„Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet“ – Vorhang auf

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Hereinspaziert

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Hereinspaziert

Wir lieben unsere literarischen Zeitreisen und lassen uns immer wieder gerne von Autoren in längst vergangene Epochen entführen. Wir lieben es, zu fühlen, zu erleben, zu ertasten und letztlich auch zu erkennen, warum bestimmte Geschichten sich nur zu bestimmten Zeiten ereignen konnten. Wir möchten dabei sein… mit Haut und Haaren… mit voller Leidenschaft.

Das Jahr 1913 mit seinem Sommer des Jahrhunderts haben wir tief in unsere Herzen geschlossen und die Einladung des Dresdner Buchverlages, uns gemeinsam mit dem Schriftsteller Michael Braun in das Jahr 1923 zu begeben, war einfach zu verlockend. Was hat sich wohl in 10 Jahren verändert, wie hatte man den Ersten Weltkrieg überstanden und was würde uns in Dresden erwarten? Die Freude war riesig, als wir endlich den Hauch eines neuen Jahres erfühlen durften, auch wenn es aus heutiger Sicht schon 90 ist.

Doch was war das…? Eine unfassbare wirtschaftliche Krise hatte Deutschland fest im Griff. Inflation hieß das Schreckgespenst des Alltags. Die Preise stiegen ins Unermessliche und der Wert des Geldes verfiel zusehends. Ein Laib Brot für ein paar Millionen Reichsmark – unvorstellbar. Und der kleine Mann auf der Straße wusste von Stunde zu Stunde nicht, wie er die nächsten Minuten überleben sollte. Das Nachkriegsdeutschland – bis zum Hals verschuldet bei den Siegermächten… am Boden liegend… perspektivlos… Depression.

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Inventur

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Wertloses Geld

Wäre da nicht eine aufrecht kämpfende Frau, die sich der mit Macht des großen Entertainments gegen die dunkle Seite in den Gedanken der Menschen stellte. Madame Katharina Jakublonski… jene große Jakublonski… die Directrice des nach ihr benannten Monstrositäten-Cabinets kämpfte um das Wohlwollen des Publikums und gastierte mit ihrer illustren Compagnie in den bedeutendsten Städten des Landes.

Aber an diesem Neujahrstag sieht man sie verzagt in ihrem kleinen Hotelzimmer sitzen. Inventur ist angesagt und es wird sich weisen, ob die Zukunft der Freak-Shows bereits der Vergangenheit angehört, oder ob es ihr wieder einmal gelingt, ihre Truppe über Wasser zu halten. Wäre doch gelacht, bei ihrem Kampfgeist und Improvisationstalent. Das muss zu schaffen sein… vor allem in Anbetracht ihres Personals:

Jeder Einzelne eine Sehenswürdigkeit, jeder Einzelne eine große Nummer und das gesamte Ensemble in seiner abnormen Andersartigkeit unvergleichbar mit den sonstigen Fluchten aus dem Alltag. Und doch… Die Einnahmen schrumpfen und der Unterhalt der vielköpfigen Schar verschlingt mehr als das Eintrittsgeld in die Kassen der Truppe spült. Der Todesstoß für das Unternehmen… wäre da nicht Madame Jakublonski… und wäre da nicht eine magische Begegnung mit einem ganz besonderen Mann und geschähe nicht plötzlich ein kleines Wunder in einer der Vorstellungen…..

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Die Compagnie

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Die Compagnie

DER MANN… Ein Forscher, könnte man fast sagen… Joseph Anton Kartiganus – Leiter der anatomischen Fakultät der Universität Jena… ein Gelehrter sollte man meinen…! Ein rechtschaffener Rechtsmediziner, der vom rechten Weg der Wissenschaft gar heftig abgebogen ist, da auch für ihn die Zeiten mehr als schwierig sind. Er sucht Nachschub, je ausgefallener je besser und doch stößt er bei Madame auf taube Ohren, als er ihr eindeutig zweideutige Angebote macht… für die Schlange… für die Zwillinge… die Rechtsmedizin müsse doch die Studenten versorgen. Und als er gänzlich erfolglos das Feld räumen muss bleibt ihm noch ein Versuch. Auch normale Körper würde er kaufen… besser als nichts, aber eigentlich wären ihm Abnormitäten irgendwie lieber.

