Mit J.R.R. Tolkien zurück nach Mittelerde

Barke glitt, goldgeschnäbelt und weiß
mitten im Strome vorüber.
Ihr gaben Schwäne stolzes Geleit.
Staunend sah Fíriel hinüber.
Als Ruderknechte im grauen Gewand
saßen Elben darinnen.
Drei aber schienen von hohem Stand –
Könige, Königinnen?

Das letzte Schiff  (Die Abenteuer des Tom Bombadil)

Ich habe Mittelerde nie verlassen. Kein einziger Tag ist seit meinen ersten vorsichtigen Zeilen in meinem “Hobbit” oder in “Der Herr der Ringe” vergangen, an dem ich nicht zumindest einige Minuten durchs Auenland wanderte. Kein Blick auf einen Baum, ohne den alten Baumbart zu erahnen und kein Blick auf einen Berg, ohne darin Zwerge zu vermuten. Kein Weg auf eine Burg ohne an Elben zu denken und kein Denken an Liebe ohne die Unsterblichkeit der Gefühle Aragorns für Arwen zu erfühlen. Unsterblich lebendig ist mir all dies ins Herz gewachsen.

Wie der “Eine Ring” in der Lage war alles zu knechten und jeden in seinen Bann zu ziehen, so sind die Bücher J.R.R. Tolkiens seit vielen Jahren “mein Schatz” – und meine kleine Welt rund um ewigen Weiten der Elben und Menschen hat immer deutliche Formen angenommen. Helms Klamm und Minas Tirith, Galadriel und Frodo, Gandalf und Elrond – all diese Namen sind mehr als Worte für mich. Sie bilden die Grundfesten meiner Fantasie und die Säulen meiner Kreativität.

Es kommt nicht von Ungefähr, dass der Siegeszug der Völker von Mittelerde seit 1966 beharrlich weitergeht, eine Generation nach der anderen erobert und inzwischen mehr als einen bloßen Kultstatus erreicht hat. Wer sich J.R.R. Tolkien nähert wird eine Vielzahl liebevoller Geschichten und Gedichte finden, die nicht unmittelbar mit dem “Lord of the Rings” verwoben sind, aber man fühlt in jeder Zeile, in jedem Satz, dass auch diese Geschichten an den Lagerfeuern im Auenland erzählt wurden. Viele dieser Erzählungen sind unbekannt, andere erfreuen sich zunehmenden Interesses. Sie sind schon lange kein Geheimtipp für Tolkien-Einsteiger mehr, sondern erreichen selbst unangefochtenen Kultstatus.

Man kann Tolkien zuhören, wie er seinen Kindern erzählt, wie das Alltägliche zu einer besonderen Geschichte wird, wie aus einer unbedeutenden Kleinigkeit eine Legende erwächst. Seine Samen fallen auf den fruchtbarsten Boden, den sich ein Erzähler vorstellen kann. Auf die Muttererde der unschuldigen Fantasie. Dort treiben sie seit Jahren die unglaublichsten Blüten und Früchte. Und es wird niemals enden.

Wir sollten auch heute gerade der jungen Generation ermöglichen, von dieser Gabe zu profitieren. Teil zu werden von einer kollektiv getragenen Fantasie und fühlen zu können, was Faszination bedeutet. Eine Annäherung für die Jüngsten unter uns und gleichzeitig eine Vertiefung für gewachsene Tolkien-Liebhaber stellt aus meiner Sicht der gerade erschienene Band Geschichten aus dem gefährlichen Königreich dar.

Einzigartig illustriert von Alan Lee…

Auf was lassen wir uns ein, wenn wir dieses Buch öffnen?

Fünf ausgewählte Geschichten zeigen die ungeheuere Vielfalt der Erzählkunst des wohl größten Fantasy-Autors unserer Zeit. Jede einzelne Geschichte für sich allein ist mehr als lesenswert, miteinander stehen sie in keinerlei Verbindung und doch handeln sie von Welten jenseits unserer bewussten Wahrnehmung, von Legenden und tragischen oder tatsächlichen Helden. Vom Kampf gegen Drachen und von den geheimen magischen Künsten, die längst verloren schienen. Dieses Buch ist ein “Breitspektrum-Anti-Langweilikum” für lange Abende allein oder im Kreis der Kinder. Für jedes Alter geeignet und in einer Tiefe angelegt, die Ihresgleichen sucht.

Ein Klick auf das Auenland bringt Euch zum vollständigen Artikel auf dem Blog.Lovelybooks

Hier findet Ihr natürlich auch mehr über die Verfilmung des „Hobbit“ durch den HdR-Regisseur Peter Jackson. Die Dreharbeiten haben in Neuseeland begonnen und wir dürfen uns wohl auf ein erneutes (diesmal dreidimensionales) Meisterwerk freuen.