Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl

Die amerikanische Nacht“ von Marisha Pessl war eine der großen Herbst-Überraschungen unter all den Rezensionsexemplaren, die in unserer kleinen Thriller-Villa Einzug gehalten haben. Der Fischer Verlag hat uns eines schönen Tages mit einer wahren „Blauen Mauritius“ unter den Büchern ausgestattet, da wir plötzlich ein gebundenes Werk in Händen hielten, von dem wir wussten, dass es in dieser Form niemals das Licht des Buchmarktes erblicken würde. Satte 786 Seiten öffneten sich für uns und wiesen eine große bibliophile Besonderheit auf.

Die gesamte Story war von Tobias Schnettler auf sehr präzise und nachhaltige Weise übersetzt, aber die vielen im Buch integrierten Seiten voller Zeitungsausschnitte, Tagebucheinträge, Memos, Vernehmungsprotokolle und beschrifteter Fotos aus Ermittlungsakten fanden wir im amerikanischen Ursprungszustand vor. Diese qualitativ hoch anspruchsvollen Abbildungsseiten konnten aus technischen Gründen, wegen der zeitgleichen Veröffentlichung des Romans in den USA, noch nicht für deutsche Blogger sprachkompatibel gemacht werden.

Was für ein Vergnügen, welch ein Genuss, denn während man sich in die Story einfuchste und Schritt für Schritt versuchte, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, stieß man auf diesen Seiten immer wieder auf erfreuliche Lesebremsen, die der ganzen Handlung ein sehr hohes Maß an Authentizität verliehen, dass man tatsächlich oftmals meinte, wirklich in den geheimen alten Unterlagen zu wühlen. Ein unbeschreibliches Gefühl und wie schon oben erwähnt, ein mehr als einzigartiges Leseexemplar. Ein Ehrenplatz war ihm schnell sicher!

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Ermittlungsunterlagen

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Ermittlungsunterlagen

Aber werfen wir einen kriminalistischen Blick auf die Handlung des Romans und schauen uns an, was er mit dem geneigten Leser so alles anzustellen vermag. Nehmen wir uns einen abgehalfterten investigativen Journalisten, namens Scott McGrath, der nur einmal in seiner Karriere einen kapitalen Fehler gemacht hat. Seine Enthüllungsstory über den ungekrönten König des amerikanischen Films, den Regisseur Stanislas Cordova, basierte nicht auf eindeutig gesicherten Fakten und der aufstrebende Reporter stürzte vom hohen Olymp in die Untiefen der regionalen Tagespresse ab. Randnotizen.., mehr blieb ihm nicht… und der lebenslange Verdacht, damals doch richtig gelegen zu haben.

Wie sagt man so schön? Man trifft sich immer zweimal im Leben…! So auch hier – nur die Umstände sind anders. Scott McGrath wird quasi zum Zeugen des Todes einer jungen Frau. Ob Selbstmord oder Unfall, das bleibt die Frage aller Fragen. Ein Fall wie jeder andere, wäre die junge Frau nicht die Tochter ebenjenes Regisseurs. Ashley Cordova ist tot und endlich bietet sich die zweite Chance auf dem Weg nach Oben. Und anders als vor fünf Jahren hat Scott jetzt eine greifbare Spur. Eine mulitpel begabte und vielschichtig verstörte 24jährige Frau im roten Mantel, die nun in ihrem eigenen Blut liegt.

Diese Chance kann er sich nicht entgehen lassen und so greift er auf sein Privatarchiv zurück. Eine wahre Obsession, dem Filmemacher endlich das Handwerk zu legen. Denn die Gerüchte über Cordova lassen vermuten, dass er nicht nur ein besessener Regisseur ist, der aus seinen Schauspielern das absolute Maximum herauszuholen vermag. Weit mehr flüstert man sich zu. Die Filme Cordovas sind von solch unaussprechlicher Tiefe und Gewalt, dass er schon lange in den Untergrund gegangen ist. Seinen Sohn hat er nach einem Unfall zuerst blutend in den Film eingebaut (wann hat man die Chance schon mal, eine Hand mit amputierten Fingern zu filmen), bevor die Ärzte gerufen wurden. Und immer wieder schwelt der Verdacht, es geschehe Schreckliches mit Kindern in diesen Filmen.