DAS WUNDER…: Ein weiterer Mann.. ein sehr wohlhabender Mann aus den Staaten.. steinreich… und mausetot… das Herz muss es gewesen sein, während einer Vorstellung und eigentlich ist es ein Fall für die Polizei. Aber da kommt Madame ein blitzgescheiter Gedanke. Warum eigentlich nicht…? Für einen nicht unerheblichen Geldbetrag… und er ist ja schließlich bereits verschieden… Ein Wunder wie gesagt. Sie kann doch nichts dafür… Eigentlich. Und da ist das letzte Angebot von Kartiganus und die Zeiten sind schlecht… also warum nicht?

Und so wechselt ein eben frisch Verstorbener den Besitzer – ganz zum Wohle der hungernden Compagnie, die ein paar Tage schlemmen und feiern kann. Ungewohnter Wohlstand. Doch er hält nicht lange an und Madame wäre nicht Madame, wenn sie nicht irgendwie Blut geleckt hätte. Zwar sterben nicht viele Zuschauer in den Vorstellungen, aber da kann man doch ein wenig… nachhelfen vielleicht… nur ein wenig…

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Das Wunder

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Das Wunder

Leichenhandel und Mord – sicherlich unschöne Formulierungen… vor allem in Anwesenheit von zwei Polizeiinspektoren, die der Truppe auf die Schliche kommen und auf ihre ganz eigene Art und Weise die Ermittlungen aufnehmen… Eine rasante Verfolgungsjagd beginnt… spurlos untertauchen möchte Madame (na klar – kein Problem mit Monstrositäten im Gefolge) – ans Licht der Welt zerren möchten sie die Polizisten….

Eine turbulente Reise nimmt ihren Lauf und die Truppe hält in diesen Zeiten wie Pech und Schwefel zusammen, bis eines Tages das Unfassbare geschieht… in Italien… das Elefantenbein der Elefantenfrau beginnt zu heilen und die Künstlerin droht ihren Wert zu verlieren. Keine Attraktion mehr… Wertlos… Außer… Kartiganus…. Nein – undenkbar… denken wir! Madame wird doch nicht…? Wird sie?

Michael Braun ist mit seinem neuen Roman Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet ein für die heutige Zeit außergewöhnliches Buch gelungen. Seine Sprache versetzt die Leser in präziser Wortwahl, geschliffenem Ton und der einzigartigen Melodie der Erzählung zurück in jenes Jahr 1923. Sein Sprachwitz gepaart mit seinem ganz eigenen schwarzen Humor, der von Seite zu Seite an Schwärze zunimmt, lässt eine atmosphärische Dichte entstehen, die seinem Roman Tempo und Schwung verleiht.

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Michael Braun

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Michael Braun

Die Monstrositäten verlieren von Seite zu Seite ihre Abnormität und wachsen dem Leser ans Herz. Selbst Madame wächst ans Herz… auch an jenen Stellen, an denen sie sich am Herzen anderer vergreift. Sie tut dies nicht für sich selbst. Sie ist die Mutter ihrer Compagnie, für die sie alles geben würde und letztlich auch gibt. Es ist eine ganz eigene Welt, in der wir zu Gast sein dürfen. Margrit Schriber hat uns bereits vor Jahren mit Die hässlichste Frau der Welt in das Metier der Freak-Shows eingeführt und oft mussten wir beim Lesen an ihren gefühlvollen Roman über das Schicksal Julia Pastranas denken.

Michael Braun gelingt es im Zusammenwirken mit dem Dresdner Buchverlag erneut, uns für jene Zwischenwelt des Absurden zu begeistern. Er verleiht seinen Protagonisten Tiefe und Individualität. Er macht sich nicht über sie lustig… er macht sich mit ihnen gemeinsam über die normale Welt lustig. Die Compagnie ringt der monströsen politischen und gesellschaftlichen Situation durch ihre eigene Monstrosität eine Seite ab, die in ihrer satirischen Skurrilität die Frage aufwirft, wer in diesen Zeiten eigentlich wirklich normal war. Die Anderen oder die Freaks?

