[Thriller] „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ – Gillian Flynn

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Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Herzlich willkommen in Carthage, Missouri. Herzlich willkommen in der 50er-Jahre Atmosphäre eines typisch amerikanischen Kleinstädtchens am Ufer des träge dahinfließenden Mississippi. Mark-Twain-Land – nur wenige Meilen von Hannibal entfernt, dem idyllischen Örtchen, an dem der berühmte Schriftsteller lebte und zu Tom Sawyer inspiriert wurde.

Klingt beschaulich – fühlt sich auch so an…! Träge und in eigener klangloser Melodie fließt das Leben durch die Straßen. Es könnte so schön sein, würde da nicht das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau das ganze Land in Aufruhr versetzen. Gone Girl… eine treusorgende Ehefrau, die scheinbar grundlos von jetzt auf gleich von der Bildfläche verschwindet und einen mehr als ratlosen und verzweifelten Ehemann zurücklässt.

Es hätte so idyllisch sein können…

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Wäre da nicht… ein Anruf in der kleinen Bar von Nick Dunne, die er nach seinem Umzug aus New York in diesem kleinen Nest gemeinsam mit seiner Schwester betreibt. „Eure Haustür steht offen… und das soll wahrscheinlich nicht so sein, oder?“

Wäre da nicht… ein kurzer Sprint nach Hause, um festzustellen, dass hier wirklich nichts mehr so ist, wie es sein sollte. Tür offen, lähmende Stille, das Wohnzimmer verwüstet, Glasscherben und ein zerstörter Tisch, auf dem Boden verstreute Bücher und von seiner Ehefrau Amy keine Spur… absolut keine Spur mehr… wie vom Erdboden verschluckt…

Wären da nicht… fleißige Polizisten, die (wie dies so üblich ist) im Zuge ihrer Suche nach Vermissten zuerst das direkte Umfeld ausschließen müssen, bevor sie sich in entferntere Regionen vorwagen… und hier beginnen sie mit dem verzweifelten ahnungslosen Ehemann.

Wären da nicht… Unstimmigkeiten, die genau diesen armen Mann nun in ein Licht rücken, das ihn in ganz neuem Licht erscheinen lässt. Geldsorgen, eine beseitigte Blutlache in der Küche (natürlich Amy`s Blutgruppe), ein mitgehörter heftiger Streit der Eheleute am Vorabend des Verschwindens und ein fehlendes Alibi. Die Schlinge beginnt sich immer weiter um den Hals des Ehemannes zu schließen.

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Aus seiner Sicht muss Amy Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein. Aus seiner Sicht ist alles ganz klar. Aus seiner Sicht hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein klein wenig Streit, eine verkorkste Ehe, Arbeitslosigkeit und die üblichen Beziehungskrisen… nun gut, aber mehr auch nicht… definitiv nicht… und doch verstrickt sich Nick Dunne in Widersprüche. Kleinigkeiten zwar, aber die Zweifel an ihm werden größer. Eigentlich könnte man ihm fast glauben.

Wäre da nicht… das Tagebuch von Amy Elliot Dunne, das uns Leser von der ersten Seite der Geschichte an begleitet. Es setzt viele Jahre vor ihrem Verschwinden an und zeichnet ein deutliches Bild von einer Beziehung, die immer mehr den Mississippi runtergeht. Angst zieht auf im gemeinsamen Leben und Amy beginnt sich zunehmend unwohl zu fühlen. Unsicher im eigenen Haus… bedroht vom eigenen Mann.

Fast hätten wir dem guten Nick geglaubt, aber jede Zeile im Tagebuch der Vermissten zeichnet ein immer deutlicheres Bild von einem Mann, für den Gewalt in der Ehe kein Tabu zu sein schien. Die öffentliche Meinung schließt sich diesem Bild an und Nick gerät als Hauptverdächtiger ins Kreuzfeuer der Medien. Nur seine Schwester hält zu ihm und anfangs können sich auch Amy`s Eltern nicht vorstellen, dass ausgerechnet ihr Schwiegersohn… ausgerechnet am fünften Hochzeitstag… sie glauben ihm… anfänglich.

Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn – INDIZIEN

Und doch wird man das Gefühl nicht los, dass hier irgendetwas gar nicht stimmt. Die Amy des Tagebuches ist so perfekt, so liebevoll und so chronisch missverstanden, dass man bald nicht mehr weiß, wie weit man ihren Zeilen glauben darf, da sie sich von der Wahrnehmung ihres eigenen Mannes so sehr unterscheiden.

