„Die Pestmagd“ von Brigitte Riebe – Der Schwarze Tod

Brigitte Reibe - Multitlent - History und Fantasy

Brigitte Reibe – Multitlent – History und Fantasy

Gute Historische Romane öffnen Fenster in die Vergangenheit. Sie ermöglichen auf der Grundlage geschichtlicher Fakten den Blick auf Epochen, deren Verständnis für unsere Zeit von Bedeutung ist. Über die bildungsorientierte Geschichtsschreibung hinaus vermittelt ein solcher Roman eine emotionale Ebene, die den Leser dazu verführt, sich mehr als intensiv in eine bestimmte Zeit fallen zu lassen.

Wir lehnen uns sehr gerne weit aus einem solchen historischen Zeitfenster hinaus, beobachten dabei Menschen, die unsere Vorfahren hätten sein können und versuchen zu verstehen, in welchen Lebensumständen sie den Herausforderungen ihrer Zeit zu trotzen versuchten.

Richtig greifbar wird ein historischer Roman, wenn wir fühlen, dass wir dem Schöpfer eines solchen Werkes in jeglicher Hinsicht vertrauen können. Historische Fakten gepaart mit fundierter Fiktion – in dieser Mischung liegt für uns die Faszination dieses Genres verborgen. Wir lassen uns gerne an die Hand nehmen, durch das Stadttor einer spätmittelalterlichen Stadt führen um uns dann unvermittelt inmitten einer faszinierenden Geschichte wiederzufinden.

die pestmagd brigitte riebe spacer

Brigitte Riebe vertrauen wir blind – und dies aus gutem Grund. Nicht zum ersten Mal folgen wir der fabulierenden Historikerin aus München in einen ihrer Romane. Unwiderstehlich sind die Weltenbilder, die sie mit ihren Worten gestaltet und einzigartig tief angelegt sind die Protagonisten, denen wir atemlos folgen dürfen. Und wenn Brigitte diesmal verführerisch mit den Schlüsseln des Stadttores von Köln winkt und uns das Wort Pestmagd zuruft, dann müssen wir einfach los. Auch wenn es gefährlich wird… diese Reise ins 16. Jahrhundert ist ein Muss!

Das Köln des Jahres 1540 gleicht einem Schmelztiegel des Spät-Mittelalters. Aufstrebender Handel, Religionswandel, Aberglaube und der nackte Kampf ums tägliche Überleben kennzeichnen die Lebensbedingungen der einfachen Bürger. Für eine von ihnen braut dieser Schmelztiegel jedoch den tödlichen Sud aus den unterschiedlichsten Bestandteilen ihres bisherigen Lebens zusammen.

Johanna Arnheim steht apokalyptischen Reitern gegenüber, die allesamt ihren Namen zu tragen scheinen. Ein Schicksalsschlag allein scheint nicht auszureichen in diesen Tagen. Kurz nach dem Tod ihres Mannes sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn es tauchen Menschen in der Stadt auf, die sie niemals wiedersehen wollte. Eine Wunderheilerin, die sie mit ihrem bisherigen Leben erpresst; die einstige große Liebe ihres Lebens – jener aufstrebende Medicus, der sie damals so schmählich sitzen ließ und zu allem Überfluss ein junger Mann, der ihr nach dem Leben trachtet – sie alle sind in der Stadt. Und dies genau jetzt – im falschesten Moment der nur denkbar wäre.

Denn nun versucht auch noch der Bruder ihres verstorbenen Mannes ihr den Hof zu machen. Er hat ein begehrliches Auge auf das stattliche Haus der Witwe geworfen und kann die Abfuhr kaum verkraften, die er von Johanna erhält. Für ihn gibt es nur eine Möglichkeit, an das begehrte Anwesen zu kommen. Er muss Johanna anschwärzen und ihr unterstellen, eine Mörderin zu sein. Habgier öffnet Tür und Tor für diesen aberwitzigen Vorwurf und in Zeiten wie diesen ist es für eine Frau schwierig, solche Anfeindungen zu entkräften.