Wir stehen auf der Seite der Freaks… Michael Braun sei Dank für die tiefen Einblicke in die menschlichen Abgründe in Zeiten der Not… und vielen Dank für die ungezählten köstlichen Stunden des verschmitzten, schadenfrohen, hemmungslosen und heimlichen Lachens, die er uns beschert hat. Und über allem haben wir gefühlt und mit gelitten… mit jedem Einzelnen.

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Eintritt frei

Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet / Eintritt frei

Kauft euch schnell eine Eintrittskarte und besucht mit „Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet“ die Vorstellung eures Lebens – und passt auf euch auf, es könnte selbiges kosten 😉

Zwei unter einem Dach…

Eine Studie in Scharlachrot - Das perfekte Geschenk

Eine Studie in Scharlachrot – Das perfekte Geschenk

Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung? Man sucht händeringend ein passendes Weihnachtsgeschenk für einen bibliophil veranlagten Menschen, der einfach alles hat, was es auf dem Buchmarkt so gibt. Einen Gutschein schenken? Nein – besser nicht, das wirkt so, als habe man sich noch nicht einmal richtig bemüht. Hier naht Hilfe in der Not. Ein literarisches Gesamtkunstwerk von Zwiebook aus dem Hause Dresdner Buchverlag. Hier finden in der sogenannten „Classic Library“ wichtige Autoren der Weltliteratur einen besonders gediegenen Platz um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Die Zwiebook-Ausgabe des Romans „Eine Studie in Scharlachrot“ von Arthur Conan Doyle vereint alles, was ein perfektes Geschenk benötigt:

Es ist streng limitiert.
Es ist ein Buchkunst-Produkt der Extraklasse.
Es ist handgebunden von einer Dresdner Handbuchbinderin.
Es ist ein absoluter Hingucker.
Es ist die Mutter aller Bücher aus dem Sherlock Holmes Zyklus.
Es ist ein zweisprachiges „Wendebuch“.
Es ist höchst individuell.
Ein echter Goldschmied hat das Buch veredelt.
Es verfügt über ein Lesebändchen mit zwei Stirling-Silber-Elementen.

Eine Studie in Scharlachrot - Details

Eine Studie in Scharlachrot – Details

Und es ist ein Jahrhundertbuch – inhaltlich eine absolute Besonderheit auf dem Büchermarkt, da es der erste Roman von Sir Arthur Conan Doyle über Sherlock Holmes ist. Richtig gelesen: Über Sherlock Holmes und nicht nur ein Kriminalfall, in dem der legendäre Detektiv ermittelt. „Eine Studie in Scharlachrot“ erzählt aus der Sicht von Dr. Watson die erste Begegnung mit Sherlock und ist somit die Mutter aller Geschichten, die uns so sehr ans Herz gewachsen sind.

Natürlich spielt auch ein vielschichtiger Mordfall eine bedeutende Rolle, aber ohne diesen ersten Roman über das weltbekannte Ermittler-Duo kann man eigentlich nicht in die Tiefe der folgenden Geschichten eintauchen.

Arthur Conan Doyle suchte im Jahr 1886 händeringend einen Verlag für dieses Buch und verkaufte die Rechte schließlich für lächerliche 25 Pfund, nur um dann zu erleben, dass die Geschichte dann in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Beeton’s Christmas Annual brachte sie zumindest als Titel-Story und siehe da – das Magazin war binnen weniger Tage ausverkauft.

sherlock spacer

Dies ist besonders amüsant vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Arthur Conan Doyle 1983 mehrere Versuche startete, sich von Sherlock zu befreien. Er wollte sich historischen Romanen widmen, stellte immer höhere Honorarforderungen und bemerkte überrascht, dass diese bereitwillig erfüllt wurden.

Letztlich ließ er ihn in einem finalen Zweikampf mit seinem Erzfeind Moriarty in eine Schlucht stürzen und verschwinden. Der Aufschrei war riesig, 20000 Leser kündigten ihre Zeitungsabonnements und unzählige Menschen in England trugen Trauerflor. Es sollte also vorerst so enden, wie es einst begonnen hatte. In einer Zeitung!