Und dann beginnt der richtige Sturm mit voller Fahrt über Nick Dunne hereinzubrechen. Gleichzeitig mit dem Tagebuch seiner Frau taucht zu allem Überfluss auch noch seine junge Freundin auf. Ehebruch… eine verschwundene Frau, Blut und tausend Indizien. Das passt. Wir haben sie am Arsch, Mr. Dunne.

Wäre da nicht… in der Mitte des Buches eine Eintragung im Tagebuch der Ehefrau, die so gar nicht mehr in unser fertiges Vorurteilsbild passt. Wäre da nicht eine plötzliche Erkenntnis, die alles zum Wanken bringt. Auch uns Leser. Unser einfaches und wundervolles Schwarz-Weiß-Bild beginnt sich einzufärben und unsere schlauen Spekulationen erhalten erste tiefe Risse. Plötzlich ist nichts mehr wie es scheint. Es ist so gar nichts mehr so, wie es jemals den Anschein hatte.

Gone Girl - Das perfekte Opfer - mit einem Klick zum Buch

Gone Girl – Das perfekte Opfer – mit einem Klick zum Buch

Gillian Flynn macht uns lesend sprachlos. Sie raubt uns die Luft und den Verstand. Sie hat einen Thriller konstruiert, der so greifbar ist, dass es erschreckt und aufrüttelt. Alles war so klar. Sympathie und Antipathie waren perfekt verteilt und dann sitzt man plötzlich vor den Trümmern der eigenen vorschnellen Schlussfolgerungen. Das Problem dabei: Wir Leser wissen mehr als die Polizei und wir wissen viel mehr als der scheinbar verzweifelte Ehemann.

Aber wir können niemandem helfen. Nur lesen und staunen. Unsere Schnappatmung kontrollieren und beginnen zu hassen. Dieses Buch weckt Gefühle, die beim Lesen eigentlich nur selten entstehen. Man sollte sich wappnen dagegen – man sollte darauf gefasst sein, dass man in die Abgründe der Seele von Menschen blickt und dabei der eigenen atemlosen Verachtung ins Auge schaut.

Hilfloser Hass… ein solches Gefühl hat mir ein Buch noch nie vermittelt – bis zur letzten Seite. Oh könnte man doch nur… oh hätte man doch… und wenn man die Möglichkeit bekäme, man würde wohl die Kontrolle über sich verlieren, wenn man einer der Romanpersonen Auge in Auge gegenüber stünde. Gone Girl wühlt auf und beschäftigt nachhaltig. Glaubt mir das.

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Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Ach ja… kommen wir doch kurz auf den Schauplatz zurück und schauen uns die von der brillanten Autorin auf der Landkarte ihres Thrillers versteckten Metaphern einmal genauer an. Hatte nicht Hannibal damals seine Heimat Karthago verlassen, mit einer bis zu den Zähnen bewaffneten Armee und einigen furchterregenden Elefanten die Alpen überquert um seinen Feind unmittelbar vor dessen eigener Haustür in Rom von der Landkarte zu tilgen?

Hoch war der Blutzoll der Römer und scheinbar unbesiegbar zog Hannibal von Stadt zu Stadt. Hilflos mussten die Römer erkennen, dass er in der offenen Feldschlacht nicht zu besiegen war, also drehte man den Spieß um und vertraute auf den psychologischen Effekt eines Krieges. Rom verschiffte seine Truppen vor die Tore des ungeschützten Carthagos und machte es dem Erdboden gleich. Hannibal verlor seine Heimat und damit den eigentlichen Grund, gegen Rom zu kämpfen.

Was das mit „Gone Girl“ zu tun hat? Augenscheinlich nichts, aber die metaphorische Bedeutung des Schauplatzes ist einfach zu genial, um sie außer Acht zu lassen. Ihr müsst nur selbst herausfinden, wer hier Hannibal ist und wessen Heim mit tiefenpsychologischen Kriegsmitteln zerstört wird. Viel Spaß dabei… und passt einfach genau auf, aus welcher Mücke in Carthage bei Hannibal, Missouri, wahre Kriegselefanten werden.

Blick in den Spiegel gefällig? Täter oder Opfer?

Blick in den Spiegel gefällig? Täter oder Opfer?

