzählt, zum größten Teil besteht er aus der polizeilichen Ermittlungsarbeit, zum anderen aus den Häutungsszenen des Mörders und der Gefühls- und Gedankenwelt des Opfers.

„Das Skript“ hat uns vollkommen überzeugt, alle offenen Fragen, die sich während des Lesens gebildet haben, konnten am Ende plausibel beantwortet werden. Auch wenn wir bereits vor der hundertsten Seite wussten oder erahnen wollten, wer hinter diesem grausamen Monster steckt, blieb uns bis zum Ende dennoch die Ungewissheit, denn Arno macht es seinen Lesern nicht leicht, er führt sie von Wort zu Wort mit seinen Romanfiguren an der Nase herum, lässt die Spannung von Kapitel zu Kapitel steigen und setzt die Gänsehautschauer immer genau dann ein, wenn der Leser am empfindlichsten dafür ist.

Wer von Arno Strobel nicht genug bekommt, findet am Ende des Romans noch ein Miniinterview mit ihm und die Leseprobe zu seinem nächsten Psychothriller „Der Sarg“.

Vorsicht Hochspannung!

Unbedingt lesen…

Arno Strobel – Das Wesen

DIE BUCHBESPRECHUNG

„Gerade hatte die Tageszeit begonnen, die ich so liebte an den Sommer-monaten, diese Phase von vielleicht zwanzig Minuten, in der die herannahende Nacht mit immer neuen, hauchdünnen Schleiern aus Dunkelheit, die sie im Minutentakt über die Helligkeit legte, den Tag langsam herunterdimmte.“

Ein ungewöhnlich schöner Satz. Jedoch – ein eher untypisches Zitat aus einem Psychothriller.

Oder?

Uns ist diese Zeile tief im Gedächtnis geblieben – auch nachdem wir „Das Wesen“ von Arno Strobel gelesen haben, wird uns weiterhin sehr vieles aus dem Roman mit diesen Worten verbinden. Warum? Na ganz einfach, es waren die einzigen Zeilen im Buch, die uns eine Verschnaufpause eingeräumt haben, die uns einen Moment verweilen ließen, die uns eine Atempause verschafften und uns einen winzigen Augenblick der Ruhe gönnten. Deshalb sind sie uns so ans Herz gewachsen – diese Worte. Einfach so.

Wenn ein Buch das Prädikat NMADHL („Nicht Mehr Aus Der Hand Legbar“) verdient, dann ist es zweifellos „Das Wesen“ von Arno Strobel. Auf zwei Zeitebenen wird man von ihm auf einen rasenden Zug gesetzt, verfolgt aus Sicht der Akteure die Wiederkehr eines wahren Alptraums und hastet atemlos durch die Zeit. Spuren suchend, Hinweise sammelnd und atemlos gehetzt von der gnadenlosen Dynamik der Geschichte.

1994 gelingt es dem Aachener Kripobeamten Bernd Menkhoff und seinem neuen Partner Alex Seifert den Entführer und Mörder eines kleinen Mädchens nach aufreibender Fahndung und lückenlosem Indizienprozess für fast 15 Jahre hinter Gitter zu bringen. So brutal der Mord war, so intelligent hatte der Psychiater Dr. Joachim Lichner sein perfides Spiel mit allen Beteiligten gespielt. Ohne die Mithilfe seiner Lebensgefährtin hätte man ihn niemals überführen können. Ein Geständnis jedoch hatte er nie abgelegt – zu Unrecht hinter Gittern, in der Opferrolle, so sah er sich viele Jahre lang. Und schuld daran sollte allein Bernd Menkhoff sein, dem er stets vorwarf, persönlich motiviert Indizien manipuliert zu haben.

Justizvollzugsanstalt Aachen

Als im Jahr 2009 wieder ein Mädchen in Aachen als vermisst gemeldet wird, gehen die gleichen Beamten von einst den neuen Hinweisen nach und nehmen die Ermittlungen auf. Menkhoff und Seifert – durch die gemeinsamen Jahre eingeschworene und gereifte Partner – fühlen sich plötzlich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt als diese Informationen sie an die Tür einer Wohnung führen, deren Besitzer ihnen nur allzu bekannt ist. Dr. Lichner, inzwischen auf freiem Fuß, soll der Vater des Mädchens sein, das fieberhaft gesucht wird.

Nur – er behauptet Stein und Bein, überhaupt keine Tochter zu haben und sieht sich wieder einmal einer polizeilichen Verschwörung ausgesetzt. Das Spiel beginnt erneut. Nur die Vorzeichen haben sich geändert – und Seiferts längst vergrabene Zweifel am damaligen „Fahndungserfolg“ bahnen sich unaufhaltsam ihren Weg. Und dann taucht unversehens Lichners damalige Freundin wieder auf.

Was durch die Zeit getrennt wurde, vereinigt Arno Strobel durch die Seiten seines Romans. Durch die geniale Konstruktion des Thrillers gelingt es ihm, die Handlungsfäden so miteinander zu verweben, dass ein zeitloses Muster des Mordens entsteht. Wenige Personen sind an diesem Webstück beteiligt und jeder einzelne von ihnen gerät in den Verdacht den roten Faden in der Hand zu halten.

Die Lösung? Sie liegt im Wesen des Menschen verborgen. Dieses Wesen zu erkennen ist die schwierige Aufgabe, vor die uns Arno Strobel stellt. Sie ist nicht unlösbar, denn diesem Autor kann man seine schlaflosen Stunden ganz bewusst anvertrauen. Auf den letzten Seiten des „Wesens“ geht seine Komposition in aller Perfektion auf, das Muster wird transparent und enthüllt alles, was zuvor im Verborgenen schien.

Atemlos entlässt uns das „Wesen“ in die ach so heile Welt. Es ist schön, sich ein paar Minuten hinzusetzen, ein- und auszuatmen, runterzukommen, Tempo rauszunehmen und über das Gelesene nachzudenken. Doch wenn das erste Sauerstoffpartikelchen die Alveolen zu füllen beginnt, kehrt die Sucht zurück – die Sucht nach MEHR von Arno Strobel.

NMADHL

PS: Diese Rezension entstand nach langen Team-Gesprächen zwischen den „Literatwos“, Binea und Mr.Rail, und ist somit Ergebnis gemeinsamen Lesens, Leidens und Staunens.

Das Wesen erkennen…