Eine Studie in Scharlachrot - Ein Zwiebook der Extraklasse

Eine Studie in Scharlachrot – Ein Zwiebook der Extraklasse

Sherlock hatte also 1886 erstmals laufen gelernt und setzte dann seinen Weg in Buchform an der Seite von Dr. Watson durch die Weltliteratur fort. Und natürlich starb er nicht in jener Schlucht, sondern wurde von Conan Doyle nach dem Welterfolg „Der Hund der Baskervilles“ reanimiert, um seinen Erfolgszug bis zum Jahr 1927 fortzusetzen.

Der Dresdner Buchverlag erweist sowohl Conan Doyle, als auch seiner legendären Figur Sherlock Holmes eine doppelte Ehre und veröffentlicht die erste Geschichte „Eine Studie in Scharlachrot“ sowohl in der Originalfassung, als auch in der neuen modernisierten Übersetzung. Und dies in einem Buch! Man muss es nur wenden und kann die Geschichte mit „A Study in Scarlet“ fortsetzen oder Textstellen auf ihre originale Qualität im Vergleich zur Neuübersetzung begutachten! Spannend.

Damit man immer genau weiß, an welcher Stelle im Buch man ist, hat der Verlag ein einzigartiges Lesebändchen erfunden. Es ist in den Bucheinband integriert, kann aber frei nach oben oder unten gezogen werden. So hat man, egal ob man gerade im englischen oder im deutschen Teil des Buches verweilt, ein eigenes Leseband für das entsprechende Kapitel. Damit dieses Leseband immer Teil des Romans bleibt, ist es am jeweiligen Ende durch Stirling-Silber-Lesebandstopper abgeschlossen. Aufwendige Prägungen und die eingestanzte Seriennummer innerhalb der Limitierung machen dieses Leseband gleichsam zum handwerklichen Unikat als auch zum Meilenstein der Buchbindekunst.

Eine Studie in Scharlachrot - Limitiert, aber unbegrenztes Vergnügen

Eine Studie in Scharlachrot – Limitiert, aber unbegrenztes Vergnügen

Eine Studie in Scharlachrot ist auf 999 Exemplare limitiert. Ein Lesebandstopper trägt die per Hand geprägte Nummer des jeweiligen Exemplars. Die ersten Bücher sind bereits im Handel und wer dieses buchige Kleinod sogar noch persönlicher gestalten möchte, der kann sich beim Verlag eine Lieblings- oder Glückszahl aussuchen. Wo gibt es das schon?

Dieses Buch hat der geneigte bibliophile Freund, den es zu beschenken gilt, mit Sicherheit nicht im Bücherregal. Es macht Spaß, in diesem Buch zu lesen. Die Handlung selbst ist ein Meilenstein der Kriminal-Literatur und die Art und Weise, wie sich das Buch präsentiert ist einfach nur als genial zu bezeichnen.

Mit diesem literatwoischen Tipp liegt man zu Weihnachten definitiv nicht falsch, sollte man sich überhaupt von dem Buch trennen können…. Und genau das ist sehr schwer. „Eine Studie in Scharlachrot“ ist inhaltlich, haptisch und optisch eine absolute Zierde für jede Lebensbibliothek und es werden lediglich 999 Exemplare exisiteren…. Also sputet euch!

Ein Gesamtkunstwerk des Buchdruckes mit Goldschmiedearbeiten

Ein Gesamtkunstwerk des Buchdruckes mit Goldschmiedearbeiten

Editorial: All Pictures by PATH (Peter Helbig)

Katharsia – ein umfangreiches, fantastisches Abenteuer

Katharsia – wir haben es gemeinsam gelesen und genossen und heute gibt es für euch unsere Teamrezension.

Doch wenn wir zurück blicken, wäre uns dieses Meisterwerk beinahe entgangen. Vor einem Jahr auf der Messe in Leipzig haben wir zum ersten Mal Kontakt zum Dresdner Buchverlag gehabt. Dieser stellte uns bereits schon am Verlagsstand den Roman vor, doch wir trauten uns noch nicht sofort, an diesen umfangreichen Stoff aus dem Genre Fantastik.