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Terulya

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Terulya

Der Leser wird freiwilliger Zeuge dieser Verfolgungsjagd der Fakten und Vermutungen und entdeckt in den Ermittlungen zu Ashley immer mehr, was für eine faszinierende Frau sich hier gegebenenfalls selbst das Leben genommen hat. Ein musikalisches Wunderkind, die in ihre Interpretation klassischer Werke die Verletzungen eines ganzen Lebens hineinlegt. Eine junge Frau, die an der Prominenz des Vaters und vielleicht auch an dessen Werk selbst zu scheitern droht. Drogen, Erziehungsheim, das volle Programm zieht sich durch ihr Leben und alles endet in einem leeren Aufzugsschacht einer Lagerhalle.

Ashley, deren Familie eine eigene Sprache erfand, mit der man sich unter Ausschluss der ungeliebten Öffentlichkeit zu unterhalten vermochte; Ashley, die Gefühle wecken und stillen konnte, wie keine zweite junge Frau; Ashley, ein Widerspruch mit rotem Mantel. Unvergessen bleibt ihr Wort „Terulya“. Die Bedeutung hat sich tief in uns eingebrannt:

„Tief tauchende Liebe. Eine Liebe, die einen ausgräbt. Etwas, das man erlebt haben muss, bevor man stirbt, sonst hat man nicht gelebt!“

Hier findet sich auch die wahre Stärke von Marisha Pessl, die in einem solchen Thriller magische Worte und Sätze einbaut, die es wahrlich in sich haben. Gänsehautlesen in seiner reinsten Form. Hoch dosiert und abhängig machend. Zu ihren Worten sollte ein Beipackzettel beigefügt werden: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Buchhändler oder den Verleger!“

Ich habe lesend in München ein Notizbuch mit mir getragen. Bin selbst auf die frische Spur gegangen und liebe es eigentlich auch, komplexe Handlungsfäden in der Hand zu halten und habe mich daran gewöhnt, Haupt- und Nebenfiguren aufzuschreiben und mit Hinweisen zu versehen, welche Rolle sie spielen könnten. In der zweiten Hälfte des Buches allerdings musste ich dann einsehen, dass selbst das beste kleine „Memo-an-mich-selbst-Büchlein“ mich hier kaum auf der Fährte halten konnte.

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Große Worte

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Große Worte

Ebenso bodenlos, wie die Filme von Stanislas Cordova beginnt die Handlung in Dimensionen abzudriften, die sich kaum auseinanderhalten lassen. Fantasie, Einbildung, Fakt, Mutmaßung? Nichts ist, wie es scheint. Nichts ist von Bestand. Cordova führt nicht nur Scott McGrath an der journalistischen Nase herum, auch der Leser wird von diesem unsichtbaren Genie in den Bann gezogen und dann verbannt. Dieses Buch ist wie ein großer Film, den man mehrmals geschaut haben muss, um ihn vollständig zu erschließen. Dieses Buch wartet nicht mit einer einfachen Wahheit auf. Es gibt viele Wahrheiten, die es zu entdecken gilt.

„Die amerikanische Nacht“ ist kein Thriller für zwischendurch – kein Buch, das man einfach so atemlos einatmen kann. Wer sich auf diesen Roman einlässt, sollte sich Zeit nehmen und sich tief fallen lassen. Es ist nicht einfach zu lesen, es ist nicht einfach, der turbulenten und in sich verspiegelten Handlung zu folgen. Es strengt an. Aber das ist eben auch das Besondere an diesem Werk. Lange Winterabende im roten Mantel, vertieft in die Abbildungen auf den illustrierten Seiten, alte Polizeiakten lesen und immer wieder in den aktuellen Plot eintauchen… das sind die Dimensionen, auf die man sich einlassen muss.