Johanna wird des Gattenmordes angeklagt und findet sich unversehens in den Folterkammern des Erzbischofs von Köln wieder. Man wartet eigentlich stündlich auf ihr Geständnis – es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Ihre Welt ist dem Untergang geweiht. Doch während man Johanna immer mehr in die Enge treibt, sieht sich die Stadt Köln selbst am Rande einer Katastrophe stehen. Erste verdächtige Todesfälle in der Stadt konnten vom Klerus noch vertuscht werden, aber nun macht das Wort „Pest“ die Runde.

Die Todesfälle häufen sich rasend schnell und jeder ist sich selbst der Nächste. Aberglaube, Scharlatanerie und Gotteszweifel brechen sich ihre Bahn. Nur der neue Leibarzt des Erzbischofs bewahrt einen kühlen Kopf. Vincent de Vries hat dies alles schon einmal erlebt. Er hat zwar kein Mittel gegen die heimtückische Pest, aber er weiß aus seiner Erfahrung als Medicus, wie er ihr begegnen kann. Er handelt schnell und umsichtig. Und er handelt überraschend.

Kann er das Schicksal einer ganzen Stadt retten und findet er ein Mittel, sogar die Frau zu retten, die er vor langer Zeit verloren hat? Johanna Arnheim und er waren einst ein glückliches Paar, bis Missverständnisse und die tödliche Pest ihre Wege für immer trennte. Nur er kennt ihr Geheimnis und wirft alles in die Waagschale, um sie aus dem Kerker zu befreien.

Er schlägt dem Erzbischof ein Gottesurteil für die mutmaßliche Gattenmörderin vor. Als Pestmagd solle sie im Pesthaus arbeiten und so ihre Unschuld beweisen. Einst hatte Johanna alles an diese Seuche verloren und nun spült das Schicksal ihr vergangenes Leben mit einem Schlag zurück zu ihr. Wird sie diesmal der Pest das Glück ihres Lebens abringen können?

Brigitte Riebe brilliert in ihrem neuesten Historischen Roman Die Pestmagd. Ihre erzählerische Begabung fußt auf dem Fundament einer promovierten Historikerin. Die Art und Weise, wie sie über Menschen und Zusammenhänge schreibt, basiert auf ihrer unerschöpflichen Kreativität, scharfen Beobachtungsgabe und der tiefen Liebe zum Leben.

Wenn sie von Pest, Prostitution, Folter, Medizin, Hinrichtungen, Klerus, Adel und spätmittelalterlicher Gesellschaft schreibt, dann blättert man in einem lebendigen Folianten. Nicht zu widerlegen und stichhaltig in der Argumentation kann man sich dieser facettenreichen Handlungslinie nicht entziehen. Lebendige Geschichte ohne einen Hauch von Staub.

Wenn sie von Liebe, Leidenschaft, Hass, Neid, Habgier, Leid und Großmut schreibt, dann folgt man ihr in die tiefsten Tiefen menschlicher Charaktere, kann sich mit ihren Romanfiguren identifizieren. Kann mit ihnen leiden, lachen, weinen, brüllen und hassen. Brigitte Riebe macht ihre Erzählungen fühlbar und selbst der abgebrühteste Leser wird sich dabei ertappen, während des Lesens der „Pestmagd“ nach verdächtigen Symptomen der Seuche Ausschau zu halten.

Weitere bedeutende Themen finden sich in ihrem Roman wieder: Altersdemenz, aufziehender Protestantismus in Deutschland und Juden, die stets als Sündenböcke für mittelalterliche Seuchen herhalten mussten. Und über allem steht das fragile Frauenbild der damaligen Zeit. (Und natürlich findet auch eine legendäre kleine Katze ihren heimeligen Platz im Roman). Brigitte Riebe reflektiert das 21. Jahrhundert durch die geschickte Webart ihres historischen Wandteppichs. Sie erzählt mehr, als man auf Anhieb sieht!

„Die Pestmagd“ ist für uns ganz persönlich ihr bedeutendster und bester Historischer Roman – vergleichbar nur mit dem „Medicus“ von Noah Gordon. Wir hätten noch tagelang weiterlesen können. Wir wären Johanna Arnheim gerne weiter gefolgt. Aber wir wissen, dass wir Brigitte Riebe weiter folgen können. Auf historischen und auch fantastischen Wegen. Was diese erzählende Historikerin im Bereich Fantastik zu bieten hat, darüber schrieben wir anlässlich der Buchvorstellung von Feuer und Glas – Der Pakt.