Nun ist ein Jahr vergangen, wir haben Katharsia gelesen, sind hin und weg und zudem steht Jürgen Magisters Roman auf der SERAP-Shortlist. Wir sind begeistert und wir werden Daumen drückend am Donnerstag, dem ersten Messetag, 17 Uhr auf der Fantasy-Leseinsel – Halle 2 – bei der SERAPH Preisverleihung 2012 dabei sein.

Wir sind gespannt ohne Ende, wie die Jury entscheiden wird. Wir lieben Katharsia und sind in den grünen Lesestrudel geraten. Dabei hat es uns ins Roman-Abenteuergeschehen gewirbelt und wir haben die Perspektive gewechselt, wie ihr an unserer Besprechung erlesen könnt.


Den Namem Sando Wendelin sollte man kennen. Nein man sollte nicht nur, man muss ihn förmlich kennen, denn der 14-jährige Junge, ist ein wahrer Held und bestreitet einen großen Kampf, im Leben nach dem Leben.

Aber mal ganz von vorn. Sando und seine Klavierlehrerin Maria, welche auch seine heimliche Liebe ist, befinden sich auf einer Busfahrt, inmitten einer Wüste in Marokko, als es passiert. Vermummte überfallen den Reisebus – eine Geiselnahme. Sando und Maria wissen nicht wie ihnen geschieht, waren sie doch soeben in einem Gespräch und voller Freude über die Urlaubszeit.

Als die hintere Bustür sich öffnet, sieht Sando seine Chance. Er könnte es schaffen zu flüchten und Hilfe für alle zu holen. Vorher allerdings nimmt er Marias Amulett an sich, eine christliche Madonna in der sich ein Geheimfach befindet. Er wagt den Schritt aus dem Bus, doch Sando schafft es nicht, eine Plastiktüte ist sein Schicksal, denn diese ist der Grund, warum sein plötzlich erscheinendes Gegenüber den Abzug drückt. Maria gelingt es nicht Sando zurück in sein junges Leben zu verhelfen und wird, als sie versucht sich zu wehren, ebenfalls erschossen.

Kein normales Schmuckstück - der einzige Schlüssel....

Katharsia – eine Welt die alle Seelen die mit ihrer Vergangenheit noch nicht im Reinen sind, nach ihrem Tod auf der Erde erreichen um dort abzuschließen, um anschließend erfüllt ins ewige Licht zu kommen.

Gemeinsam mit Sando kommen wir an, körperlos auf unsere Seelen reduziert. Die Summe unserer Erinnerungen eingekapselt im Bewusstsein unseres gelebten Lebenstraumes, stehen wir an der Pforte jener magischen Zwischenwelt. Sando schafft es in seinem Körper anzukommen, denn gewöhnlich erhalten alle Neuankömmlinge  Retamin, um ihre körperliche Hülle zurück zu erhalten. Wir Literatwos allerdings bleiben Seelen.

Eine Entscheidung ist bereits gefallen. Nicht die Hölle ist unser Ziel, keine Zelle des Hades ist für uns reserviert – wir atmen auf. Die Katharsis liegt vor uns – jener Zustand der Selbstreinigung – das mit sich und seinem Leben ins Reine kommen. Aber irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Wir werden in eines der Warteheime geleitet. Wir sind eben nur Seelen – einen Körper kann man uns nicht geben, da man dafür Retamin benötigt. Und gerade jetzt – just in dem Moment unsere Ankunft ist dieses Wunderelixier nicht mehr verfügbar.

Wir können nur hoffen und warten und uns Katharsia genauer anschauen. Jeder Ort auf unserer Welt findet hier eine Entsprechung – wenn man einen Körper hat, kann man reisen, sogar in seine Heimatstadt und viele der Bewohner von Katharsia leben seit vielen hundert Jahren in dieser Parallelwelt. Dazu ausersehen, entweder dort zu bleiben oder schließlich einen Zustand zu erreichen, der es ihnen ermöglicht ins Paradies zu gelangen.