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Ein Vergleich

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Ein Vergleich

Wenn man nun der feuilletonistischen Presse glauben darf, dann lohnt sich ein Vergleich zweier Werke. „Wer <Gone Girl> gelesen hat, der muss auch <Die Amerikanische Nacht> lesen“, so heißt es landauf, landab. Wir haben beide Romane intensiv eingesaugt und am Ende aller Seiten wagen auch wir den Vergleich, der aus unserer Sicht nicht statthaft ist. Zu unterschiedlich sind beide Bücher, zu verschieden ist der Ansatz und zu differenziert sind die eigenen Ansprüche der Autoren an ihre Geschöpfe.

„Gone Girl – Das perfekte Opfer“ von Gillian Flynn ist knapper und griffiger geschrieben, verleitet zu einer schlaflosen Thriller-Nacht, die sich tief ins Gedächtnis brennt. Ein Roman, wie ein Bourbon on the Rocks. Man weiß, dass es sich um einen Whisky handelt, trinkt ihn, genießt und beeilt sich, da die Gefahr besteht, dass das Eis zu schmelzen beginnt. Man kann sich lange an den Geschmack erinnern und ihn gut beschreiben. Eine Geschichte, die am Lagerfeuer erzählt werden kann.

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl ist dagegen wie ein Cocktail aus verschiedensten frischen Zutaten. Hochprozentig und gut gemixt. Nichts für eine Happy Hour… Ein langfristiges Vergnügen, bei dem nur der Barmixer das Rezept kennt und dieses nie und nimmer verraten würde. Es dauert lange, bis man die einzelnen Nuancen der Rezeptur auseinanderhalten kann. Lange Zeit hat man den Geschmack frischer Limonen im Mund, der sich dann plötzlich völlig verändert. Kein Roman fürs Lagerfeuer…

Wir haben beide Romane im Gepäck, wenn wir auf Thrillerreise gehen. Ein Buch für jeden Anlass. Unterschiedlicher können Romane nicht sein, die das Etikett „Thriller“ tragen. Und doch haben sie eines gemeinsam: Jeder Leser benötigt anschließend ein individuelles Zeugenschutzprogramm!

Die amerikanische Nacht und Gone Girl - Meine Entscheidung...

Die amerikanische Nacht und Gone Girl – Meine Entscheidung…

[Thriller] „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ – Gillian Flynn

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Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Herzlich willkommen in Carthage, Missouri. Herzlich willkommen in der 50er-Jahre Atmosphäre eines typisch amerikanischen Kleinstädtchens am Ufer des träge dahinfließenden Mississippi. Mark-Twain-Land – nur wenige Meilen von Hannibal entfernt, dem idyllischen Örtchen, an dem der berühmte Schriftsteller lebte und zu Tom Sawyer inspiriert wurde.

Klingt beschaulich – fühlt sich auch so an…! Träge und in eigener klangloser Melodie fließt das Leben durch die Straßen. Es könnte so schön sein, würde da nicht das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau das ganze Land in Aufruhr versetzen. Gone Girl… eine treusorgende Ehefrau, die scheinbar grundlos von jetzt auf gleich von der Bildfläche verschwindet und einen mehr als ratlosen und verzweifelten Ehemann zurücklässt.

Es hätte so idyllisch sein können…

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Wäre da nicht… ein Anruf in der kleinen Bar von Nick Dunne, die er nach seinem Umzug aus New York in diesem kleinen Nest gemeinsam mit seiner Schwester betreibt. „Eure Haustür steht offen… und das soll wahrscheinlich nicht so sein, oder?“

Wäre da nicht… ein kurzer Sprint nach Hause, um festzustellen, dass hier wirklich nichts mehr so ist, wie es sein sollte. Tür offen, lähmende Stille, das Wohnzimmer verwüstet, Glasscherben und ein zerstörter Tisch, auf dem Boden verstreute Bücher und von seiner Ehefrau Amy keine Spur… absolut keine Spur mehr… wie vom Erdboden verschluckt…

Wären da nicht… fleißige Polizisten, die (wie dies so üblich ist) im Zuge ihrer Suche nach Vermissten zuerst das direkte Umfeld ausschließen müssen, bevor sie sich in entferntere Regionen vorwagen… und hier beginnen sie mit dem verzweifelten ahnungslosen Ehemann.