Ganz neu: „Marlenes Geheimnis“ – Brigitte Riebe 2017

Brigitte Reibe - Multitlent - History und Fantasy

Brigitte Riebe – Das Multitalent – History und Fantasy

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„Feuer und Glas“ von Brigitte Riebe – Geschichte trifft Fantasy

Feuer & Wasser - Brigitte Riebe - Elemente

Feuer & Wasser – Brigitte Riebe – Elemente

Was passiert, wenn eine promovierte Historikerin und etablierte Schriftstellerin „Historischer Romane“ die Entscheidung trifft, einen fantastischen Roman zu schreiben? Was passiert, wenn eine renommierte Autorin das Genre wechselt und zu all den verbrieften historischen  Fakten die eigene Imaginationskraft hinzufügt?

Die Mischung verspricht explosiv zu sein und im Falle von Brigitte Riebe entsteht ein neues Genre. Vielleicht müssen die Buchhandlungen bald einer neuen literarischen Kategorie ein paar Regalmeter widmen:

„FantOry“ – die Kombination aus Fantasy und History wird wohl künftig untrennbar mit Brigitte Riebe verbunden sein. Und Literatwo hat diesem Genre einen Namen gegeben 😉

Und nun mitten hinein, in ein beginnendes 16. Jahrhundert – auf nach Venedig und lernt mit uns gemeinsam Milla und Luca kennen. Lasst euch von der wahrheitsliebenden Katze Puntino verzaubern. Genießt einen All-Age-Jugendroman ohne einen einzigen Vampir, ohne Dystopie, ohne zaubernde Internatsschüler, aber dafür mit viel Gefühl und Spannung! Betretet mit uns die Brücken von Venedig und passt gut auf euch auf… es wird brenzlig…!

Was „Feuer & Glas – Der Pakt“ im tiefsten Inneren des geneigten Lesers auslöst, könnt ihr sehr schnell erkennen, wenn ihr euch die Rezension von Bianca auf der literarischen Zunge zergehen lasst:

Brigitte Riebe hat uns entführt und zwar nach Venedig. In die Stadt der Liebe und der vielen Gondeln und unzähligen Wasserwege.

Gerade angekommen, setzen wir unsere Füße aufs Land und sehen auch schon Milla. Sie steht auf einer Brücke, tief in Gedanken versunken und scheinbar doch hellwach, denn ihr Blick ist auf einen jungen Mann gerichtet. Dieser fährt in einer Gondel, welche blau leuchtet, außerdem ist eine Katze bei ihm. Im nächsten Moment rennt Milla aber auch schon los in Richtung Piazza auf der sich hunderte von Menschen tümmeln, denn die Handelsflotten sind da. Die Fähren aus Konstantinopel, welche zwei Mal im Jahr in Venedig ankommen. Millas Blick sucht und sucht, scheinbar möchte sie jemanden abholen.

 

Wir erfahren, dass sie nach dem Feuerkopf, ihrem Vater Leandro Ausschau hält. Sie erwartet ihn schon lange zurück, doch nur sie hat noch die Hoffnung, dass er jemals zurückkehrt. Seit fünf Jahren schon ist er verschwunden, in der Stadt wird er als Verräter bezeichnet, der sich nach Konstantinopel abgesetzt hat. Ihr Herz schlägt höher, als sie von weitem schon einen feuerroten Haarschopf sieht, doch sie wird enttäuscht und der Mann stellt sich als Marco Bellino vor.

Milla ist verzweifelt und begibt sich auf den Heimweg, in die Ippocampo, die Taverne, in der sie ihrer Mutter Savinia und ihrer Tante Ysa hilft. Dort findet sie auch Salvatore vor, der um die Gunst ihrer Mutter buhlt und diese kurz davor ist, ihren eigentlich immer noch heiß geliebten Ehemann für tot zu erklären, um ein neues Glück zu beginnen. Milla hasst Salvatore und würde ihn als neuen Vater nie akzeptieren. Im Hinterhof versucht sie sich zu beruhigen und findet wie immer die streunenden Katzen vor. Um ihre Beine streift eine neue Katze, doch Milla stutzt, denn die Katze ist jene von der blauen Gondel. Sie tauft sie Puntino.