In „Gone Girl“ ist der Leser „Das perfekte Opfer… mehr wird nicht verraten 😉 Ein Muss für Freunde psychologischer Hochspannung bis zum letzten Atemzug. Dieser wahnsinnige Thriller wird nächstes Jahr die Kinos erobern. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen und mit Ben Affleck und Rosamund Pike stehen bereits die hochkarätigen Schauspieler fest, die uns auf der rasanten Reise in die Abgründe der menschlichen Seele begleiten werden.

Ihr wollt wirklich wissen, ob ihr für dieses Buch bereit seid? Dann stellt euch einfach dem offiziellen Gone Girl – Psychotest und lasst euch überraschen, was dort zutage gefördert wird…. Vorsicht… Vielleicht wollt ihr das Ergebnis gar nicht wissen 😉

Traut euch ruhig... es ist beängstigend...

Traut euch ruhig… es ist beängstigend…

Wenn man nun der feuilletonistischen Presse glauben darf, dann lohnt sich ein Vergleich zweier Werke. “Wer <Gone Girl> gelesen hat, der muss auch <Die Amerikanische Nacht> lesen”, so heißt es landauf, landab. Wir haben beide Romane intensiv eingesaugt und am Ende aller Seiten wagen auch wir den Vergleich: hier…

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl - Ein Vergleich

Die Amerikanische Nacht von Marisha Pessl – Ein Vergleich

INFERNO – Zuviel des Guten, Mr. Brown

INFERNO - Dan Brown - Zuviel des Guten

INFERNO – Dan Brown – Zuviel des Guten

Empfehlung vorab:
Artikel und Buch bis zum Ende lesen… es wird überraschend!

Wir begeben uns mit den Thrillern rund um unseren legendären Symbolologen Robert Langdon ja nun nicht wirklich auf unbekanntes Terrain. Wir wissen um seine Fähigkeiten, haben sein eidetisches Gedächtnis schätzen gelernt und bewundern seit langer Zeit, dass er eigentlich gar keinem Romanfiguren-Klischee entspricht. Das macht ihn sympathisch und hat in den letzten Fällen, die er erleben musste dafür gesorgt, dass wir an seiner Seite blieben. Er war stets Handelnder, hatte für fast jede Frage eine Antwort und für jede versiegelte Tür einen plausiblen Schlüssel.

Bisher haben wir auch unserem genialen Autor Dan Brown vertraut, da er seinen Protagonisten zwar jeweils tief in den mysteriösen Schlamassel hineinschrieb, ihm aber immer wieder ein Schlupfloch ließ, aus dem er plausibel und meist auf der Grundlage seines Wissens entfliehen konnte. Aber nun liegt mit Inferno ein neuer Langdon Thriller vor, der mit allen Traditionen zu brechen scheint und aus den bekannten Mustern der Brown´schen Thrillerschmiede erheblich ausschert.

Das ist nun wirklich zuviel des Guten, was dem Leser hier zugemutet wird.

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Eine sinnlose Häufung purer Zufälle spült den amnesiegeplagten Robert Langdon in den Strudel einer multiplen Verwicklungsgeschichte und beraubt ihn dabei zum Teil der wichtigsten Fähigkeit. Sein Gedächtnis kann nur zwei Tage nicht reproduzieren… der Rest… vorhanden und unbeschadet. Es fällt schwer, einem Professor zu folgen, der sich einerseits nicht erinnern kann, warum er überhaupt in Florenz ist, andererseits aber seinen ausufernden „Ich erinnere mich–Passagen“ zu Geschichte und Geheimnissen der Stadt zu lauschen. Zuviel des Guten… wirklich…

Begleitet wird er von der wohl intelligentesten Frau der Welt. Doktor der Medizin Sienna Brooks. IQ von 212 und herausragendes Sprachtalent. Und doch scheint sie nur das zu wissen, was für die Story gerade wichtig ist. Sie spricht seltsamerweise kaum Latein, erkennt wesentliche medizinische Dinge wie historische Pestmasken oder das geheimnisvolle Biohazard-Symbol nicht (damit sind in jeder Arztpraxis zum Beispiel Behälter für benutzte Kanülen gekennzeichnet) und ist somit immer wieder auf die unmittelbare Hilfe unseres Helden angewiesen. Zuviel des Guten… wirklich…