Der Präsident von Katharsia hat versprochen, allen Seelen diese Welt so angenehm wie möglich zu machen – so sicher wie nur denkbar und so lebenswert wie auf Erden erhofft. Der Hades ist verschlossen – streng bewacht – keine böse Seele kann uns stören, sollte man denken.

Wir brauchen nur noch Retamin, nur das. Wir hören davon, dass jener Sando eine einzigartige Begabung hat. Er kann Seelen sehen und mit ihnen reden. Ein Auvisor – der erste seit ewigen Zeiten in Katharsia. In ihn setzt das ganze Land die Hoffnung, das geheime Wissen um das verlorene Retamin wieder zu entdecken. Und dazu muss er einen ganz besonderen Schlüssel finden – nur ihm kann das gelingen.

Mit einer Schar von Gefährten, neuen Freunden mit gemeinsamer Vergangenheit, versucht er, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Wir können nur hoffen und bangen und mit uns ins Reine kommen. Und wenn genau jetzt der Kampf um das Retamin ausbricht, wenn genau jetzt das Böse seinen Einzug in Katharsia vorbereitet, wenn genau jetzt die gefangenen Seelen des Hades Teil eines dunklen Plans werden, dann sind wir in Gefahr. Und diese Gefahr ist weitaus schlimmer, als unsere Leben zu verlieren – wir laufen Gefahr unser Seelenheil einzubüßen.

Bitte nicht… Sando – das musst du regeln… bitte…

Der SCHATTENHAIN in Katharsia....

Wir schweben zum magischsten Ort in Katharsia, jenem Schattenhain – einem nie enden wollenden Feld aus metallenen Ähren. Gewidmet den Opfern der realen Welt und als Mahnmal errichtet gegen diejenigen, die jemals ihre Schatten auf das Leben unschuldiger Menschen warfen. So werfen die Statuen der Tyrannen von einst, ihre Schatten auf die Ähren, die hier jeweils für ein geopfertes Leben stehen.

Kann Präsident Wanderer an der Macht bleiben und seine Versprechen gegenüber den Seelen Katharsias halten, ohne selbst einen einzigen Schatten zu werfen? Geht das? Können Sando und seine Freunde das Schicksal unserer Seelenwelt retten, das dringend benötigte Retamin finden – und werden sie im Kampf gegen die Täter der Vergangenheit bestehen? Wir können es nur hoffen.

Die Sonne geht auf, die Schatten werden länger, die goldglänzenden Halme verdunkeln sich und das Wort „Putsch“ macht die Runde. Chamäleons nähern sich der Festung Makala. Der letzte Kampf um unsere Seelen hat begonnen und wir können nichts tun. Ist dies der letzte Sonnenaufgang in Katharsia? Ein wenig Retamin könnte alles ändern….

Vorab ganz dick und in Farbe – Katharsia ist ein Meisterwerk. Anders kann man dieses über 700 Seiten, voller Abenteuer steckende Buch, nicht bezeichnen. Jürgen Magister legt mit seinem Werk ein fantastisches Glanzstück seinen Lesern in die Hände und das als sein Debüt.

Wir Literatwos haben bisher schon viele Ausflüge im Genre Fantastik hinter uns und konnten wahrliche einiges erleben. Doch Katharsia hat, und das könnte man bei diesem Seitenumfang denken, nicht eine schwache Stelle, nicht eine Unplausibilität, nicht zu viel oder zu wenig Gefühl, von der Abenteuerspannung ganz abgesehen. Es ist gigantisch, es ist bildreich, es löst einen Lesestrudel aus, den man nicht bremsen kann. Keine einzige Seite, keinen einzigen Protagonist, keinen einzigen Ort, wollen wir missen.

Jürgen Magister löst Bilderfluten im Kopf aus, erzeugt eine einzigartige Atmosphäre und begeistert durch und durch.

Katharsia - Wunschwesen unterwegs zur Festung Makala

In Katharsia haben wir eine Buchperle gefunden, die mit ihrem leuchtenden grün unter allen anderen Perlen hervorstrahlt, sich abhebt und tief verankert hat.

Literatwo empfiehlt Katharsia... wir sind beseelt von diesem Roman