Der Kater folgt ihr auf den Markt und führt sie dann aber direkt in das Domizil, in dem sich der Junge aus der Gondel, niedergelassen hat. Milla ist neugierig und gleichzeitig auch geblendet von dem Blau des Jungen und seiner Anziehungskraft, die er auf sie ausübt. Puntino bringt Luca und Milla ein weiteres Mal zusammen, aber auch der Neuankömmling Marco ist ständig in Millas Nähe. Und dann sehen wir, wie Milla förmlich in einen Strudel aus Ereignissen gezogen wird, denn der Stadt Venedig scheint ihr Ende bevor zu sehen.

Der geschlossene Pakt ist zerbrochen und sie steht zwischen den Feuer- und den Wasserleuten. Die Gefahr lauert in den Gassen, auf den Wasserwegen, ihr gesamtes Umfeld verändert sich und sie kann scheinbar niemandem mehr trauen, außer Puntino.

Wir Literatwos sind sofort angekommen in Venedig.

In Milla lodert das Feuer und das Leben, sie ist eine junge Protagonistin in der Magie steckt. Selbige Magie welche auch in den Feuer- wie auch Wasserleuten steckt. Ein Roman der magisch anzieht, sehr romantisch ist und gleichzeitig seitenweise Spannung in sich trägt. Ein Roman zum Fühlen und Schmecken, ein Roman zum Wohlfühlen.

Ein Jugendbuch, welches für alle Jugendlichen geeignet ist, ein Jugendbuch, welches fantastisch ist und ohne viel Gewalt und ohne dystopische Elemente auskommt. Brigitte Riebe schafft aus den Elementen Feuer und Wasser eine große greifbare Geschichte mit der sie den Leser in die Welt Venedigs abtauchen lässt. Eine Welt voller Geheimnisse, eine Welt voller Licht- und Schattenseiten, eine Welt aus Gut und Böse, verpackt in einer Mischung aus Realität und Fantasie.

Die Autorin lässt die italienische Insel vor den Augen des Lesers emporwachsen, lässt ihn das Gefühl haben, selbst in einer Gondel zu fahren und die Gassen der Stadt zu erkunden. Ihre Leidenschaft für Katzen findet ihren Platz in der Katze Puntino, welche den Roman bereichert und gleichzeitig andersartig macht.

In der Stadt der Liebe angekommen, wollen wir gern verweilen, aber aus der Ferne scheint Konstantinopel zu rufen, denn Milla und Luca haben noch viel vor. Alle Geheimnisse sind noch nicht gelüftet, das Wasser scheint die Magie zu spiegeln und die Liebe lodert wie das Feuer.

Das Buch ist geschlossen, die Geschichte lebt weiter und Puntino muss uns einen Weg weisen, wie wir die Zeit bis zur Fortsetzung überstehen können.

Denn nun fragen wir uns, was passiert, wenn ebenjene Brigitte Riebe diese Geschichte auf zwei Bücher verteilt? Was passiert mit uns, wenn wir am Ende des ersten Teils vor Spannung zu platzen drohen und doch nicht mit leeren Händen in der magischen Lagunenstadt verweilen müssen?

Wir freuen uns auf die Fortsetzung – wir freuen uns auf das zweite Buch und ein bestimmt emotionales Cover. Auf dem zweiten Teil wird Luca im Mittelpunkt stehen, den Blick zu Milla gewandt und so entsteht mehr als eine literarische Einheit.

Und wir freuen uns auf Konstantinopel… Sehr sogar!

Besucht die Buchseite zu „Feuer & Glas“ auf Facebook und lasst euch überraschen, was dort in den nächsten Wochen passiert. Literatwo ist nicht ganz unbeteiligt und wir danken schon jetzt Theresa Engel für die wundervollen Katzen, die vorerst noch „nur“ unsere Artikelbilder umrahmen! Es wird viele Überraschungen geben und die Wartezeit bis zur Fortsetzung vergeht dann wie im Flug!

Wir sind jedenfalls dabei 😉

Brigiite Riebe 2017 – „Marlenes Geheimnis“ – Der Leseweg geht weiter…