Wären da nicht… Unstimmigkeiten, die genau diesen armen Mann nun in ein Licht rücken, das ihn in ganz neuem Licht erscheinen lässt. Geldsorgen, eine beseitigte Blutlache in der Küche (natürlich Amy`s Blutgruppe), ein mitgehörter heftiger Streit der Eheleute am Vorabend des Verschwindens und ein fehlendes Alibi. Die Schlinge beginnt sich immer weiter um den Hals des Ehemannes zu schließen.

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Aus seiner Sicht muss Amy Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein. Aus seiner Sicht ist alles ganz klar. Aus seiner Sicht hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein klein wenig Streit, eine verkorkste Ehe, Arbeitslosigkeit und die üblichen Beziehungskrisen… nun gut, aber mehr auch nicht… definitiv nicht… und doch verstrickt sich Nick Dunne in Widersprüche. Kleinigkeiten zwar, aber die Zweifel an ihm werden größer. Eigentlich könnte man ihm fast glauben.

Wäre da nicht… das Tagebuch von Amy Elliot Dunne, das uns Leser von der ersten Seite der Geschichte an begleitet. Es setzt viele Jahre vor ihrem Verschwinden an und zeichnet ein deutliches Bild von einer Beziehung, die immer mehr den Mississippi runtergeht. Angst zieht auf im gemeinsamen Leben und Amy beginnt sich zunehmend unwohl zu fühlen. Unsicher im eigenen Haus… bedroht vom eigenen Mann.

Fast hätten wir dem guten Nick geglaubt, aber jede Zeile im Tagebuch der Vermissten zeichnet ein immer deutlicheres Bild von einem Mann, für den Gewalt in der Ehe kein Tabu zu sein schien. Die öffentliche Meinung schließt sich diesem Bild an und Nick gerät als Hauptverdächtiger ins Kreuzfeuer der Medien. Nur seine Schwester hält zu ihm und anfangs können sich auch Amy`s Eltern nicht vorstellen, dass ausgerechnet ihr Schwiegersohn… ausgerechnet am fünften Hochzeitstag… sie glauben ihm… anfänglich.

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Und doch wird man das Gefühl nicht los, dass hier irgendetwas gar nicht stimmt. Die Amy des Tagebuches ist so perfekt, so liebevoll und so chronisch missverstanden, dass man bald nicht mehr weiß, wie weit man ihren Zeilen glauben darf, da sie sich von der Wahrnehmung ihres eigenen Mannes so sehr unterscheiden.

Und dann beginnt der richtige Sturm mit voller Fahrt über Nick Dunne hereinzubrechen. Gleichzeitig mit dem Tagebuch seiner Frau taucht zu allem Überfluss auch noch seine junge Freundin auf. Ehebruch… eine verschwundene Frau, Blut und tausend Indizien. Das passt. Wir haben sie am Arsch, Mr. Dunne.

Wäre da nicht… in der Mitte des Buches eine Eintragung im Tagebuch der Ehefrau, die so gar nicht mehr in unser fertiges Vorurteilsbild passt. Wäre da nicht eine plötzliche Erkenntnis, die alles zum Wanken bringt. Auch uns Leser. Unser einfaches und wundervolles Schwarz-Weiß-Bild beginnt sich einzufärben und unsere schlauen Spekulationen erhalten erste tiefe Risse. Plötzlich ist nichts mehr wie es scheint. Es ist so gar nichts mehr so, wie es jemals den Anschein hatte.

Gone Girl - Das perfekte Opfer - mit einem Klick zum Buch

Gone Girl – Das perfekte Opfer – mit einem Klick zum Buch

Gillian Flynn macht uns lesend sprachlos. Sie raubt uns die Luft und den Verstand. Sie hat einen Thriller konstruiert, der so greifbar ist, dass es erschreckt und aufrüttelt. Alles war so klar. Sympathie und Antipathie waren perfekt verteilt und dann sitzt man plötzlich vor den Trümmern der eigenen vorschnellen Schlussfolgerungen. Das Problem dabei: Wir Leser wissen mehr als die Polizei und wir wissen viel mehr als der scheinbar verzweifelte Ehemann.