Das Set wirft Fragen auf. Während der heillosen Flucht aus einer Klinik landen beide in Siennas „winziger“ Wohnung und doch befinden sich beide Akteure zur gleichen Zeit im Bad. Mr. Brown… wie viele Menschen passen in einer winzigen Wohnung gleichzeitig in ein Bad ohne sich zu begegnen…? Zuviel des Guten… aber echt…

INFERNO - Dan Brown - Florenz - Venedig - Istanbul

INFERNO – Dan Brown – Florenz – Venedig – Istanbul

Ein hochintelligenter Mega-Schurke beabsichtigt, ein Drittel der Weltbevölkerung durch einen künstlich erschaffenen Erreger auf natürlichem Wege, also biologisch zu vernichten, um so die Bevölkerungsexplosion und ihre Folgen zu heilen. Er sieht keine andere Wahl und ist getrieben von der Ausweglosigkeit seiner Situation. Kurz vor Vollendung seiner Tat begeht er Selbstmord, hinterlässt jedoch geheime Botschaften und Signale, Videos und Spuren, die es ermöglichen, seine finale Tat vielleicht zu verhindern! Das ist doch höchst unlogisch! Zuviel des Guten… wirklich…

Und es gesellen sich noch mehr Dinge hinzu, die es wirklich (bei aller vorzüglichen Spannung) manchmal schwer machen, alles zu glauben was man so liest. Die entführte Präsidentin der WHO wird von ihren Kidnappern in betäubtem Zustand quer durch die Stadt gefahren, während man Robert Langdon verfolgt… Mensch… die Frau ist prominent und jeder kann sie zusammengesackt im Fahrzeug sehen… wer macht denn so was? Zuviel des Guten… wirklich…

Und mittendrin unser teilzeitvergesslicher Robert, der sich am nicht vorhandenen Schopf aus allen Strudeln zu retten versucht, um seinerseits die Welt zu retten. Dante Alighieri dient mit seinen Schilderungen der Karte der Hölle als symbolisches Leitbild für die Lösung aller Geheimnisse. Je besser man seinen „Dante“ beherrscht, umso besser kommt man mit dem Inferno zurecht, das die Welt zu bedrohen scheint… Umfassend historisch, möchte man meinen.

INFERNO - Dan Brown - Dante Alighieri

INFERNO – Dan Brown – Dante Alighieri

Von Florenz nach Istanbul bis nach Venedig… per Flugzeug, Bahn und meist zu Fuß folgen wir atemlos einer ganzen Schar von Akteuren und die Rollen sind klar verteilt. Die Motive liegen auf der Hand und doch zweifeln wir von Seite zu Seite an unserer Wahrnehmung. Wir haben das doch alles so gelesen und, verflucht… wir sind extrem aufmerksame Leser… Und das hier ist nun wirklich zuviel des Guten, Mr. Brown…

Und über allem schwebt die Drohne eines Spezialisten-Teams, die alles beobachtet, jeden Schritt aufzeichnet und mit brummendem Geräusch über Florenz fliegt und nichts im Verborgenen lässt. Besonders nicht Robert Langdon… da hat er doch keine Chance… Zuviel des Guten….

ZUVIEL DES GUTEN… das sage ich mit bestem Grund… Es ist des Guten so viel!

Denn alle Bilder und Konstellationen, die sich uns Lesern ins Gehirn gebrannt haben… alles, was wir im rauschenden Fluss der Handlung zweifelnd bemerkt haben und jede Handlung der Akteure, die wir als wenig plausibel markiert haben, gehört zu einem großen Plan. Dem Plan eines der sensationellsten Schriftstellers, der jemals seine Hand an einen Thriller gelegt hat.

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ER hat die Drohne gesteuert und ER hat uns beobachtet. An manchen Stellen hat ER mich durch eine kleine Zeile abgelenkt… durch ein Geräusch… durch eine Figur und in einigen Kapiteln hat er mich mit der Nase auf kleine, scheinbar unauffällige Dinge gestoßen, die ich gar nicht hätten sehen sollen… so dachte ich. Er hat mit meiner Leser-Wahrnehmung gespielt… auf höchstem Niveau.

ZUVIEL DES GUTEN…

Im Sinne von „Viel zu gut…!“ Das sage ich mit gutem Grund, da nichts von dem was ich vermute und kritisiere dem entspricht, was der Autor tatsächlich geschrieben hat. Ich war zu aufmerksam und bin voll in seine infernalische Falle getappt. Brillant. Er präsentiert die wahren Zusammenhänge seiner Handlung, die wahren Gründe für alles Verborgene und lüftet jeden Schleier und lässt mich in den letzten Kapiteln des Romans nur noch staunen.

Die geniale Konstruktion macht alles klar, beseitigt jeden Zweifel und fördert einen Schurken zutage, den ich zwar zu kennen glaubte, den ich aber erst richtig erkenne, nachdem ich die Zeitabläufe und Zusammenhänge verstehe… und dies gleichzeitig mit Robert Langdon. Und es ist ein Schurke und eine unfassbare Tat, die so sehr von dem abweichen, was man lesend bisher kannte – glaubt mir einfach.

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Ich saß tief in der Falle des Dan Brown. Inferno.. so dachte ich, ist eine Häufung von kleinen und großen Fehlern und missverständlichen Zufällen. Selbst mich hat Dan Brown erwischt und man konnte gegen Ende des Buches deutlich hören, wie sehr sich die Schleier für mich lüfteten. Bei jedem einzelnen von ihnen klatschte ich mir die Hand vor den Schädel… glaubt mir – es handelte sich um einen anhaltenden und sich wiederholenden Lärm, so klar wurde alles.

Als Opfer dieses Romans verneige ich mich vor dem Autor. Das hat in dieser Tiefe noch niemand geschafft und ich erinnere mich gerne an eine Statue in Florenz, die Dan Brown mehrfach in Inferno erwähnt. Zwei Ringer im intensiven Kampf, wobei einer von beiden den anderen mittels eines festen Penisgriffs in seiner Gewalt hat. Ein tödlicher Griff.

Ich weiß, warum diese Statue im Roman vorkommt. Ich weiß, dass es ein Bild für Dan Brown und seine Leser ist. Und ich weiß wer hier wen bei den Eiern gepackt hat… und bevor Fragen aufkommen… keine Sorgen Mädels… euch geht es nicht anders… Dan Brown findet einen Weg.

LESEN – DURCHHALTEN – STAUNEN – INFERNO

INFERNO - Dan Brown - Fest im Griff

INFERNO – Dan Brown – Fest im Griff – LÜBBE VERLAG

Kreuzzug – Dieses Attentat ist der absolute Gipfel!

Kreuzzug - Marc Ritter

Kreuzzug – Marc Ritter

Was für ein traumhafter Tag.

Der 6. Januar 2012 – Heilige Drei Könige – Feiertag in Bayern – bestes Ausflugswetter und wir machen uns auf den Weg zur Zugspitze. Diesen einmaligen Panoramablick muss man zumindest einmal im Leben gesehen haben. Ganz schön viel los heute… war ja irgendwie klar und wir müssen uns aufteilen. Einige fahren mit der Zugspitzbahn über Zahnräder durch Tunnelsysteme zum Gipfel, wir nehmen die kleine Seilbahn vom Eibsee aus. Die wesentlich größere Seilbahn führt von Österreich auf die Zugspitze, aber das ist uns zu weit.

Ein Traum, endlich auf dem Gipfel angekommen zu sein… diesen Traum träumen wir mit weiteren 5000 Touristen. Der Alltagsstress fällt von uns ab und die Fernsicht veredelt den Tag. Doch irgendwas ist seltsam. Die Zahnradbahn kommt einfach nicht an und irgendwie bekommt man das Gefühl, dass inmitten der Touristen aus allen Ländern Unruhe ausbricht. Smartphones verbreiten schnell die Nachricht von einem Unglück der Zugspitzbahn, Newsticker sprechen von mehreren Sprengungen an einem Tunnel, einem eingeschlossenen Zug und wir warten vergeblich auf unsere Freunde.

Die Stimmung kippt hier oben.

Hubschrauber kreisen über dem Zugspitzplatt. Das glänzende Logo von RTL beunruhigt weniger, aber Bundeswehrhubschrauber des Typs Bell-UH-1D muten seltsam an. Und dann passiert alles gleichzeitig. Die letzten News die noch empfangen werden können sprechen von Attentat und islamistischem Terror im Tunnel, bevor alle Handynetze versagen.

Aus einem der gelandeten Hubschrauber steigen Prominente – der medienverliebte deutsche Verteidigungsminister samt gestylter Ehefrau, der Ministerpräsident Bayerns und dieser J.F. Körner – das TopAss der deutschen Talkmaster inklusive Filmcrew. Was geht denn hier? Die wollen doch nicht vom Gipfel aus auf Sendung gehen?