Aber wir können niemandem helfen. Nur lesen und staunen. Unsere Schnappatmung kontrollieren und beginnen zu hassen. Dieses Buch weckt Gefühle, die beim Lesen eigentlich nur selten entstehen. Man sollte sich wappnen dagegen – man sollte darauf gefasst sein, dass man in die Abgründe der Seele von Menschen blickt und dabei der eigenen atemlosen Verachtung ins Auge schaut.

Hilfloser Hass… ein solches Gefühl hat mir ein Buch noch nie vermittelt – bis zur letzten Seite. Oh könnte man doch nur… oh hätte man doch… und wenn man die Möglichkeit bekäme, man würde wohl die Kontrolle über sich verlieren, wenn man einer der Romanpersonen Auge in Auge gegenüber stünde. Gone Girl wühlt auf und beschäftigt nachhaltig. Glaubt mir das.

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Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Ach ja… kommen wir doch kurz auf den Schauplatz zurück und schauen uns die von der brillanten Autorin auf der Landkarte ihres Thrillers versteckten Metaphern einmal genauer an. Hatte nicht Hannibal damals seine Heimat Karthago verlassen, mit einer bis zu den Zähnen bewaffneten Armee und einigen furchterregenden Elefanten die Alpen überquert um seinen Feind unmittelbar vor dessen eigener Haustür in Rom von der Landkarte zu tilgen?

Hoch war der Blutzoll der Römer und scheinbar unbesiegbar zog Hannibal von Stadt zu Stadt. Hilflos mussten die Römer erkennen, dass er in der offenen Feldschlacht nicht zu besiegen war, also drehte man den Spieß um und vertraute auf den psychologischen Effekt eines Krieges. Rom verschiffte seine Truppen vor die Tore des ungeschützten Carthagos und machte es dem Erdboden gleich. Hannibal verlor seine Heimat und damit den eigentlichen Grund, gegen Rom zu kämpfen.

Was das mit „Gone Girl“ zu tun hat? Augenscheinlich nichts, aber die metaphorische Bedeutung des Schauplatzes ist einfach zu genial, um sie außer Acht zu lassen. Ihr müsst nur selbst herausfinden, wer hier Hannibal ist und wessen Heim mit tiefenpsychologischen Kriegsmitteln zerstört wird. Viel Spaß dabei… und passt einfach genau auf, aus welcher Mücke in Carthage bei Hannibal, Missouri, wahre Kriegselefanten werden.

Blick in den Spiegel gefällig? Täter oder Opfer?

Blick in den Spiegel gefällig? Täter oder Opfer?

In „Gone Girl“ ist der Leser „Das perfekte Opfer… mehr wird nicht verraten 😉 Ein Muss für Freunde psychologischer Hochspannung bis zum letzten Atemzug. Dieser wahnsinnige Thriller wird nächstes Jahr die Kinos erobern. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen und mit Ben Affleck und Rosamund Pike stehen bereits die hochkarätigen Schauspieler fest, die uns auf der rasanten Reise in die Abgründe der menschlichen Seele begleiten werden.

Ihr wollt wirklich wissen, ob ihr für dieses Buch bereit seid? Dann stellt euch einfach dem offiziellen Gone Girl – Psychotest und lasst euch überraschen, was dort zutage gefördert wird…. Vorsicht… Vielleicht wollt ihr das Ergebnis gar nicht wissen 😉

Traut euch ruhig... es ist beängstigend...

Traut euch ruhig… es ist beängstigend…

Wenn man nun der feuilletonistischen Presse glauben darf, dann lohnt sich ein Vergleich zweier Werke. “Wer <Gone Girl> gelesen hat, der muss auch <Die Amerikanische Nacht> lesen”, so heißt es landauf, landab. Wir haben beide Romane intensiv eingesaugt und am Ende aller Seiten wagen auch wir den Vergleich: hier…

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Ein Vergleich

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Ein Vergleich