Deutsche Soldaten tauchen auf – Gebirgsjäger – bewaffnet. Doch eigentlich ein absolutes NoGo… – das hier ist doch kein Krieg. Alles wirkt wie ein Traum und dann geschieht die nächste Katastrophe. Die größte Seilbahn zum Gipfel wird gesprengt und wir sitzen in der Falle.

5000 Touristen auf dem höchsten Berg Deutschlands – 200 im Tunnel und auch der adelige Verteidigungsminister entkommt nicht mehr. Sein Hubschrauber geht in Flammen auf kurz bevor er flüchten möchte. Alle in der Hand von…. Ja… von wem eigentlich? Terroristen – das scheint klar, im Berg und hier oben… aber mehr wissen wir nicht. Jetzt bekommen wir es mit der Angst zu tun… wirklich…

Das Gipfelkreuz der Zugspitze heiß umkämpft – Kreuzzug – Marc Ritter

Und über allem strahlt das goldfarbene Gipfelkreuz
majestätisch über das ahnungslose Land…

Gut nur, dass wir nicht alleine sind…. Aber wer ist bei uns…?

Der Autor Marc Ritter lässt weder seine Leser noch seine Opfer alleine – keine Sorge. Inmitten des alpinen Albtraumszenarios agieren seine Akteure so routiniert, wie man es sich von Rettern in der Not erhofft. Thien Hung Baumgartner, ein „typischer“ Partenkrirchner mit asiatischem Einschlag, der bewaffnet mit seiner tödlichen Nikon-Profikamera in der eingesprengten Zahnradbahn sitzt und nach Auswegen sucht. Sandra Thaler, seine ehemalige Freundin, die exklusiv für ein Nachrichtenmagazin Bilder von der Zugspitze liefern soll. Einziges Problem – die Powerfrau muss mit Tourenskiern zu Fuß auf den Berg. Und schließlich der Gebirgsjäger Markus Denninger, der inmitten der Attentäter auf alles trifft, auf das er in seinem Leben nicht zu treffen gehofft hat. Amerikanische Geheimdienstler, pseudo-islamistische top-vorbereitete Terroristen aus Bolivien und seinen eigenen Verteidigungsminister. Genau die richtige Kragenweite für einen Elitesoldaten.

Ritter legt mit „Kreuzzug“ einen Terrorthriller vor, der jenseits jeglichen Klischees durch perfekte Charakterzeichnung, atemlos spannende Dramaturgie und eine Szenerie in Hochglanzformat besticht. Wer atemlose Spannung, greifbare Protagonisten und ein Feuerwerk an Überraschungen liebt, dem sei „Kreuzzug“ ans Herz gelegt.

Intelligent geschrieben, stellt der Thriller starke Frauen in starken Positionen in den Mittelpunkt, macht aus Elitesoldaten keine pathetischen Helden und lässt uns alle über die wahren Machenschaften aller Geheimdienste spekulieren. Wer letztlich einen liebgewonnenen tragischen doktortitellosen Medienhelden in der Rolle des Verteidigungsministers in einem Thriller ganz neu erleben möchte – Marc Ritter hat K. Theodor. z. G., dem Politiker im italienischen Designeranzug ein kleines literarisches Denkmal gesetzt… rein zufällig natürlich. Ehrenwort.

Was der Autor Marc Ritter selbst zu Terrorismus, seine Heimat und dem adeligen Minister sagt, könnt ihr morgen in unserem Exklusivinterview erfahren: Marc Ritter meets Literatwo… angeseilt und mit Lawinensuchgerät ausgestattet… Besser wird es sein! 

Zu dieser Buchbesprechung haben wir die besondere Ehre, auf unserer funkelnagelneuen Facebookseite eine besondere Aktion präsentieren zu können. Besucht uns unter

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drückt einfach den „Gefällt mir“-Button und beantwortet die Frage zu „Kreuzzug“.

Sie hat mit dem Interview zu tun, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Unter allen Kommentaren zur Frage verlosen wir zwei signierte Exemplare des hochexplosiven Thrillers. Ihr könnt so lange teilnehmen, bis das Interview erschienen ist…. und das passiert am 28.02.2012 gegen 18:00 Uhr.

Die Bekanntgabe der beiden Gewinner erfolgt am 02. März… Viel Vergnügen dabei und herzlich willkommen auf unserer Seite!

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